Drei junge Erwachsene mit Rucksäcken gehen auf einen Laptop zu, auf dessen Bildschirm eine Karriereseite mit dem Titel „Karriere“ und einem orangefarbenen Button „Jetzt bewerben“ zu sehen ist. Helle Lichtstrahlen und schwebende E-Mail-Symbole symbolisieren digitale Bewerbungen und Online-Recruiting.

Die Karrieresite: Erfolgsfaktoren moderner Recruiting-Plattformen

Der erste Kontakt zwischen Talenten und Unternehmen findet heute fast immer digital statt. Eine Karriereseite entscheidet dabei oft innerhalb weniger Sekunden, ob Interesse entsteht oder nicht. Doch was macht eine gute Karrierewebsite eigentlich aus und warum ist sie im modernen Recruiting unverzichtbar? Das verraten wir Dir in diesem Artikel.
Recruiting
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frau die auf einem whiteboard schreibt

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Inhalt

Was ist eine Karrierewebseite: Definition

Eine Karriereseite ist der zentrale Ort, an dem Bewerbende einen ersten authentischen Eindruck von Deinem Unternehmen gewinnen. Sie zeigt, wer Du als Arbeitgeber bist, welche Werte Du vertrittst und wie der Bewerbungsprozess funktioniert. Gleichzeitig liefert sie Talenten alle wichtigen Informationen zu Einstiegsmöglichkeiten, Benefits und Deinem Arbeitsumfeld.

Als sichtbarer Ausdruck Deiner Arbeitgebermarke ist die Karriereseite ein Kernbestandteil jeder modernen Personalmarketingstrategie. Kurz gesagt: Sie gehört heute zu den unverzichtbaren Recruiting-Kanälen und sollte deshalb immer aktuell, gepflegt und aussagekräftig sein.

Ziele einer Karriereseite

Die Karriereseite ist das strategische Zentrum Deiner Recruiting-Kommunikation. Sie verfolgt klare Ziele, die definieren, wie Dein Unternehmen gegenüber Talenten sichtbar wird und welche Aufgaben dieser digitale Touchpoint erfüllt.

  1. Ein konsistentes Bild der Arbeitgebermarke vermitteln
    Zentrales Ziel ist es, ein stimmiges und authentisches Arbeitgeberbild zu zeigen. Talente sollen verstehen, wofür Dein Unternehmen steht, wie die Arbeitswelt aussieht und welche Werte den Arbeitsalltag prägen.
  2. Orientierung für Bewerbende schaffen
    Eine Karriereseite soll zentrale Informationen bündeln und zugänglich machen: Wer arbeitet im Unternehmen? Welche Aufgabenfelder gibt es? Wie läuft der Bewerbungsprozess ab? Sie dient als verlässliche Anlaufstelle für alle essenziellen Informationen.
  3. Erwartungen klar definieren
    Talente möchten wissen, was sie im Job erwartet, und was erwartet wird. Ein Ziel der Karriereseite ist daher, Anforderungen, Rollenprofile und Rahmenbedingungen transparent darzustellen, um Missverständnisse vorzubeugen.
  4. Den Bewerbungsprozess strukturiert abbilden
    Die Karriereseite soll zeigen, welche Schritte ein Talent im Bewerbungsprozess durchläuft. Diese Transparenz schafft Sicherheit und senkt die Hemmschwelle, sich tatsächlich zu bewerben.
  5. Den Weg zur Bewerbung sichtbar machen
    Ein weiteres Ziel: die Talent Journey klar zu führen. Die Seite soll dafür sorgen, dass Interessierte problemlos die passenden Stellen, Kontaktwege oder Optionen für Initiativbewerbungen finden.
  6. Unternehmensintern Prozesse unterstützen
    Neben der Außenwirkung dient die Karriereseite auch als interne Leitstelle – etwa für ein einheitliches Wording, klare Rollenbeschreibungen oder für das Zusammenspiel zwischen HR, Führungskräften und Fachabteilungen.

