Was kostet es, eine Stellenanzeige online zu schalten?

Genug von vagen Aussagen? Wir legen die Fakten auf den Tisch. Hier unser Überblick für sinnvolle Budgets und realistische Preise bei Online-Stellenanzeigen.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Was kostet es, eine Stellenanzeige online zu schalten? Einfach Frage – schwierige Antwort? Eigentlich nicht, vorausgesetzt man möchte nicht bei Adam und Eva anfangen, von Printanzeigen und Aufstellschildern erzählen. Wer heute erfolgversprechend rekrutieren möchte, landet unweigerlich bei der Erkenntnis: Ich sollte online inserieren.

Die erste große Frage, die nach dieser Erkenntnis aufkommt, ist immer: Was kostet das? Man versucht, sich zu informieren, es ist aber leider schwer, den Dschungel an Anbietern, Preismodellen und Angeboten zu durchblicken. Deshalb legen wir jetzt einfach mal unsere Karten auf den Tisch, damit Du einschätzen kannst, in welchem Bereich sich die Online-Schaltung Deiner Stellenanzeige vermutlich finanziell bewegt:

Die effektive Online-Schaltung einer Stellenanzeige kostet zwischen 400€ und 2.000€, meistens circa 1.500€.

Weniger klingt (in unserer Erfahrung) nach vergebener Liebesmüh, mehr nach Abzocke.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

Was unterscheidet eine Ausschreibung für 400 € von einer für 2.000 €? Und, welche benötige ich, um meine Stelle zu besetzen? Hier die wichtigsten Faktoren, die das Budget senken oder erhöhen:

Die wichtigste Frage zuerst: Soll Deine Stellenanzeige nur auf einer Plattform erscheinen oder für mehr Reichweite auf vielen Verschiedenen? 

Man muss klar sagen: Wer es heute noch mit einfachen Anzeigenschalung versucht, muss schon viel Glück haben, um die Stelle auch zu besetzen. Warum? Wer beispielsweise auf der Stellenbörse Monster.de inseriert, wird auch nur von Jobsuchenden gefunden, die auf Monster suchen. Kandidaten nutzen erfahrungsgemäß aber unterschiedliche Stellenbörsen. Deshalb ist der Pool der erreichten Kandidaten bei Einzelschaltung oft zu klein, um eine offene Stelle erfolgreich zu besetzen.

Wir empfehlen fast immer ein Multiposting, um verschiedenste Menschen auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Mehrere Stellenbörsen nutzen, Fachportale dazu buchen, Wechselwillige gezielt auf Social-Media ansprechen. Das ist dank moderner Software wirklich nicht mehr aufwändig.

Die Nutzung mehrerer Kanäle hat den größten Einfluss auf den Preis. Eine Einzelschaltung erhältst Du gerne auch mal ab 400 €, Multipostings starten eher bei 1.000 €. Aber ganz ehrlich, aus unserer Erfahrung: Meistens ist es das wert.

Preise zwischen Portalen schwanken deshalb stark. Die 3 oder 4 bekannten Marktführer sind teurer als kleinere Nischen-Portale. Und das nicht ohne Grund:

Oft bestechen die bekannten Anbieter durch große Nutzerzahlen und professionelle technologische Umsetzung. Trotzdem können sich kleinere Plattformen lohnen, zum Beispiel wegen ihrer Branchenspezialisierung oder Regionalität.

Häufig bieten Stellenbörsen mehrere Produkte an, von Standard bis Premium. Variiert werden dabei Layout, Laufzeit und zusätzliche Features wie z. B. Datumsaktualisierung während der Laufzeit.

Mit Social Media erreichst Du in Zeiten der Vollbeschäftigung nicht nur die aktiv Jobsuchenden, sondern alle interessanten Kandidaten, also zum Beispiel auch Wechselwillige, Uni-Abgänger, usw.

Ein großer Vorteil ist zudem, dass Dein Inserat nicht zwischen tausenden anderen Inseraten auftaucht – sondern zwischen Katzenvideos und Bildern von Freunden. Du kannst also Kandidaten da ansprechen, wo sie sich sowieso gerne und viel aufhalten: Auf Facebook, YouTube, Instagram, Tinder und Co. 

Der dritte wichtige Punkt in Social Media ist Targeting, also die Möglichkeit, ganz genau Deine Zielgruppe anzusprechen. Wenn Du zum Beispiel jemanden mit einer bestimmten Ausbildung suchst oder nur in einem gewissen Umkreis ausschreiben möchtest, kannst Du Dein Jobangebot den passenden Menschen anzeigen lassen. Streuverluste Ade!

Für rare oder hoch dotierte Positionen mit spezifischen Qualifikationen wird eine 400 €-Schaltung häufig nicht ausreichen. Hier verhält es sich wie bei den Briefmarken – je seltener desto teurer, nicht nur beim Gehalt, auch in der Ausschreibung. Das weiß man spätestens dann, wann man für eine rare Position mal in einen Headhunter investiert hat.

