Gesundheitsmanagement: Arbeiten sich Deine Mitarbeiter noch kaputt?

Das Gesundheitsbewusstsein von Mitarbeitern ist in den letzten Jahren immens gestiegen. Und durch Corona hat das Thema nochmal einen regelrechten Boost erfahren. Seitdem steht das Betriebliche Gesundheitsmanagement erst recht an erster Stelle, wenn sich junge Jobsuchende über einen Arbeitgeber informieren. Dabei kommt es Ihnen aber bestimmt nicht nur auf Hygienemaßnahmen oder die jährliche Grippeimpfung an, sondern auf ein ganzheitliches Angebot.  Wir sagen Dir, was besonders hoch im Kurs steht.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Betriebliches Gesundheitsmanagement -
warum es immer wichtiger wird

Generation Z
Quelle: Recruiting Trends 2020, Universität Bamberg

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) – ernsthaft? Vielleicht hast Du bis vor Kurzem auch so über dieses Thema gedacht. Bewerbern ging es ähnlich. Lange legten sie keinen allzu großen Wert darauf, ob sie nun in Stellenanzeigen auf die drei Buchstaben B G M stießen oder nicht. Das war definitiv kein ausschlaggebendes Attraktivitätsmerkmal für eine Bewerbung.

Das hat sich geändert. Und zwar massiv. Auslöser ist aber ausnahmsweise mal nicht die Coronapandemie. Schon vor der Krise legten mehr und mehr Bewerber Wert auf ein gutes Gesundheitsangebot in Betrieben – vor allem innerhalb der Generation Z, wie die Studie Recruiting Trends 2020 belegt, die vor dem Ausbruch der Pandemie erschienen ist. Laut dieser achten vor allem Kandidaten aus der Generation Z darauf, dass der Arbeitgeber in das Wohlbefinden und die Gesundheit seiner Mitarbeiter investiert.   

Warum jungen Arbeitnehmern Betriebliches Gesundheitsmanagement so wichtig ist

Die Generation Z geht eben anders mit ihrer Gesundheit um. Sie ernährt sich vorwiegend gesund und wenn sie krank ist, bleibt sie auch eher mal Zuhause. Das führt dazu, dass junge Beschäftigte statistisch gesehen doppelt so häufig fehlen. Krankenstandsdaten der Techniker Krankenkasse (TK) belegen, dass die jungen Beschäftigten zwar häufiger, dafür aber kürzer krankgeschrieben sind. 

Woran liegt das gesteigerte Körperbewusstsein? Nun, vielleicht haben jüngere Bewerber das ein oder andere Mal zu oft miterlebt, wie sich Mama oder Papa krank zur Arbeit geschleppt haben und was das mit ihnen gemacht hat. Viele haben sicher auch im näheren Umfeld den ein oder anderen Burnout miterlebt – eine zeitlang galt der ja fast schon als Must-Have in der Arbeitswelt: Cool war nur, wer bis zum Umfallen arbeitete.

Yoga

Gründe für das gestiegene Gesundheitsbewusstsein

Daraus scheint die GenZ ihre Konsequenzen gezogen zu haben. Sie hat kapiert: Dauernd im beruflichen Hamsterrad zu rennen, geht zu Lasten der Lebensqualität. Und auch der Arbeitgeber hat nichts davon, wenn Beschäftigte dauernd ihre Leistungsgrenzen überstrapazieren. Das Risiko für Fehler oder Unfälle steigt, während die Produktivität abnimmt und der Output sinkt. 

Umso wichtiger ist es, dass Du in Deinem Recruiting betonst: Bei uns arbeitet sich niemand kaputt! Kehre das ruhig in Deinen Kampagnen in den Sozialen Medien, in Deinen Stellenanzeigen und auf Deiner Karrierehomepage nach außen. Wir haben für Dich mal ein paar Wir-arbeiten-uns-nicht kaputt-Botschaften zusammengestellt, mit denen Du Bewerber vom Fleck weg für Dich begeisterst.

#1 Arbeitspensum und Arbeitsatmosphäre

Kennst Du diese typischen Szenen aus 90er-Jahre-Filmen, in denen der Chef seinem Mitarbeiter kurz vor Schluss einen Stapel Akten auf den Schreibtisch pfeffert – mit dem Hinweis: „Muss bis morgen fertig sein.“ Situationen wie diese sind für junge Bewerber einfach nur der blanke Horror.