Vorteile einer Karriereseite

Eine gut strukturierte Karriereseite ist mehr als nur eine digitale Visitenkarte Deines Unternehmens. Sie wirkt an mehreren entscheidenden Stellen im Recruiting-Prozess – von der Wahrnehmung Deiner Arbeitgebermarke bis hin zur Geschwindigkeit Deiner Besetzungen. Die folgenden Vorteile zeigen, warum eine eigene Karriereseite heute zu den wirkungsvollsten Recruiting-Instrumenten gehört.

#1 Mehr Initiativbewerbungen

Eine professionelle Karriereseite bietet Talenten die Möglichkeit, sich auch dann zu melden, wenn keine passende Stelle ausgeschrieben ist. Durch klare Kontaktwege, transparente Hinweise zu Einstiegsmöglichkeiten und ein niedrigschwelliges Formular entsteht Raum für Initiativbewerbungen. Das erhöht die Chance, potenziell wertvolle Kandidat*innen frühzeitig zu identifizieren.

#2 Stärkere Sichtbarkeit im Web

Eine moderne Karriereseite erhöht Deine Chancen, bei Google & Co. gefunden zu werden – besonders dann, wenn Stellenangebote suchmaschinenoptimiert eingebunden sind. Diese organische Sichtbarkeit sorgt für kontinuierlichen Traffic, ohne dass Du dauerhaft hohe Budgets in externe Jobboards investieren musst.

#3 Verbesserte Time-to-Hire

Wenn Talente sich schnell zurechtfinden, passende Informationen ohne Umwege bekommen und sich unkompliziert bewerben können, beschleunigt das den gesamten Recruiting-Prozess. Eine gut gepflegte Karriereseite reduziert Rückfragen, verhindert Abbrüche und führt zu mehr qualifizierten Bewerbungen – was die Time-to-Hire nachhaltig verkürzt.

#4 Höhere Qualität der Bewerbungen

Dank klarer Informationen zu Aufgaben, Anforderungen, Erwartungen und Unternehmenskultur entscheiden sich vor allem diejenigen Talente für eine Bewerbung, die wirklich zu Deinem Profil passen. Diese bessere Passung reduziert Fehlbesetzungen und erleichtert später die Vorauswahl im Recruiting.

#5 Alle Infos an einem Ort

Statt verstreut über verschiedene Kanäle erhalten Kandidat*innen auf der Karriereseite alle relevanten Informationen gebündelt: Stellenangebote, Benefits, Kultur, Teamstruktur, Bewerbungswege und Ansprechpartner. Das spart Zeit auf beiden Seiten und sorgt dafür, dass Talente alle Antworten an einem zentralen Ort finden.

#6 Employer Branding

Deine Karriereseite ist einer der wenigen Orte, an denen Du Deine Arbeitgebermarke vollständig kontrollieren können. Bilder, Texte, Mitarbeiterstimmen und Werte lassen sich gezielt einsetzen, um ein authentisches und attraktives Arbeitgeberbild zu vermitteln. So entsteht ein konsistenter Auftritt, der Deine Stärken sichtbar macht und Talente emotional anspricht.

#7 Bessere Candidate Experience

Karriereseiten sorgen für Orientierung und das wirkt sich direkt auf die Candidate Experience aus, darunter fallen alle Erfahrungen, die Talente mit Dir als Arbeitgeber sammeln. Klare Informationen, nachvollziehbare Prozesse und eine einfache Navigation reduzieren Unsicherheiten. Bewerbende fühlen sich abgeholt und begleitet, was die Gesamtzufriedenheit mit Deinem Recruiting spürbar steigert.

Wie gute Karriereseiten bewertet werden – und was die Karrierewebsites-Studie 2025 sichtbar macht

Karriereseiten haben also wichtige Ziele und Vorteile für Dich als Arbeitgeber. Damit Du Deine Karrierewebsite auf Vordermann bringen kannst, stellen wir Dir jetzt die Ergebnisse einer Studie vor, die Dich mit frischem Wissen betankt.

In Zusammenarbeit mit Thorsten Petry, Professor an der Hochschule RheinMain, hat Sebastian Meurer, Teamlead Research & Business Development bei Raven51, insgesamt 155 Karriereseiten analysiert und miteinander verglichen.

