Vorsicht vor Job Scamming – Wie Du Dein Unternehmen seriös präsentierst

„Hallo, ich heiße […] und ich möchte Ihnen 25 Millionen Dollar vererben. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist …“ Oder auch: „Ich möchte Dir ein Angebot unterbreiten!“ Kommt Dir bekannt vor? Solche Mails hat mit Sicherheit jede*r schon mal erhalten. Diese Vorgehensweise ist unter „Scamming“ bekannt, höchst unseriös und kriminell. Nun sind immer mehr Talente von Job Scamming betroffen. Aber keine Sorge: Wenn Du weißt, worauf Du achten musst, kannst Du Dein Unternehmen seriös präsentieren und Dich positiv von Scammern abheben.

Vanessa Kammler
Vanessa Kammler
Als Chef Extraction Officer liebt sie es, spannende Erkenntnisse aus Studien zu extrahieren, How-Tos zu schreiben und Dir smarte Recruiting-Tools vorzustellen.

Definition: Was bedeutet Job Scamming?

Job Scamming, das klingt ja schon irgendwie fies. Aber was bedeutet das eigentlich genau? Ganz einfach: Job Scamming beschreibt Betrugsmaschen im Zusammenhang mit Stellenanzeigen und Bewerbungsprozessen. Dabei geht es vor allem darum, arglose Bewerberinnen und Bewerber um ihr Geld zu bringen oder an ihre persönlichen Daten zu gelangen. Und das kann ganz schön unangenehm werden!

Als Unternehmen kannst Du auch betroffen sein, beispielsweise wenn gefakte Stellenanzeigen mit Deinem Logo online gestellt werden. Du solltest daher darauf achten, seriös aufzutreten und Deine Stellenanzeigen sorgfältig zu prüfen – sonst könntest Du schnell als Lockvogel für Job Scammer enden. Aber dazu später mehr.

Welche Arten des Job Scamming gibt es?

Also, wir wissen jetzt schon, dass es Job Scamming gibt und was das bedeutet. Aber welche Arten von Job Scamming gibt es eigentlich? Die Liste ist länger als gedacht:

Welche Herausforderungen ergeben sich für Talente und Unternehmen?

Die aktuelle Welle im Job Scamming ist nicht nur hochkriminell, sondern bringt auch ´ne Menge Gefahren für beide Seiten mit sich.

Manche Stellenanzeigen sind so gut gefaket, dass der Betrug nicht (sofort) offensichtlich wird. Talente finden eine vermeintlich passende Stellenanzeige, bewerben sich und erhalten prompt eine Antwort. Doch je weiter der Prozess voranschreitet, desto merkwürdiger wird die ganze Situation. Vielleicht wird von den Opfern Geld verlangt, persönliche Daten werden auf ungewöhnliche Weise abgefragt oder es soll auf einen Phishing-Link geklickt werden.

Wenn Dein Betrieb für Job Scamming genutzt wird, kann das einen immensen Nachteil bedeuten: Dein Unternehmensname und Logo werden für Betrug missbraucht. Dass bedeutet für Dich einen enormen Imageschaden. Wenn Talente nicht durchblicken, dass sie Opfer eines Betruges wurden, fällt das auf Deine Firma zurück. Die Folge: Sie hinterlassen negative Bewertungen auf kununu und/oder schalten die Polizei ein. Zudem kostet es Dich Zeit und Ressourcen, den Schaden zu begrenzen und neue Bewerbende zu finden. Mal ganz davon abgesehen, dass Talente mit der Zeit immer misstrauischer werden.

Wie Du dem Job Scamming entgegenwirken kannst

Zu 100 Prozent kannst Du Dich leider nicht dagegen absichern, dass jemand Deinen Unternehmensnamen oder Dein Logo verwendet – allerdings haben wir ein paar Tipps für Dich, wie Du Dich bestmöglich schützen und seriös präsentieren kannst – so hebst Du Dich positiv von Job Scamming ab. Wenn unter Talenten bekannt ist, dass Du im Bewerbungsprozess höchsten Wert auf Sorgfalt legst, fallen diese nicht so schnell auf Fake-Mails herein. Unterschätze diesen Effekt nicht!

