Die Generation Y in der Arbeitswelt –darauf müssen sich Arbeitgeber gefasst machen

Obwohl sich jeder Mensch unterschiedlich, mit einer ganz eigenen Persönlichkeit entwickelt, so lässt sich die Gesellschaft dennoch in Generationen einteilen, die sich immer wieder – bewusst oder auch unbewusst – voneinander abgrenzen und unterschiedlich ticken. So auch die Generation Y, die sogenannten Millennials, die mit ihrer häufigen Frage nach dem „Warum?“, die Arbeitswelt aufmischen.

Yannika Lietz
Yannika Lietz
Als Bachelor of Arts in Media Management ist Yannika Expertin für Social Media Kommunikation und moderne Recruiting-Strategien.

Aber fangen wir von vorne an: Das Ypsilon in „Generation Y“ ist nicht nur die logische Folge auf die Bezeichnung der vorangegangene Generation X, sondern steht sinnbildlich auch für den hinterfragenden Charakter, der dieser Generation nachgesagt wird. Denn Y wir im Englischen „why“ ausgesprochen, was zu Deutsch „warum“ bedeutet. Vor allem in der Arbeitswelt haben die Millennials den Ruf, alles Traditionelle konsequent anzuzweifeln und verändern zu wollen. Trotz allem spielen sie eine sehr wichtige Rolle auf dem Arbeitsmarkt, da sie mittlerweile den Großteil aller Bewerber* und einen ebenso großen Teil der sich schon in Anstellung befindenden Mitarbeiter* ausmachen.

Wenn mehrere Generation im Berufsalltag aufeinander treffen, kommt es nicht selten zu Konflikten auf der Arbeit. Besonders für Recruiter und Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, wie Du diese Konflikte aus der Welt schaffen kannst. Deswegen kommen hier ein paar wichtige Tipps für Dich:

Wer zählt denn alles zur Generation Y?

Zur Generation Y, abgekürzt auch als Gen Y bezeichnet, zählen all diejenigen, die ca. zwischen 1980 und 1999 geboren wurden. Allerdings ist eine genaue Eingrenzung wie bei allen Generationen schwer festzulegen, da die Expertenmeinungen hier auseinander gehen. Häufig werden die zur Gen Y zählenden Personen auch als Millennials bezeichnet, da ihr Geburtstag um die Jahrtausendwende herum liegt. 

Grundsätzlich unterscheiden sie sich allein schon dadurch von ihren Vorgängern, dass sie als erster Jahrgang mit der digitalen Technik aufgewachsen sind und als sogenannte Digital Natives, die den Internetboom miterlebt haben, sicher und selbstverständlich mit dieser umgehen können. Die veränderten Erwartungen der Generation sind daher nicht zuletzt auch auf die immer weiter voranschreitende Digitalisierung zu schieben. 

Daneben zeichnet sich die Generation durch ein sehr hohes Bildungsniveau aus: ein Großteil von ihnen kann einen akademischen Hintergrund vorweisen. Deshalb werden die Ypsiloner oft auch als High Potentials bezeichnet und sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt.

Die Millenials auf einen Blick

Illustrierter Mann
  • Geprägt durch: Internetboom, Digitalisierung, Globalisierung
  • Bildung:  erhöhtes Bildungsniveau, oft akademischer Abschluss
  • Einstellung: Privates und Arbeit verbinden, solange die Arbeit Spaß macht
  • Auszeichnung: hohe Anforderungen an den Arbeitgeber (Arbeitszeiten, Bürogestaltung, …), offen für Neues
  • Arbeitsweise: frischer Wind, kreativ, loslassen von gewohnten Strukturen
  • Bevorzugtes Kommunikationsmittel: Smartphone
  • Top 3 Motivatoren: Gehalt; berufliche Herausforderung; Möglichkeit, seine Leidenschaft zu verfolgen
  • Ziel: Spaß an der Arbeit, Erfüllungsgefühl

Was erwartet die Generation Y von ihrem Arbeitgeber?