Kurz zum Hintergrund der Studie:

Die Erhebung „Karriere-Websites 2025“ von Sebastian Meurer und Professor Dr. Thorsten Petry untersucht die Karrierewebseiten von 155 bedeutenden Arbeitgebern in Deutschland – strukturiert, unabhängig und anhand eines detaillierten Kriterienkatalogs. Ziel der Autoren ist es, transparent zu machen, wie moderne Karrierewebseiten funktionieren, wo Arbeitgeber glänzen und wo die größten Optimierungspotenziale liegen.

Damit Du Deine Karrierewebsite gezielt weiterentwickeln kannst, erklären wir Dir zunächst die vier zentralen Bewertungskategorien dieser Studie. Und wenn Du weißt, nach welchen Regeln bewertet wird, kannst Du später nachvollziehen, warum bestimmte Unternehmen zu den Top 3 gehören und was Du konkret von ihnen lernen kannst. Bereit? Here we go!

Die vier Bewertungskategorien der Studie – und warum sie entscheidend sind

Die Studie bewertet jede Karrierewebsite anhand von vier Hauptkategorien, die jeweils unterschiedlich gewichtet sind. Diese Kriterien bilden die Grundlage für das Gesamtranking und zeigen, welche Bausteine eine zeitgemäße Karrierewebsite unbedingt abdecken muss. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

1. Zugang

Diese Kategorie prüft, wie gut eine Karrierewebsite gefunden und erreicht werden kann.
Die Autoren sprechen von einer „Torhüter-Funktion“: Eine Website, die nicht sichtbar ist, kann auch nicht wirken.

Geprüft werden unter anderem:

  • SEO (Auffindbarkeit des Karrierebereichs in Google)
  • Auffindbarkeit einzelner Stellenanzeigen in Suchmaschinen
  • Sitelinks in Google
  • klare Karriere-URL oder Subdomain
  • Zugang über Social Media

2. Information & Inhalte

Diese Kategorie bewertet, wie informativ, vollständig und verständlich die Inhalte der Karrierewebsite sind.
Hier zeigt sich, wie gut Arbeitgeber ihre Arbeitswelt erklären.

Prüfkriterien sind unter anderem:

  • Arbeitgeberinformationen (Werte, Kultur, Benefits)
  • karriere- und zielgruppenspezifische Inhalte
  • Einsatz und Informationsgehalt von Videos
  • inhaltliche Qualität der Stellenanzeigen
Mit insgesamt 49 Kriterien zählt dieser Bereich zu den wichtigsten der gesamten Studie.

3. Candidate Experience

Hier geht es um die Frage: Wie fühlt es sich für Bewerbende an, diese Karrierewebsite zu nutzen?

Bewertet werden unter anderem :

  • Barrierefreiheit
  • Navigation und Struktur
  • Usability von Design und Informationsführung
  • mobile Nutzung (Mobile First)
  • ergänzende Desktop-Features („stationäre Specials“)
Mit 43 Kriterien ist dies die Kategorie, in der die in der Studie analysierten Karriereseiten im Durchschnitt die besten Werte erzielen.

4. Interaktivität & Funktionalität

Dies ist die umfangreichste und technisch anspruchsvollste Kategorie.
Sie misst, wie gut eine Karrierewebsite tatsächlich als Recruiting-Plattform funktioniert.

Zu den 61 Kriterien gehören unter anderem:

  • Funktionsumfang des Stellenmarkts
  • Filter- und Suchfunktionen
  • Kontaktwege und Kontakt-Tools
  • Bewerbungsprozess und ATS-Integration
  • Personalisierungsoptionen
  • digitale Recruiting-Tools (z. B. Chatbots)
  • Social-Media-Einbindung
Gerade hier zeigen sich die größten Unterschiede im Markt – und die größten Optimierungschancen.

Warum diese Kriterien wichtig sind

Die Studie macht klar:
Eine Karrierewebsite ist nur dann stark, wenn sie gleichzeitig sichtbar, informativ, benutzerfreundlich und funktional ist. Gute Inhalte reichen nicht aus. Eine moderne Karrierewebsite muss führen, unterstützen, interagieren und konvertieren.

