Targeting: Kandidaten passgenau erreichen

Du willst nicht, dass jeder Deine Stellenanzeige liest, denn nur die Wenigsten sind tatsächlich qualifiziert für die offene Stelle. Dem Targeting sei Dank, dass Du diese Streuverluste nicht mehr hinnehmen musst. Aber Moment mal – was ist denn das nun schon wieder? Wir erklären’s Dir.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Bisher: Kandidatenansprache per Zufall

Früher erreichten Stellenangebote Kandidaten eher zufällig. Nämlich dann, wenn der richtige Kandidat am richtigen Tag die richtige Zeitung öffnete. Der Streuverlust war entsprechend hoch. Meist nicht weiter schlimm! Kandidaten gab es sowieso zuhauf und Briefkästen quollen über vor Bewerbungsmappen. Bei besonders begehrten Arbeitgebern sogar wäschekörbeweise.

Es herrschte Rekordarbeitslosigkeit und viele Arbeitnehmer bewarben sich auf gut Glück bei allen möglichen Unternehmen. Wer aber hochspezialisierte Experten suchte, kam schon damals ins Schwitzen. Denn von einem zielgerichteten Recruiting konnte nicht die Rede sein. Inzwischen befinden sich die meisten Arbeitgeber im Schwitzkasten. So ziemlich jeder sucht händeringend nach Mitarbeitern.

Was ist Targeting?

Und keiner kann sich mehr erlauben, an der Zielgruppe vorbeizureden. Auch Du nicht. Musst Du auch gar nicht. Wofür gibt es schließlich Targeting?  Dahinter steckt ein Algorithmus, der dafür sorgt, dass Deine Online-Stellenanzeige Deine Wunschkandidaten im WWW passgenau erreicht. Nicht irgendwen, nicht Pi mal Daumen, sondern wie die Faust aufs Auge.

Also gut: Offen gestanden basiert Targeting auf Tonnen an Programmcodes, intelligenten Programmiertechniken und Big Data Analysen, die ständig verfeinert werden. Für Dich als Anwender ist das Ganze aber völlig entspannt und einfach zu steuern. Du findest mit dem richtigen Tool quasi auf Knopfdruck passende Talente.

Wie funktioniert Targeting?

Das liegt daran, dass die Künstliche Intelligenz (KI), die in den entsprechenden Tools verbaut ist, ganz genau weiß, wo und wann sich Deine Zielgruppe im Netz aufhält, für was sie sich interessiert, wie sie sich online verhält und vieles mehr.

Woher? Nun, all diese Informationen liegen frei verfügbar im Netz vor. Wir alle hinterlassen beim Surfen unsere digitalen Footprints, wenn wir uns auf Online-Medien bewegen, die uns interessieren, wenn wir online shoppen, uns in Communitys und sozialen Netzwerken äußern und, und, und. All diese Daten lagen lange Zeit unstrukturiert vor. Nun gibt es Technologien, die diese bündeln und daraus ein sehr, sehr, sehr genaues Nutzer-Profil von jedem einzelnen von uns erstellen können.

Targeting einer Pflegekraft mit Merkmalen wo sie sich überall im Internet aufhält

Bewerber-Targeting und Datenschutz

Das mag man jetzt gut oder weniger gut finden. Fakt ist: So lange wir diese Daten öffentlich hinterlassen, können sie völlig datenschutzverträglich zusammengetragen und analysiert werden. Nur an verschlüsselte oder passwortgeschützte Infos darf die KI nicht ran. Und davon profitierst Du letztlich als Recruiter. Immerhin liefert Dir die moderne Technik Kandidaten sozusagen auf dem Silbertablett.

So geht’s: Du entwirfst wie gewohnt eine Stellenanzeige. Zum Beispiel für einen Facebook- oder Instagram-Post. Dafür brauchst Du ein nettes Bild, eine passende Ansprache und den Link zur Stellenanzeige, auf die Du verlinken willst. Übrigens lässt sich Deine Stellenanzeige auch auf Google schalten. Hierfür ist lediglich eine Überschrift, ein Link und ein dreizeiliger Text nötig. Die Informationen können nun über die sozialen Netzwerke und auf Google als „Sponsored Posts“ ausgespielt werden.

So zum Beispiel:

Nicht irgendwen ansprechen

Aber nicht an irgendwen, sondern ganz genau an die Kandidaten, die Du erreichen willst. Dazu legst Du fest, welche Personengruppe angesprochen werden soll, in welcher Region, welche Berufserfahrung vorhanden sein soll, welche Skills und noch viel mehr. Entweder in jedem einzelnen Portal. Oder noch einfacher in einem einheitlichen Tool, in dem Du alle Parameter für die Streuung Deiner Stellenanzeigen in Google, Facebook, Insta und Co gleichzeitig festlegen kannst.

Die KI des Tools gleicht im nächsten Schritt ab, welche Profile am besten zu den Suchkriterien passen. Jeder Perfect Match bekommt die Anzeige nun entweder in der Timeline seines Insta- oder Facebook-Profils oder in Google angezeigt – entweder exakt passend zum eigenen persönlichen Online-Profil oder zu den Keywords, nach denen er in Google gesucht hat. Das ist Targeting.

Vorteile des Targeting von Talenten

Auf den unterschiedlichen Portalen kannst Du völlig verschiedene Zielgruppen ansprechen. Während der Software-Entwickler etwa auf Stack Overflow, Youtube oder LinkedIn zu finden ist, erreichst Du Deinen künftigen Marketing-Manager eher auf Facebook, Insta oder Pinterest, denn hier tummeln sich die Kreativen. Die KI sagt Dir ganz genau, welches Netzwerk zu Deinen Suchkriterien passt und wie viele Personen zu Deinen Suchkriterien passen.

Soweit, schon mal so gut, oder? Jetzt kommt aber der eigentliche Knaller, den viele Experten hauptsächlich mit Targeting verbinden. Während Du mit der Schaltung Deiner Stellenanzeige auf klassischen Jobbörsen nur Kandidaten ansprichst, die dort aktiv nach einem Job suchen, zielen Targeting-Algorithmen auch auf die wachsende Schar passiver Kandidaten ab.

Das Ass im Ärmel: Passive Kandidaten

Das sind Talente, die latent offen für einen neuen Karriereschritt sind, aber nicht von sich aus nach passenden Angeboten suchen. „Stolpern“ diese Kandidaten in einem sozialen Netzwerk aber über eine Stellenanzeige, die exakt zu ihnen passt, werden sie nicht lange fackeln und sich bewerben.

Der Hintergrund ist: Auf Facebook, Instagram und Co. werden Anzeigen an alle Talente ausgespielt, die zum festgelegten Profil passen – völlig egal, ob sie irgendwo angegeben haben, aktiv auf Jobsuche zu sein oder nicht. So erreichst Du auch die passiven unter den Jobsuchenden.

Warum gerade das ein Ass im Recruiting-Ärmel ist? Nun: 96,8 Prozent aller Arbeitnehmer befinden sich derzeit in einer festen Anstellung. Da reicht es nicht mehr, auf die wenigen zuzugehen, die sich gerade aktiv auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Gerade in hochspezialisierten Bereichen musst Du auch an die herantreten, die sich in Lohn und Brot befinden und ihnen zeigen: Andere Arbeitgeber haben auch schöne Jobs.

Targeting-Arten im Überblick

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wonach man passende Kandidaten targetieren kann:

Hier eine Übersicht der wichtigsten Targeting-Arten für Recruiter

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