Wie bereits angesprochen ist die Generation Y von Natur aus sehr neugierig und hinterfragt Althergebrachtes. Dieses Merkmal kannst Du auch in der Arbeitswelt beobachten. So stellen die Millennials oft Hierarchien in Frage und streben stattdessen nach Selbstbestimmung

Die Gen Y will selbst denken, eigenständig handeln, ihre Tätigkeit mobil und mit flexiblen Arbeitszeiten ausführen. Dass ihr Arbeitgeber ihnen eine ausgeglichene Work-Life-Balance bieten kann, ist für sie von großer Bedeutung. Generell hat die Arbeit zwar einen hohen Stellenwert im Leben der Generation Y, dennoch hat sie nicht mehr oberste Priorität, wie es noch bei früheren Generationen war.

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der Arbeitnehmer finden es schwierig,
Privat- und Berufsleben zu vereinbaren
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davon sind Millenials bzw. gehören zur Generation Y

 

Die Millenials erwarten Vorgesetzte mit guten Führungsqualitäten und ein kontinuierliches Feedback zu ihrer Arbeit. Ein gutes Betriebsklima sowie eine zur eigenen Persönlichkeit passende Unternehmenskultur sind wichtige Kriterien für die Ypsiloner, damit sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Dabei schätzen sie Arbeitgeber, die Gemeinschaft und Teamwork fördern, ebenso, wie transparente Kommunikation und gute soziale Beziehungen mit den Kollegen.

Die Angehörigen der Generation Y sind sehr leistungs- und erfolgsorientiert. Daher sind Themen wie Weiterbildungsmöglichkeiten besonders interessant für sie. Dennoch gilt das Motto: „Work smart, not hard“. So möchten sie, dass ihr Arbeitgeber ihre Leistung nicht nach erbrachter Arbeitszeit, sondern nach den Ergebnissen ihrer Arbeit beurteilt.

Von großer Bedeutung ist für viele Arbeitstätige der Gen Y auch die Familiengründung. Aus diesem Grund sind Familienfreundlichkeit und entsprechende Arbeitsbedingungen des Unternehmens ein wichtiger Aspekt für sie, wenn es um die Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers geht. Hier zählen neben flexiblen Arbeitszeiten auch das Angebot eines Home-Office oder sogar ein unternehmenseigener Kindergarten. Wird dies von Deinem Unternehmen angeboten, so rückst Du mit großer Wahrscheinlichkeit in die engere Auswahl bei der Suche nach dem Traum-Arbeitgeber.

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aller Millenials wünschen sich flexible Arbeitszeiten

Generell kommen bei den zwischen 1980 und 2000 Geborenen solche „Benefits“ gut an. Das können beispielsweise auch Mitarbeiterrabatte, Sport- und Gesundheitsangebote, Fahrtkostenzuschüsse oder auch ein Firmenwagen sein. Dies ist nicht nur bei Deinen Bewerbern gern gesehen, sondern trägt auch nach erfolgreicher Einstellung maßgeblich zur Mitarbeiterzufriedenheit, zur Arbeitsmotivation und zur Loyalität Dir als Arbeitgeber gegenüber bei.

Wie sich die Generation Y ihren Berufsalltag vorstellt

Laut der World-of-Work Studie des Karriereportals „Monster“ lässt sich im Vergleich zu den älteren Generationen ein deutlich stärkeres Selbstbewusstsein unter den Arbeitnehmern der Generation Y feststellen. So haben sie im Gegensatz zu den vorherigen Generationen eine ganz klare Vorstellung davon, wie sich ihr Berufsalltag gestalten soll, und welche Karriere sie verfolgen möchten. 

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der Gen Y wissen ganz genau,
in welchem Job sie Karriere machen wollen

 

Warum das so ist, lässt sich durch den Fachkräftemangel erklären: Mussten die älteren Generationen früher noch bangen und hoffen, dass die Rückmeldung auf ihre Bewerbung positiv ausfällt, so haben die Ypsiloner diese Sorge kaum noch. Denn aus dem einstigen Arbeitgebermarkt ist durch den demografischen Wandel mittlerweile ein Arbeitnehmermarkt geworden. Es gibt es mehr freie Stellen, als Nachwuchskräfte für sie existieren, wodurch die Gen Y seit Jahrzehnten wieder die erste Generation ist, die weitgehend frei aus verschiedenen Jobangeboten wählen kann, da die Nachfrage nach ihnen so hoch ist. 