Dementsprechend muss auch deutlich mehr in die Suche nach einer Geschäftsführung investiert werden, als z. B. in die nach einer Aushilfskraft.

Nicht alle Branchen sind gleich. Marketing-Mitarbeiter* lassen sich leichter finden als Ingenieure für Raketentechnik. Qualifizierte Kandidaten sind in manchen Branchen Mangelware, während sich in anderen Bereichen hunderte Bewerber um eine Stelle prügeln. 

Momentan wird beispielsweise in der IT oder in der Pflege händeringend gesucht, während es wenige Kandidaten mit der passenden Qualifikation gibt. Das macht die Suche natürlich teurer.

Meist werden Stellenanzeigen mindestens für 30 Tage ausgeschrieben. Die Minimal-Laufzeit ist natürlich am günstigsten, oft reicht sie aber nicht aus, um eine Vakanz tatsächlich zu besetzen. Dann immer wieder nachzubuchen geht ins Geld, deshalb empfehlen wir in den meisten Fällen gleiche eine Anzeigenlaufzeit von 60 Tagen zu buchen (denn die ist günstiger als 2 x 30).

Natürlich gibt es auch Stellen, die im Grunde das ganze Jahr über ausgeschrieben werden. In dem Fall kann man auch dauerhaft schalten, wodurch sich der Preis noch einmal anders kalkuliert.

Auch mit einer höheren Abnahmemenge kann man (wie fast überall) günstigere Konditionen erzielen, als bei einzelnen Stellenausschreibungen. Das gilt vor allem, wenn Du über eine Personalagentur buchst, da diese oft große Kontingente zu kleinen Preisen kaufen können.

Klar: Jeder möchte nur so viel investieren, wie unbedingt nötig.

Viele machen dabei den Fehler, anfangs mit Mini-Budgets auf zwielichtigen Plattformen herumzugeistern und viel auszuprobieren, statt erst einen richtigen Plan zu machen. Erfahrungsgemäß legt hinterher drauf, wer anfangs zu sehr knausert.

Wenn man sich das Ziel vor Augen führt, überlegt, wie lange man warten kann und, was eine unbesetzte Stelle das Unternehmen kostet, sind meist selbst 2.000 € noch ein moderater Preis für eine Einstellung.

Kostenfrei inserieren?

Die Aufgabe jeder Online-Plattform ist: Viele Menschen erreichen. Ihre Reichweite erzielen die Websites oft dadurch, dass sie mit Werbemaßnahmen in ihre Bekanntheit investieren und auch indem sie den Traffic auf anderen Kanälen einkaufen. Beides hat seinen Preis. Und genau deswegen sind kostenfreie Angebote dann auch leider gerne mal umsonst. „Für nix gibt es nix“, bewahrheitet sich in der Regel auch hier.

Ein anderer Grund, warum Du eventuell gratis inserieren darfst, ist manchmal, dass die Plattform Dich mit einem einmaligen Deal anlocken will, um später doch versteckte Kosten aufzudecken oder kostenpflichtige Inserate zu verkaufen. Fazit ist: In der Personalsuche gibt es nichts umsonst.

Mit oder ohne Agentur?

Selbst schalten oder über eine Personalmarketing-Agentur buchen?  Zeit- und Stress-Ersparnis sind häufige Argumente für Agenturen, aber in Wirklichkeit sind es auch andere Faktoren, die hier den Kohl fett machen. Agenturen…

… bekommen Mengenrabatt von den Plattformen.
… machen Monitoring und Auswertungen.
… sind auf dem neuesten Stand über Rechtslage und Marktgeschehen.
… haben eine Außenperspektive auf Deine Bilder und Texte.
… nutzen spezialisierte Software und Technologien.
… haben Erfahrung mit der Kandidatensuche für viele Job-Typen und Branchen.

Im Tausch gegen diese Vorteile gibt man natürlich immer etwas Kontrolle auf. Wer nicht alles selbst macht, hat weniger Überblick, kann Vorgänge schwerer nachvollziehen und macht sich in gewisser Weise abhängig.  Ob es das wert ist, muss jeder Personaler* selbst entscheiden.

Die Schaltung ist nicht alles

Tipp: Was kann ich tun, um meine Schaltung zusätzlich zu unterstützen?

Eine Anzeigenschaltung bringt Reichweite – die Zielgruppe wird auf mein Angebot aufmerksam. Das ist zwar ein guter Anfang, ob es zu einer Bewerbung kommt, hängt aber wesentlich von eben jenem Angebot ab. Ein schlechtes Firmenimage, keine Benefits, abschreckend formulierte Stellenanzeigen, unrealistische Ansprüche an Kandidaten – all das sind die Bewerbungskiller, die unser sorgsam investiertes Budget zu Nichte machen.

Das hebt dann auch die Schaltungskosten an, weil man häufiger und teurer ausschreiben muss. Andersherum betrachtet kann ich bei der Anzeigenschaltung sparen, wenn ich mich vorher um meine Anzeige, Inhalte und Werte kümmere.

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