Generation Y und Z: Erwartungen an den Arbeitgeber

Die Babyboomer verabschieden sich Stück für Stück in die Rente, die Generation X steht sicher im Arbeitsleben. Arbeitgeber wissen aber immer noch kaum, woran sie mit den Nachwuchsgenerationen sind. Hier unsere Übersicht über Generation Y und Z – die Zukunft unserer Wirtschaft.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Generation Y und Z - wer ist das überhaupt?

Für die Generation Y gibt es viele Namen: Gen Y, Ypsiloner oder „Generation Warum“, weil sie so gerne kritisch nachfragt. Die Ypsiloner werden auch als Millennials bezeichnet, da viele erst kurz vor der Jahrtausendwende geboren wurden. Zu ihr gehören alle, die zwischen 1980 und den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts geboren wurden. 

Auf Y folgt Z. Nicht nur im Alphabet ist das so, auch bei den Generationen. Als Generation Z, kurz GenZ oder auch Z’ler werden jene bezeichnet, die zwischen 1997 und 2012 zur Welt gekommen sind. 

Während die Ypsiloner aktuell also bis zu 40 Jahre alt sind, haben die Z’ler maximal ihren 23. Geburtstag gefeiert und die jüngsten von ihnen besuchen gerade die Grundschule. Du siehst – hier gibt es schon eine deutliche Altersdifferenz. Und die wirkt sich auch deutlich aufs Recruiting aus. Wir sagen Dir, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen, die Du in der Personalarbeit beachten solltest. 

Was wollen Generation Y und Z?

Während die Generation X und die Babyboomer viel Wert auf Gehalt, Prestige oder Familienfreundlichkeit legen, fokussieren die jüngeren Semester vor allem die „Soft Skills“ ihrer Arbeitgeber. 

Die Prioritäten der Generationen Y und Z:

1) Gute Arbeitsatmosphäre

2) Ausgewogenheit zwischen Arbeitszeit und Freizeit

3) Gute Vorgesetzte

4) Etwas tun, was Sinn hat

5) Arbeitsplatz-Sicherheit

6) Schnelle und effiziente Kommunikation

Anmerkung: Die abnehmende Bedeutung materieller Werte heißt aber nicht, dass die Generationen Y und Z im Gegensatz zur ihren Vorgängern auf den schnöden Mammon pfeifen würden. Ganz und gar nicht. Allerdings sind Geld und Respekt für sie kein verhandelbares Nice-to-Have mehr, sondern ein Must-Have: Sie sehen eine faire Entlohnung und angemessene Wertschätzung für getane Arbeit als Voraussetzung für ein gutes Arbeitsverhältnis.

Denk also gar nicht erst daran, mit einem  Ypsiloner oder Z’ler ein nicht-marktübliches Gehalt aushandeln zu wollen. Vielleicht würden sie dieses, oft aufgrund fehlender Erfahrung, sogar erst einmal annehmen. Jedoch verlierst Du, sobald dem Nachwuchs die Unverhältnismäßigkeit seines Gehalts bewusst wird, alle Loyalität – und vermutlich nicht lange danach den Mitarbeiter*.

Gemeinsamkeiten der
Generationen Y und Z bei der Jobsuche

So! Jetzt weißt Du schon so ungefähr, wie die beiden Generationen einzuordnen sind. Doch was bedeutet das für Dich im Recruiting? Wie sprichst Du die Ypsioloner und Z’ler am besten an? Wie weckst Du ihre Begeisterung?

Das Internet als erster Anlaufpunkt

Sowohl die Ypsiloner als auch die Z’ler starten ihre Jobsuche in der Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, dem WWW. Hier informieren sich vor allem auf der Unternehmens-Website über einen Arbeitgeber und machen ausgiebige Google-Recherchen, weshalb Deine Stellenanzeigen gut auf Suchmaschinen auffindbar sein sollten. Stichwort: SEO – Suchmaschinenoptimierung. Sie lesen sich außerdem Bewertungen auf kununu durch und folgen dem Social Media Auftritt eines Unternehmens. Hier solltest Du einen gesunden Mix aus relevantem Content, Stellenanzeigen, Bildern und Videos aus dem Unternehmen präsentieren.

Digitales ist den jungen Generationen in Fleisch und Blut übergegangen. Sie sind Digital Natives und kennen die neuesten technologischen Entwicklungen aus dem Effeff. Sie kommunizieren fast ausschließlich und vorzugsweise mit Smartphone, über Video-Calls und Sprachnachrichten. Das gilt natürlich auch fürs Arbeitsleben. Gib Ihnen also unbedingt auch im Job die technischen Möglichkeiten, die sie brauchen.

