Fort- und Weiterbildungen: Digitale Perso­nal­entwicklung für Dein Unternehmen

Vollzeit am Schreibtisch im Büro, starre Arbeitszeiten und Arbeitsmethoden, die alles, aber nicht flexibel sind: Das war gestern! Heute gilt das „New Normal“: Digitale Arbeits­umgebungen, Hybrid Work und agiles Arbeiten. 
Warum scheitern aber trotzdem so viele Maßnahmen zur Personalentwicklung? Warum sinkt das Engagement der Mitarbeitenden, diese anzunehmen? Antworten auf diese Fragen und Tipps für eine erfolgreiche digitale Personalentwicklung bekommst Du in unserem Artikel.

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Warum digitale Personalentwicklung?

„In Hamburg findet ein dreitätiges Seminar statt, Sie fahren Sonntag Abend!“ Klingt seltsam? Ist es mittlerweile auch. Nicht nur in Sachen Klimaschutz – für einen Vortrag muss nun wirklich niemand mehr das Haus verlassen. Nahezu alles geht in unserer digitalen Welt online: „Höher, schneller, weiter“ ist das Motto. Dies birgt allerdings auch gewisses Risiko. Was heute noch eine Innovation ist, kann in einem Monat schon veraltet sein. Damit ist nicht nur die Weiterentwicklung von Produkten gemeint, sondern auch etwas unsichtbarere Aufgaben wie das Anwenderwissen, die interne und externe Kommunikation, das Know-how im Recruiting – und eben auch die Weiterentwicklung von Personal. Die Digitalisierung verlangt uns allen eine gewisse Flexibilität ab und bestimmt einen Wandel in der Kommunikation – weg von analog, hin zu online. Möchte ein Unternehmen in Sachen Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter*innen vorne mit dabei sein, sollte es auf möglichst passgenaue und digitale Personalentwicklungs­maßnahmen setzen.

Angebote werden oft nicht angenommen

Digitale Personalentwicklungsmaßnahmen sind eine gute Sache und bringen Teams sowie das Unternehmen voran. Doch warum werden diese zwar häufig von Arbeit­gebern zur Verfügung gestellt, aber nicht so angenommen wie erhofft? Gründe können sein:
#1 Die Auswahl ist zu groß

Self-Learning, Live-Kurse, Fernstudiengänge – die Palette an beruflichen Weiter­bildungen ist groß. Doch welches Zertifikat ist nötig, welcher Weg ist der beste? Welche Fortbildung lohnt sich denn wirklich und welcher Anbieter hat das Passende im Gepäck? Oftmals fühlen sich Angestellte mit der Auswahl überfordert und allein gelassen. Unterstütze hier je nach Deinen Möglichkeiten, um interessante Angebote gemeinsam mit dem Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterin herauszusuchen.

#2 Ein zu hohes Arbeitsvolumen

Eine gute Auftragslage, das Unternehmen boomt. Wunderbar für alle, denn das bringt in den meisten Fällen Sicherheit für Deine Mitarbeiter*innen. Dennoch gibt es hier ein klitzekleines Problem: Wenn sowieso jede*r schon am Anschlag läuft, wie soll dann noch eine berufliche Weiterbildung in den Terminkalender passen? Zwischen all den To-Dos, Meetings und Gesprächen zwischen Geschäftspartnern und Kunden? Der Kopf ist voll und Neues zu lernen rutscht auf der Prioritätenliste eher nach unten statt nach oben.

#3 Die falschen Rahmenbedingungen

Der Vorteil digitaler Lerneinheiten liegt auf der Hand: Sie sind überall und zu jeder Zeit abrufbar. Was nach einer hohen Flexibilität klingt, bringt auch Herausforderungen mit sich:

Feste Zeiten sind quasi nicht einhaltbar. Die ständige Verfügbarkeit von digitalen Inhalten hat keine Verbindlichkeit inne. Theoretisch kann man sich jederzeit mit dem Thema beschäftigen – aber „später“. Prokrastination ahoi. Genau dies führt dazu, dass man sich nicht an Lerneinheiten bindet. Vor allem, wenn dafür kein Rahmen im Arbeitsalltag geschaffen wird. Gib den Angestellten also ein gewisses und vor allem realistisches (!) Zeitfenster, das sie pro Tag oder pro Woche zur Verfügung haben.

Sechs Tipps für Deine digitale Personalentwicklung

Kommen wir nochmals auf die interne Kommunikation zurück. Wenn Du digitale Fortbildungen anbieten möchtest, solltest Du nicht nur das Budget anschauen. Wie kannst Du also hybrides Lernen erfolgreich im Unternehmen etablieren?

Wir haben für Dich ein paar Fragen gesammelt, die Du Dir stellen solltest:

#1 Wer hat welches Bedürfnis?

Schulungen, die nur Basics oder Themen im Allgemeinen beinhalten, haben selten einen Mehrwert. Es können zwar so sehr viele Personen teilnehmen, aber von gewinnbringend kann man hier nicht wirklich sprechen. Zumindest nicht, wenn man sie für Angestellte anbietet, die schon länger im Unternehmen beschäftigt oder keine Quereinsteiger*innen sind. Sprich also mit Deinen Kollegen und Kolleginnen. Welche Wünsche haben sie? Hilf gegebenenfalls bei der Entscheidungsfindung. Wenn Ziele in Zusammenarbeit und auf Augenhöhe klar definiert werden, hat dies einen erheblichen positiven Einfluss auf die Lernbereitschaft und Motivation.