Unternehmen befinden sich aus diesem Grund im sogenannten War for Talents um die besten Kandidaten und müssen zunehmend an die Wünsche der jungen High Potentials eingehen, um sie für sich zu gewinnen. Dessen ist sich die Generation Y auch selbst bewusst, weshalb sie es sich herausnimmt, hohe Ansprüche an die Arbeitsbedingungen und ihren Berufsalltag zu stellen.

Dazu kommt, dass sich unsere Weltanschauung stetig verändert und die Gesellschaft heute andere Werte vertritt, als noch vor einigen Jahrzehnten. So sind die Millennials beispielsweise in einem stark paritätisch geprägten Familienmodell aufgewachsen, wodurch die Gleichberechtigung von Männern und Frauen für sie eine Selbstverständlichkeit ist, die sie auch in der Arbeitswelt einfordern. Sie sind es gewohnt, ein Mitspracherecht zu haben und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, statt sich von jemandem etwas diktieren zu lassen. Sie wollen daher auch im Berufsleben mit entscheiden und stellen eine autoritäre Personalführung sowie starre Hierarchien in Frage.

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Exkurs | Oft sind Millenials aber nicht glücklich auf der Arbeit, selbst wenn all die oben genannten Prioritäten stimmen. Warum? Laut Unternehmensberater Simon O. Sinek hat diese Generation in der Arbeitswelt eine besonders schwere Ausgangslage. Er ist überzeugt, dass Unternehmen nun helfen müssen, indem sie den gesamten Menschen sehen, statt nur eine Momentaufnahme.

 

Bei der Ausführung ihres Jobs ist es den Millennials besonders wichtig, dass ihre Arbeit einen Sinn hat, Abwechslung bietet und ihnen Freude bereitet. Sehen sie keine Sinnhaftigkeit in der Tätigkeit, so kommt eine Bewerbung gar nicht erst in Frage. Denn diese ist ihnen viel wichtiger als beispielsweise ein hohes Einkommen, worauf die vorigen Generationen noch das stärkste Gewicht gelegt haben. Zwar wollen auch sie ein anständiges Einkommen, generell sind intrinsische Motivatoren aber die absolut wichtigste Arbeitsmotivation für die Generation Y, allen voran Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung.

Als erste Generation, die zu den Digital Natives gezählt wird, ist das Internet und das ständige Miteinander-vernetzt-Sein eine Selbstverständlichkeit für die Ypsiloner. Da die digitalen Medien für sie ein fester Bestandteil ihres Alltags sind, setzen sie deren Nutzung auch am Arbeitsplatz voraus. Außerdem soll ihre Arbeit genauso flexibel und mobil sein, wie ihr privates Leben. Dementsprechend wünschen sie sich auch, Berufs- un Privatleben nicht strickt voneinander abgrenzen zu müssen. Stattdessen wollen sie eine Art Verschmelzung (Work-Life-Blend) der beiden Lebenswelten: Die Arbeit unterbrechen zu können, sollte privat etwas Wichtiges anstehen und dafür die Arbeit auch gerne in der Freizeit nachholen, am Wochenende oder auch Abends nach Feierabend.

Du siehst also, die Wünsche und Anforderungen der Generation Y sind anders, als die von den vorangegangenen Generationen. Um Dich im War for Talents um die High Potentials behaupten zu können, solltest Du also unbedingt darauf achten, deren Vorstellungen vom Arbeitsleben gerecht zu werden!

So kannst Du als Personaler reagieren, wenn es Generationen­konflikte auf der Arbeit gibt.
Illustrierter älterer Mann
Illustrierte Frau
Illustrierte junge Frau
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