Sprunghaft und wechselwillig, aber selten aktiv suchend

Die Generationen Y und Z wechseln viel. Das kann zum einen am Alter liegen, zum anderen ist unser Nachwuchs in einer sehr schnelllebigen Welt aufgewachsen, in der sich dauernd etwas verändert. Daran sind die bis zu 40-Jährigen gewöhnt und halten es auch in ihrer Karriere so. Und schwups sind sie weg. Für Dich als Recruiter ist das natürlich keine so bombige Nachricht. Immerhin bist Du daran interessiert, Talente in Deinem Unternehmen zu halten und nicht Jahr für Jahr die Recruiting-Maschinerie neu anwerfen zu müssen. Du kannst die Generationen aber halten, indem Du Ihnen intern abwechslungsreiche Karrieremöglichkeiten bietest. Machst Du längst? Dann sprich unbedingt in Deinem Recruiting darüber.

Trotz dieser Sprunghaftigkeit sind die Gen Y und Z  nicht so richtig aktiv auf Jobsuche. Sie wissen es stattdessen durchaus zu schätzen, wenn das Karriereangebot genau auf den Kanälen, auf denen sie sich bewegen, auf sie zukommt. Kein Problem. Schließlich lassen sich auf Instagram und Facebook Stellenangebote super-gezielt an die jungen Zielgruppen ausspielen. Dem Targeting sei Dank! So erreichst Du auch die, die nicht aktiv nach einer Stelle suchen, aber durchaus wechselwillig sind. 

Spaß und Lernen als wichtige Motivatoren

Für beide Generationen ist Spaß der größte Motivator auf der Arbeit. Vergütung, Leidenschaft, Anerkennung und Sinnstifung sind in ihren Prioritäten jedoch auch weit oben angesiedelt. Achte in Deiner Kommunikation also auf die richtige Abstufung dieser Attraktivitätsfaktoren.

Und noch etwas hat sich getan: Die jüngeren Generationen sind extrem wissbegierig. Kein Wunder. Technik, Politik, Gesellschaft, Arbeitsmarkt – alles kann sie über Nacht verändern. Wer da nicht auf dem neuesten Stand bleibt, indem er oder sie stetig Neues lernt und viele verschiedene Erfahrungen sammelt, bleibt zurück. Der Nachwuchs liebt daher Workshops, Webinare, Weiterbildungen und stürzt sich auf jede Möglichkeit, etwas zu lernen. Du hast ein ausgeklügeltes Personalentwicklungsangebot in petto? Dann mach in Deinem Personalmarketing keinen Hehl daraus.

Hierarchien werden hinterfragt

Weder die Generation Y noch die Generation Z mag starre Hierarchien. Igitt. Arbeit und Prestige sind im Verständnis der jungen Generationen kein Wert mehr, der Menschen nur um ihrer selbst Willen auszeichnet. Das war einmal. Die Jungen sind komplett anders sozialisiert und wurden schon im Kindergartenalter und später in Schule, in der Ausbildung oder an der Uni  in alles eingebunden und auf Augenhöhe nach ihrer Meinung gefragt. Deshalb ist jemand, der CEO oder Vorstand ist, aus ihrer Sicht genauso wenig berechtigt, auf sie herabzuschauen oder sie herumzukommandieren, wie ein Praktikant*. Entsprechend kannst Du mit flachen Hierarchien und einem wertschätzenden Umgang auf Augenhöhe punkten.

Unterschiede zwischen
Generation Y und Z im Arbeitsleben

Je nachdem, wen du ansprechen möchtest, die Generation Y oder Z, solltest Du in Deinem Recruiting aber auch auf die feinen Nuancen achten, die die Generationen voneinander unterscheiden. Hier ein paar der wichtigsten Punkte, die Du in Deinen Personalmarketing berücksichtigen kannst: 

Work-Life-Blending VS. Work-Life-Seperation

Während sich die Gen Y sehr mit ihrer Arbeit identifiziert, immer verfügbar und bereit ist, Arbeit und Freizeit miteinander zu vermischen, will die Gen Z von dieser dauernden Erreichbarkeit rein gar nichts wissen. Sie möchte – wie seinerzeit die Babyboomer – eine klare Linie zwischen Freizeit und Beruf ziehen und ihre Freizeit nicht zwischen der Arbeit erleben, sondern auch mal abschalten. Während Du bei der Gen Y also mit einer maximalen Flexibilität bei der Arbeitszeiteinteilung punkten kannst, freut sich die Gen Z hingegen zum Beispiel über klare Schichten mit verbindlichen Freizeit-Regelungen