Sie legen größten Wert auf ein angemessenes Arbeitspensum. Dazu ist es wichtig, dass Dein Unternehmen effektive Prozesse und Strukturen schafft und hochwertige Technik bereitstellt, damit IT-Abstürze und lange Ladezeiten nicht zum Standard gehören. Alles andere führt zu Verzögerungen und fördert Frust. Wichtig ist auch eine positive Arbeitsatmosphäre mit einer schicken und ergonomischen Einrichtung. Niemand will heute mehr in den grauen und lieblosen Büros von früher hocken. 

#2 Flexibilität und Work Life Balance

Was sich außerdem erheblich auf das Wohlbefinden deiner Mitarbeiter auswirkt: Ein Plus an Flexibilität. Keiner will mehr starr nine to five arbeiten, was ja dank Homeoffice und remote Work auch Gottseidank überhaupt nicht mehr nötig ist. Junge Bewerber bevorzugen es, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten. Sehr agile und junge Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern daher inzwischen frei, wo und wann sie arbeiten. Klar, zu Teammeetings oder wichtigen Besprechungen sollten sie anwesend sein – vor Ort oder per Videokonferenz. 

Den Rest teilen sie sich selbst ein und arbeiten dann, wenn es sich am besten mit dem Privatleben vereinbaren lässt oder die besten Ideen sprudeln. Gemessen wird nicht mehr die Arbeitszeit, sondern die Arbeitsleistung. Klingt in Deinen Augen ein wenig experimentell? Die Erfolge, die Firmen mit solchen Arbeitsweisen feiern, sprechen für sich! Mitarbeiter fallen seltener aus, sind motivierter und gesünder

#3 Sinnstiftung, Sinnstiftung und nochmal Sinnstiftung

Auch inhaltlich setzen jüngere Generationen andere Schwerpunkte. Sie wollen nicht mehr irgendwelche Arbeiten ohne Sinn und Verstand wie am Fließband abarbeiten. Sie suchen nach sinnstiftenden oder sinnvollen Tätigkeiten. Für die jüngeren Generationen muss ein „job more than work“ sein. Jeder Zweite hat in der Vergangenheit tatsächlich schon einmal seinen Arbeitsplatz gewechselt, um einen Job ausüben zu können, der mehr Erfüllung bringt und sinnstiftender ist. Das ist das Ergebnis einer Xing-Studie.

Sinnstiftung entsteht zum Beispiel, wenn junge Arbeitnehmer wissen, wofür sie tun, was sie tun. Dazu sollten sie transparent in die Pläne des Unternehmens eingebunden und animiert werden, diese kreativ voranzutreiben. Große Konzerne stellen ihren Mitarbeitern zum Beispiel 20 Prozent ihrer Arbeitszeit frei, die diese für die Entwicklung neuer Ideen nutzen. That rocks. Sinnstiftung empfinden Arbeitnehmer auch, wenn sie sich sozial engagieren. Überlege doch mal, ob Du nicht extra freie Tage für soziales Engagement gewähren solltest. Auch das zahlt direkt auf die Wohlfühlatmosphäre am Arbeitsplatz ein, reduziert Stress und stärkt die Leistungsfähigkeit und Gesundheit.

#4 Leistungen, die direkt auf die Gesundheit einzahlen

Aber natürlich honorieren es Talente auch, wenn sie merken, dass Du Dich als Arbeitgeber ganz direkt um ihre körperliche Gesundheit kümmerst. Hier mal ein paar Anregungen aus dem klassischen Betrieblichen Gesundheitsmanagement:

  • Regelmäßige Gesundheitschecks
  • Gesundes Mittagessen in der Kantine
  • Gesunde Snacks und Getränke für zwischendurch
  • Mitgliedschaftsbeiträge in Sportvereinen und Fitnessstudios übernehmen
  • Sport-Apps sponsern
  • Anschaffung von Fahrrad oder E-Bike bezuschussen
  • Ergonomischen Arbeitsplatz bereitstellen
  • Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten einführen
  • Programme zur Stressbewältigung

Betriebliches Gesundheitsmanagement nimmt den ganzen Menschen in den Blick

Fazit: Betriebliches Gesundheitsmanagement ist im Digitalzeitalter mehr, als ab und an einen Gesundheitscheck anzubieten. Es nimmt die Bedürfnisse der Mitarbeiter ganzheitlich in den Blick – angefangen mit den perfekten Arbeitsbedingungen über die richtige Arbeitsatmosphäre bis hin zu Sportangeboten. Auf der Haben-Seite stehen dann motivierte, ausgeruhte und ausgeglichene Mitarbeiter mit einer unglaublichen Performance. Und diese sind unbezahlbar, findest Du nicht auch? 

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Bildquelle: www.pexels.de / Pixabay;  www.pexels.de / Elly Fairytale

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