#1 Seriöse E-Mail-Adresse

Und damit meinen wir, dass nach dem @ Dein Unternehmensname folgt. Wer nicht gerade ein Start-Up gegründet hat (da könnte man das noch „verzeihen“), sollte auf jeden Fall mehrere E-Mail-Adressen am Start haben. Beispielsweise eine „bewerbung@“, eine „mail@“ usw. Auch wenn Gmail-Adressen kostenfrei sind – lass´ auf jeden Fall die Finger davon!

#2 Individuelle Ansprache

Trudeln Nachfragen zur Stelle oder im besten Fall zu Bewerbungen ein, solltest Du auf eine individuelle Ansprache achten. Vorgefertigte Textbausteine sind zwar praktisch, aber hölzern und klingen eher nach einem Bot. Gehe bestmöglich auf die Talente ein – das gilt übrigens auch für Dein Active Sourcing!

#3 Authentische Bilder

Verwende auf Social Media, in Deinen Stellenanzeigen und auf Deiner Karriere-Website unbedingt Bilder mit echten Mitarbeiter*innen und keine Stockfotos. Das kann ein Foto aus dem Büro sein (wenn du Mitarbeitende im Backoffice suchst) oder Mitarbeitende an den Produktionsmaschinen. Und so weiter und so fort. Ach, und authentisches Videomaterial ist auch nicht das schlechteste.   

#4 Verlinkung auf Deine Karriereseite

Hast Du eine Karriereseite, verlinke diese unbedingt! Das macht einen seriösen Eindruck und leitet interessierte Talente direkt auf Deinen Unternehmensauftritt, ohne dass sie Google bemühen müssen.

#5 Gut aufgebaute Stellenanzeige

Und zu guter Letzt: Das Herzstück Deines Recruitings. Eine perfekte Stellenanzeige ist unerlässlich, um Deine offene Stelle schnellstmöglich zu besetzen. Vollkommen egal, ob Du Deine Anzeige bei einer Stellenbörse schaltest oder via Social-Media-Ad bewirbst und Talente direkt auf Deine Karriereseite lockst.

Achte unbedingt auf folgende Punkte:

