The Great Resignation: Kommt eine historische Kündigungswelle?

Immer weniger Arbeitnehmende fühlen sich bei ihrem Unternehmen noch zuhause. Experten prognostizieren deshalb eine Rekord­kündigungs­welle. Das hat zwei Auswirkungen auf Dich als Recruiter*in. Falls Du derzeit selbst auf der Suche nach Mitarbeitenden bist, könnte das DIE Chance sein, offene Vakanzen zu besetzen. Allerdings solltest Du auch Maßnahmen zur Mitarbeiter­bindung treffen. Damit Dein Betrieb nicht selbst von dem Abwanderungsphänomen betroffen ist, das Fachleute als „The Great Resignation“ bezeichnen. Denn dann wäre nichts gewonnen.
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Die Great Resignation in Zahlen

Noch nie war die Wechselwilligkeit deutscher Arbeitnehmender höher. Etwa 25 Prozent der Angestellten befinden sich derzeit aktiv auf Jobsuche. Ein Rekordwert! Es kommt aber noch dicker. Insgesamt hegen 42 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten drei Jahre Wechselabsichten. Fast jede oder jeder Zweite also. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Gallup. Setzt sich damit in Deutschland eine Kündigungswelle fort, die im vergangenen Jahr bereits in Amerika zu beobachten war? Jenseits des großen Teichs haben im Jahr 2021 fast 69 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz an den Nagel gehängt. Für dieses Phänomen setzte sich die Bezeichnung „The Great Resignation“ durch.

Was war der Auslöser? Lag’s am Geld? Sollten Arbeitgebende in Deutschland noch schnell ihre Vergütungsstrukturen und Sozialleistungspläne aufstocken, um das Schlimmste abzuwenden? Ja, Gehalt und Sozialleistungen spielen bei den Jobwechslern durchaus eine Rolle: 64 Prozent der arbeitssuchenden US-Bürger gaben auf dem Höhepunkt der Great Resignation in Amerika an, dass der Wunsch nach einem besseren Gehalt ein gewisser Auslöser bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber gewesen sei.

Aber den schnöden Mammon aufzustocken, ist nicht das Allheilmittel für die Great Resignation. Zwei Drittel der Menschen, die im Jahr 2021 in den USA ihren Arbeitsplatz an den Nagel hängten, nannten noch weitere Faktoren, die ihnen deutlich wichtiger waren. Sie fühlten sich nicht mehr gut aufgehoben an ihrem Arbeitsplatz und nicht mehr genug wertgeschätzt. Andere klagten über eine schlechtere Work-Life-Balance, gestiegenen Stress und längere Arbeitszeiten.

Was ist der Grund für die Great Resignation in Deutschland?

Das deckt sich mit den Aussagen deutscher Arbeitnehmender, die gerade in Begriff sind, ihren Hut zu nehmen. Nicht nur, dass sie sich in der Coronazeit von ihrem Arbeitgeber regelrecht im Stich gelassen gefühlt haben. Mehr als jede*r Dritte*r fühlt sich inzwischen ausgebrannt und will einfach nur noch weg. Die Burn-out-Quote unter Arbeitnehmenden ist laut der Gallup-Untersuchung binnen eines Jahres von 26 auf 35 Prozent gestiegen, also um fast neun Zählerpunkte. Das ist immens.

Woran liegt das? Eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt: Die vergangenen 24 Monate haben bei vielen Arbeitnehmenden kräftig an den Nerven gezehrt und der Frust darüber bricht sich jetzt Bahn. Der plötzliche Wechsel ins Homeoffice war für viele gewiss ein Segen. Sie freuten sich über ein Plus an Flexibilität. Aber für jede*n Dritte*n entpuppte sich Remote-Work als Fluch. Gerade in Jobs mit Verantwortung stiegen die Probleme, Job und Alltag voneinander zu trennen.

Wenn Arbeit zum Dauerthema wird

Die Krux an der dauerhaften Arbeit in den eigenen vier Wänden: Die Arbeit ist immer präsent und griffbereit. Hier am Abend nochmal die Mail aus Übersee gecheckt, da am Wochenende noch eine Präsentation finalisiert – was sich anfangs noch gut anfühlte, artete irgendwann in Dauerstress aus. Hinzu kam die andauernde Angst vor einem tödlichen Virus und die Sorge, dass sich vulnerable Familienangehörige anstecken könnten oder man sich selbst. Das alles nagte über Monate an der Psyche. Kein Wunder, dass sich so viele Menschen jetzt müde, lethargisch, kraftlos und ausgebrannt fühlen und raus aus dem Hamsterrad wollen.

