Mit Weisheit und Erfahrung: Babyboomer im Arbeitsmarkt

Auch, wenn ein Teil der Generation „Babyboomer“ schon in Rente ist – der andere Teil ist es noch nicht! Diese Gruppe sollten Arbeitgeber nicht unterschätzen, immerhin sind Babyboomer die erfahrensten Arbeitnehmer, die der Markt zu bieten hat.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Wer circa zwischen 1956 und 1965 geboren ist, wird als „Babyboomer“ bezeichnet. Eigentlich ein unpassender Begriff, Deutschland hat nämlich nach dem Krieg lange keinen so starken Anstiege in der Geburtenrate erlebt, wie andere Länder. Der eigentliche „Babyboom“ fand vor allem in den USA statt, die Deutschen desselben Jahrgangs haben den Titel sozusagen nur kollateral bekommen. Nun ja, aber jetzt heißen sie eben so.

Macher mit riesigem Erfahrungsschatz

Nach dem Krieg gab es so einiges zu tun! Deshalb sind Babyboomer generell „Anpacker„, die sich voll und ganz investieren, wenn es etwas zu tun gibt. Dazu kommt die Erfahrung des Wirtschaftswunders und des gesellschaftlichen Wandels, vorangetrieben von dieser Generation: Wiederaufbau, Gleichstellung der Frauen und viele andere große Projekte wurden von den Babyboomern getragen. Dadurch sind sie tendenziell optimistisch und haben einen guten Sinn für das Fortkommen des Unternehmens. Das Gefühl, mit ihrer Arbeit etwas bewirken zu können, ist der Antrieb, egal in welchem Beruf. Ganz anders als ihre Enkel, die im Grunde ständig auf Sinnsuche sind.

Für die meisten Babyboomer ist Arbeit eine große, wenn nicht sogar die größte, Priorität im Leben. Sie Leben, um zu arbeiten, und messen auch große Teile ihrer persönlichen Zufriedenheit am beruflichen Erfolg.

Das ist womöglich ein Grund, warum viele es gar nicht so eilig mit der Rente haben. Trotzdem, gerade im Hinblick auf die Digitalisierung der Recruiting-Prozesse, fällt es den Senior Talenten oft schwer, sich am Arbeitsmarkt geschickt zu bewegen. Plattformen wie WisR verschreiben sich deshalb explizit der Vermittlung dieser Arbeitnehmer. Als Unternehmen sollte man nicht unterschätzen, wie viel Erfahrung und Routine jemand einbringen kann, der oder die schon seit 40+ Jahren einem Beruf ausübt. Dieses Wissen ist Gold wert, wird aber gerne zugunsten jüngerer Bewerber übergangen.

Babyboomer auf einen Blick

Illustrierter älterer Mann
  • Geprägt durch: Krieg, Wirtschaftswunder
  • Bildung: solide Bildung
  • Einstellung: konservativ, Arbeit an erster Stelle, leben um zu arbeiten
  • Auszeichnung: viel Erfahrung, Routine, unflexibel, erfolgreich, liberal
  • Arbeitsweise: ehrgeizig, strukturiert, zuverlässig, Festhalten an gewohnten Strukturen, verschlossen für Neues, Digital Immigrants
  • Bevorzugtes Kommunikationsmittel: persönliche Gespräche
  • Top 3 Motivatoren: Krankenversicherung, kompetenter Chef, Gehalt
  • Ziel: Unternehmen voranbringen

Viele Generationen, ein Arbeitgeber. Da sind Schwierigkeiten abzusehen. Wir haben für Dich eine Übersicht zusammengestellt, welche Konflikte häufig vorkommen und wie Personaler* damit umgehen können.

Veränderung? Uff...

Dem Alter geschuldet vertragen sich die Ansichten von Babyboomern darüber, wie Arbeit organisiert und durchgeführt werden sollte, oft nicht mit denen der jüngeren Generationen. Diese Dissonanz geht so weit, dass der Nachwuchs sogar einen Hashtag „#okboomer“ etabliert hat, der Frustration über veraltete Ansichten ausdrückt – sowie über die Sturheit der Babyboomer, mit der sie ohne Argumente der Jüngeren überhaupt anzuhören auf ihrem Standpunkt beharren

Darüber, wer im Einzelfall im Recht ist, lässt sich natürlich streiten. In jedem Fall ist es jedoch schwer, Gewohnheiten und Ansichten, die jemand seit dutzenden von Jahren pflegt, noch zu ändern. Gerade Digitalisierungsprozessedynamischere Arbeitsweisen und Prioritätenwechsel sind deshalb für die Oldtimer der Industrie schwer verdaulich. Für den Arbeitgeber ist dabei die Challenge, einen Arbeitsplatz zu erhalten, in dem Babyboomer produktiv sind und sich wohlfühlen, ohne Innovation aufzuhalten.

Back to the Roots

All der neumodische Firlefanz, von Yoga-Pausen bis zu Tischkickern, spricht den traditionell veranlagten Babyboomer nicht wirklich an. Als Arbeitgeber sollte man aufpassen, deshalb die grundsätzlichen Bedürfnisse zu erfüllen: Gute Versicherung, solide Gehälter, stilvolle Büros. Babyboomer brauchen nicht den Sitzsack in der Ecke. Sie wünschen sich das glänzende Edelstahl-Schildchen mit ihrem Namen, an einem Einzelbüro mit tollem Ausblick. Status und Prestige sind in dieser Generation ein hohes Gut, das man sich durch harte Arbeit verdient. 

Im Punkto Autorität denkt diese Generation sehr schwarz-weiß. Hat sich der oder die Vorgesetzte den Respekt des Babyboomers verdient, ist Loyalität bis aufs Mark eine Selbstverständlichkeit. Sind allerdings unfaires Verhalten oder Inkompetenz offensichtlich, haben Chefs in Babyboomern die schärfsten Kritiker.

So kannst du als Personaler reagieren, wenn es Generationenkonflikte auf der Arbeit gibt.

Illustrierte Frau
Illustrierter Mann
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