  • Stellenanzeige in Deiner Corporate Identity
    Passend zu den Bildern in Deinen Stellenanzeigen sollte diese in Deiner Corporate Identity (CI) gestaltet sein. Das bedeutet nicht nur, dass Du im besten Falle Deine Unternehmensfarben, -schriften und Euer Logo in dem Layout benutzt, sondern auch den Spirit Deines Unternehmens transportierst. Ihr duzt Euch und habt einen lockeren Umgangston? Dann schreib´ Deine Stellenanzeige entsprechend! Damit bekommen Talente ein authentisches Bild von Euch.
  • Unternehmensbeschreibung
    Der Unternehmenstext sollte in wenigen Sätzen zusammenfassen, für was die Firma steht und was sie besonders macht. Bringe es in wenigen Sätzen auf den Punkt und verzichte auf zu viele Details und Wischi-Waschi-Angaben. Am besten stellst Du Dir hierfür vier Fragen: Was ist das Kerngeschäft? Warum seid Ihr in dieser Branche tätig? Welches Ziel verfolgt Ihr? Wie fühlt es sich an, bei Dir angestellt zu sein?
  • Stellentitel
    Das Erste, was potenzielle neue Mitarbeitende von Deiner Anzeige sehen, ist der Stellentitel. Klingt logisch, schließlich suchen sie auch danach. Da die angezeigte Zeichenanzahl je nach Endgerät begrenzt ist, solltest Du Dich auf maximal 60, besser noch 40 Zeichen beschränken. Schreib´ das Wichtigste als erstes hin (also die Jobbezeichnung) und ergänzende weitere Infos. Das kann beispielsweise der Fachbereich oder ein Schichtmodell sein. Wichtig: Denk´ an den Zusatz „(m/w/d)“!
  • Aufgabenprofil
    Das Aufgabenprofil ist eines der wichtigsten Elemente, schließlich beschreibt es den Arbeitsalltag. Ideal sind fünf bis acht Bullet Points, in denen Du konkret beschreibst, was potenzielle neue Mitarbeitende bei Dir erwartet: Was ist zu tun? Was unterscheidet die Position bei Euch von anderen Unternehmen? Welchen Zweck erfüllt die Tätigkeit?  
  • Qualifikationsprofil
    Ähnlich wie beim Aufgabenprofil solltest Du Dich auch hier kurzfassen, die Faustregel lautet auch hier fünf bis acht Aufzählungspunkte. Das Wichtigste kommt wieder zuerst, dann folgen weitere Punkte: Ausbildung, praktische Berufserfahrung, spezifische Kenntnisse, Soft Skills.
  • Benefits
    Bei den Benefits kannst Du richtig glänzen, schließlich möchtest Du die Leute überzeugen, sich bei Dir zu bewerben. Wichtig: Bitte nur das reinschreiben, was Du auch wirklich anbietest! Keine zukünftigen (oder noch schlimmer – nur angedachten) Benefits. Das macht Dich unglaubwürdig.
  • Abbinder und Call-to-Action
    Im Abbinder, also dem Schlusssatz, solltest Du eine Ansprechperson mit Kontaktdaten nennen. Wenn Du Online-Bewerbungen bevorzugst, kannst Du natürlich auf Dein Bewerbungsformular verlinken – aber du solltest in jedem Fall ein bis zwei Personen namentlich angeben, die für den Bewerbungseingang zuständig sind. Am besten noch mit (persönlichen) E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Das zeigt Talenten: „Aha! Da ist nicht nur ein Link, ich kann mich auch an jemanden persönlich wenden!“
  • Keine Fehler
    Zuallererst: Fehler sind menschlich und passieren. Man kann seinen Text noch so oft durchgelesen haben und es stimmt am Ende doch etwas nicht. Lass´ Deinen Text von einer Kollegin oder einem Kollegen gegenchecken. Am besten mehrfach. Wenn Dein Content vor Interpunktions-, Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so strotzt, klingt das eher nach einem Translator-Fail – und nicht nach einer realen Person, die dahintersteht.

Was Du tun kannst, wenn Du von Job Scamming betroffen bist

Nehmen wir zum Schluss nochmal kurz die andere Perspektive ein. Vielleicht kennst Du Leute, die sich aktuell nach einem neuen Job umsehen. Oder Du bist selbst Opfer von Job Scamming geworden und fragst Dich jetzt, was Du tun kannst.

Zunächst gilt: Ruhe bewahren und alle wichtigen Informationen sammeln. Speichere alle E-Mails und Chatverläufe ab, notiere Dir Namen und Kontaktdaten der Betrüger*innen und leite alles an die Polizei weiter. Falls Geld gefordert und überwiesen wurde, muss unverzüglich die Bank oder Kreditkartenfirma informiert und Anzeige wegen Betrugs erstattet werden.

In Zukunft gilt: Vorsicht bei Jobangeboten von unbekannten Unternehmen oder Personen, die Dir schnelles Geld oder unrealistische Vergütungen versprechen. Vertraue nur seriösen Jobportalen oder Personalvermittlern mit gutem Ruf. Und falls etwas zu schön klingt, um wahr zu sein – ist es oft auch so!

Ein heißer Tipp zum Schluss: Sichere Bewerbungswege

Einen heißen Tipp haben wir noch für Dich. Viele Talente möchten sich heute mobil bewerben. Dann punktest Du bei Ihnen, wenn einfache Bewerbungswege anbietest, die auch noch sicher sind. Wir haben da was für Dich! Mit Mobile Apply bieten wir Dir eine unkomplizierte Lösung an. Egal, ob sich Talente per WhatsApp oder über ein einfach gehaltenes mobiles Bewerbungsformular bei Dir melden sollen – wir finden die beste Lösung! Hau uns an und mach gern einen Termin zur Beratung aus!

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Bildquelle: Skitterphoto; pixabay.com

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