Freiheit VS. Struktur

Unsere Jüngsten lieben klare Arbeitszeiten und -orte, ihren eigenen Schreibtisch, Festvergütung, und kleine Arbeitspakete. Wenn es nach der Gen Z ginge, müssten in so manchen Großraumbüros wieder Trennwände eingezogen werden. Die Generation Y dagegen strebt nach Freiheit: Sie will Open Offices, flexible Arbeitszeiten und -orte und variable Entlohnung. Selbstbestimmtes Arbeiten wird ganz groß geschrieben. 

Wettbewerb VS. Gleichbehandlung

Während Konkurrenz das Geschäft der Millennials durchaus belebt, wollen ihre Nachfolger lieber Lob für alle, frei nach dem Motto „Everyone gets a throphy“. 

Spielerisch VS. Ernsthaft

Wenn die Generation Y auf eines steht, dann sind es spielerische Challenges: Sich in einem Hackathon mit anderen messen, die beste Lösung entwickeln, in kleinen Lerneinheiten lernen und neue Inhalte mit  Quizzes vertiefen. Das lieben die Ypsioloner. 

Die Gen Z ist genauso ehrgeizig, allerdings ist sie weniger spielerisch veranlagt. Sie schätzt ernsthafte Lernsituationen, ruhiges, zurückgezogenes Arbeiten und scheut sich nicht vor klassischen Abschlusstests. Wofür Bitteschön ein Quiz? Das erschließt sich den Z’lern nicht. Sie streben nach Effizienz und Klarheit. 

Digital VS. Analog

Wir haben vorhin gesagt, dass beide Generationen zu den Digital Natives gehören und entsprechend digital affin sind. Aber auch hier gibt es feine Nuancen. Während es den Ypsilonern nicht digital genug zugehen kann, geht die Generation Z wieder einen Schritt zurück. Sie setzt die technologische Vernetzung und das flexible Arbeiten im Home-Office nicht über alles. Für sie darf es wieder ein wenig mehr menscheln. Sprich: Präsenzarbeit, das kurze Meeting zwischendurch, der gemeinsame Lunch – all das gewinnt bei den ganz jungen wieder mehr an Bedeutung, während die Ypsiloner neuerdings gemeinsam vor dem Bildschirm lunchen.

Fazit: Und nun?

Es gibt einige Übereinstimmungen, aber auch viele Unterschiede zwischen den Generationen. Während die Ypsiloner eher verspielt, digital und hochflexibel sind, kehrt die Generation Z diese Trends wieder um: Klare Strukturen, klare Arbeitszeiten – außerdem darf’s wieder ein bisschen analoger sein. Einig sind sich die Generationen dagegen weitgehend in der Art und Weise, wie und wo sie nach einem neuen Job suchen, in ihrer hohen Bereitschaft zu Lernen und in ihrer Abkehr von Hierarchien

Im Recruiting kannst Du den Generationen sicher nicht alles bieten, worauf es ihnen ankommt. Aber sei Dir den Gemeinsamkeiten und Unterschieden bewusst, wenn Du an Stellenanzeigen, Social-Media-Postings bastelst, mit denen Du entweder die Ypsiloner oder die GenZ erreichen willst. Versuche die Angebote, die Du der jeweiligen Generation bieten kannst, so klitzeklar wie möglich herauszuarbeiten. Dann punktest Du. 

Aber Achtung: Bloß nix erfinden oder beschönigen. Was Du nicht hast, hast Du nicht. Dann sprich auch nicht drüber. Das ist für jeden Bewerber akzeptabel. Schlimmer ist es, wenn Du mit Mehrwerten um Dich wirfst, Die Du nicht bieten kannst. Lügen haben kurze Beine und vergraulen Bewerber, sobald sie ans Licht kommen. Also, bleib authentisch! Das ist die Basis für Deinen Recruiting-Erfolg.

Für alles andere hast Du uns. Wenn Du einmal nicht weiter weißt, wie Du Deine Mehrwerte als Arbeitgeber verpacken kannst und auf welchen Kanälen Du darüber reden sollst, helfen wir Dir mit unserem Monkey-Know-how gerne weiter. Nachricht genügt.  

So kannst du als Personaler reagieren, wenn es Generationenkonflikte auf der Arbeit gibt.

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