Der Rückschluss, den sie aus all dem ziehen: Ein Jobwechsel vertreibt Kummer und Sorgen. Ob diese Einschätzung so immer richtig ist, sei einmal dahin gestellt. Immerhin wurden alle Unternehmen gleichermaßen von der Coronapandemie überrascht und hatten wenig Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. In den meisten Betrieben fühlten sich Arbeitnehmende wegen des Wechsels auf Remote-Work von einem Tag auf den anderen abgeschnitten von Kollegen und ihrem gewohnten Arbeitsalltag. Daher ist die allgemeine Wechselwilligkeit ja jetzt auch überall so hoch. Aber nun ist die Idee, dass ein Jobwechsel alle Probleme lösen könnte, in den Köpfen der Arbeitnehmenden. Und da dürfte er nur schwer wieder herausbekommen sein.

Wie Du auf die Great Resignation reagieren solltest

Du als Personalverantwortliche*r solltest solche Gedanken in Deiner Mitarbeiterschaft daher in jedem Fall ernst nehmen und Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung ergreifen, um einer großen Kündigungswelle in Deinem Unternehmen vorzubeugen. Was ausgebrannte Arbeitnehmende jetzt wollen, ist vor allen Dingen eines: Verständnis und ein offenes Ohr. 58 Prozent der Mitarbeitenden sind bereit, ihre psychischen Probleme mit ihrem oder ihrer Vorgesetzten zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Das ist der Schlüssel, Arbeitnehmende wieder von Deinem Unternehmen zu überzeugen und sie wieder an Bord zu holen. Schule die Führungskräfte Deines Betriebs, die größtmögliche Offenheit und Sensibilität gegenüber Mitarbeitenden an den Tag zu legen. Es geht darum, ernsthaft zuzuhören und Wege zu finden, die Situation zu verbessern. Vorgesetzte sollten ausgezehrte Kolleginnen und Kolleginnen auf keinen Fall mit leeren Floskeln abspeisen. Ein noch so gut gemeintes „das wird schon wieder“ und ein Schulterklopfen sind nicht genug. Bietet stattdessen Coaching an, psychologische Betreuung, eine Reduktion der Arbeitszeit, eine Auszeit mit einem Kuraufenthalt – es gibt viele Möglichkeiten.

Überdenke Deine Recruiting-Strategie

Es gibt noch einen zweiten Aspekt, der Deine HR-Arbeit jetzt prägen sollte. Bereite Dich auf einen Arbeitsmarkt vor, in dem mehr Personen denn je über einen Jobwechsel nachdenken. Darunter befinden sich Top-Leute. Viele suchen noch nicht aktiv auf einer Stellenbörse nach einem neuen Job. Und dennoch kannst Du sie schon jetzt erreichen – und zwar noch bevor es der Wettbewerb tut. Unser Tipp: Nutze moderne Technologien, mit denen Du Deine Stellenanzeigen überall gleichzeitig im ganzen Netz verteilen und mit denen Du auch nicht aktiv Suchende ansprechen kannst. Auf Facebook, Google, Instagram und zig weiteren Portalen und Kanälen im Netz kannst Du Deine Jobinserate automatisch so ausspielen lassen, dass sie zuverlässig Deine Zielgruppe erreichen. Das Ganze nennt sich Performance Job Marketing.

Du kennst das Prinzip wahrscheinlich bereits selbst. Und zwar von Online-Werbeanzeigen. Sie begegnen Dir im ganzen Netz auf verschiedensten Portalen und passen meist perfekt zu Deinen persönlichen Neigungen und Bedürfnissen. Und schon oft bist Du ihrem Bann erlegen. Diese Technik lässt sich auch perfekt für das Recruiting nutzen. Nur, dass latent Suchende eben keine Werbung für die neueste Jeans mit der optimalen Passform angezeigt bekommen, sondern eine Stellenanzeige, die sie vom Fleck weg begeistert. Wer würde da nicht auf den Bewerben-Button klicken?

Du weißt nicht, wie Du die Vorzüges des Performance Job Marketings in Deinem Recruiting umsetzen kannst? Kein Problem. Dafür gibt’s ja uns. Wir beraten Dich gerne!

Bildquelle: Anne Nygard | unsplash.com; Emiliano Arano| pexels.com

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