#2 Wie optimal sind die aktuellen Lernbedingungen?

Um an einer digitalen Lerneinheit teilzunehmen, benötigt man nicht nur die technischen Voraussetzungen – sondern auch den Rahmen, in dem die Fortbildung stattfinden soll. Kläre deshalb unbedingt die folgenden Punkte ab:

  • Steht ausreichend Hardware zur Verfügung und funktioniert diese auch reibungslos?
  • Ist die Internetverbindung stabil?
  • Wie viel Zeit nimmt die digitale Weiterbildung in Anspruch? Hier reicht auch Pi mal Daumen!
  • Kann die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter frei über die Zeit verfügen oder ist ein tägliches Zeitfenster eingeplant?
  • Wird eventuell erwartet, dass die Fortbildung in der Freizeit absolviert wird? Wie sieht es mit dem Überstundenausgleich aus?
#3 In welcher Form werden die Inhalte vermittelt? 

Man kann es sich nicht immer aussuchen, aber denke an Deine Schulzeit zurück: Vermittlung von Wissen schön und gut. Aber das darf auch ruhig Spaß machen. Nur wer interessiert bei der Sache ist, kann sich aktiv mit den Lerninhalten auseinandersetzen, sie verinnerlichen sowie anwenden. Wenige Dinge sind so eintönig wie der immer gleich Aufbau der Lerneinheiten (außer Unkrautrupfen vielleicht).

Achte deshalb bei der Auswahl nicht nur auf die Qualität der Inhalte, sondern auch auf Abwechlungsreichtum innerhalb des Lernangebots, beispielsweise Live-Sessions, Videos auf Abruf in unterschiedlicher Länge, Fragebögen etc. 

Die Lerneinheiten sollten außerdem intensiv begleitet werden. Die Übertragung der Verantwortung für einen Erfolg in Eigenregie ist nicht besonders aussichtsreich, sondern führt eher zu Frust bei den Lernenden.

#4 Sind die bestehenden Strukturen übersichtlich?

Im oberen Punkt haben wir bereits erwähnt, dass die digitale Personalentwicklung eine Begleitung benötigt. Eigenverantwortliches Lernen und Unterstützung (beispielsweise in Form eines Coachings) sollten in Balance sein. Schaffe deshalb eine klare Struktur zur besseren Übersicht und Orientierung. 

Wir haben hier ein paar Fragen für Dich, die Dir dabei helfen können, eine übersichtliche Lernumgebung zu schaffen:

  • Existieren feste Zeitpläne?
  • Sind die einzelnen Etappenziele klar benannt?
  • Wurden die einzelnen Lerninhalte klar definiert?
  • Haben die einzelnen Kursteilnehmer*innen untereinander Berührungspunkte? Falls nein, kannst Du dies beispielsweise durch Gruppen in Business-Netzwerken, das Intranet, Microsoft Teams, E-Mail-Verteiler etc. unterstützen. 
#5 Kannst Du eine bestehende soziale Struktur nutzen?

Wir Menschen waren noch nie Einzelgänger. Schon unsere Vorfahren in grauer Urzeit wussten die Sicherheit der Gruppe zu schätzen – in ihr finden wir ein Umfeld, in dem wir uns sicher bewegen können. Natürlich hat sich in den letzten Millionen Jahren doch so einiges verändert, der Wunsch nach einer Peer-Group ist dennoch weiterhin in uns verankert. 

Haben also mehrere Leute aus dem selbem Fachbereich oder sogar Team die Möglichkeit, sich zu einem bestimmten Thema weiterzubilden, unterstütze sie dabei! Das stärkt den Zusammenhalt und bietet einen aktiven Austausch über Lerninhalte und Fragestellungen.

#6 Kann oder muss ein Prozess angepasst werden?

Digitale Personalentwicklung? Klasse! Einfach anmelden, durchziehen, fertig. Kann man so machen, muss man aber nicht. Warum? Jedes System darf gerne hinterfragt werden. Hast Du (oder haben die teilnehmenden Mitarbeiter*innen) die technischen Möglichkeiten, Daten und Fortschritte während der Weiterbildungsmaßnahme zu analysieren und auszuwerten, sollten diese unbedingt genutzt werden. Selbst die teuerste Fortbildung bringt nichts, wenn die vermittelten Lerninhalte nicht zu den individuellen Zielen passen.

Hole Dir hierzu das Feedback der Teilnehmer*innen ein! Sind diese mit den Inhalten oder gar der Art der Wissensvermittlung unzufrieden, wird sich sehr wahrscheinlich nicht der gewünschte Erfolg einstellen.

Fazit: Qualität vor Quantität

Das Angebot digitaler Lerneinheiten im Rahmen der Personalentwicklung ist riesig. Jedes Unternehmen sollte daher gut recherchieren und das Passende für die Mitarbeitenden heraussuchen. Was für die eine Firma gut passt, kann für eine andere völlig wirkungslos bleiben. 
Nutze also die Chance, die sich hier für Dich ergibt: Gehe mit Deinen Kollegen und Kolleginnen ins Gespräch und sucht gemeinsam die beste Lösung für Eure digitale Personalentwicklung. 
Es wäre doch schade, würdet Ihr das Potenzial verstreichen lassen, oder?

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Bildquelle: pixabay | pexels.com; Marvin Meyer | unsplash.com

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