Mit diesem Überblick bist Du jetzt perfekt vorbereitet für das nächste Kapitel:

Das sind die Top drei Karriereseiten

So jetzt weißt Du, worauf es bei einer guten Karrierewebseite ankommt. Schauen wir uns jetzt mal an, welche Arbeitgeber im Ranking vorne liegen und warum.

#1 Aldi Süd

Aldi Süd hat sich in den vergangenen Jahren konsequent an die Spitze gekämpft und das völlig verdient. Die Karrierewebsite überzeugt mit einer außerordentlich starken Candidate Experience von 90,7 % und setzt zugleich Maßstäbe in der Kategorie Information & Inhalte, in der Aldi Süd beeindruckende 93,9 % erreicht. Durch diese breite inhaltliche Tiefe und eine klare, nutzerfreundliche Struktur gelingt Aldi Süd eine rundum überzeugende Karrierewebsite.

#2 Otto

OTTO überzeugt mit einer Karrierewebsite, die in allen Bewertungsbereichen konstant stark performt. Besonders im Zugang mit 100,0 % deutlich vor vielen Wettbewerbern. Auch die inhaltliche Aufbereitung ist mit 86,7 % sehr stark, ebenso die Candidate Experience, die solide 86,0 % erreicht. Die klare Struktur, zielgruppengerechten Informationen und die durchdachte Nutzerführung sorgen dafür, dass Talente schnell finden, was sie suchen und zuverlässig durch die gesamte Candidate Journey geführt werden.

#3 BASF

BASF sichert sich mit dem umfassendsten Informationsangebot der gesamten Studie verdient den dritten Platz. In der Kategorie Information & Inhalte erreicht BASF 93,9 % – gemeinsam mit Aldi Süd der höchste Wert der gesamten Untersuchung. Die Inhalte sind präzise, gut strukturiert und bieten Talenten einen tiefen Einblick in Arbeitgeberversprechen, Rollen und Erwartungen. Kleine Schwächen in der Candidate Experience (82,6 %) verhindern eine höhere Platzierung, doch insgesamt liefert BASF eine Karrierewebsite, die durch Klarheit, Tiefe und Transparenz überzeugt.

Ihr Weg an die Spitze: Wie sie den Thron bestiegen haben

Was haben alle drei Seiten gut gemacht und warum ist das wichtig?

Die Top-3-Unternehmen eint, dass sie die Perspektive der Talente klar in den Mittelpunkt stellen. Jede Seite, auf ihre Art, schafft es, Orientierung, Verständnis und Vertrauen aufzubauen. Drei gemeinsame Stärken lassen sich besonders gut erkennen:

  1. Sie führen Kandidat*innen sicher durch die Karrierewebsite.
    Die Navigation ist klar, logisch, mobil optimiert und konsistent. Nutzer müssen nicht raten, wo sie klicken müssen, sie werden aktiv geführt.

    Warum das wichtig ist:
    Verwirrung ist einer der häufigsten Abbruchgründe. Eine klare Struktur sorgt dafür, dass Talente bleiben und weiterklicken.

  2. Sie liefern die Informationen, die Talente wirklich brauchen.
    Ob Arbeitgeberversprechen, Jobdetails, Einstiegsmöglichkeiten oder Benefits, die Inhalte sind vollständig, verständlich und gut strukturiert.

    Warum das wichtig ist:
    Unklare Rollenprofile führen zu Fehlbewerbungen oder Bewerbungsabbrüchen. Gute Informationen erhöhen die Qualität der Bewerbungen.

  3. Sie schaffen Vertrauen durch Transparenz.
    Alle drei Seiten zeigen, wie der Bewerbungsprozess abläuft, welche Schritte folgen und was Kandidat*innen erwartet. BASF überzeugt hier besonders mit Tiefe, Aldi Süd mit Klarheit, OTTO mit stringenter Darstellung.

    Warum das wichtig ist:
    Transparenz reduziert Unsicherheiten und senkt die Hürde für eine Bewerbung. Ein zentraler Hebel gegen den Fachkräftemangel.
Damit wird deutlich: Die Top 3 sind nicht zufällig dort, wo sie stehen. Sie setzen konsequent auf Qualität, Klarheit und Nutzerzentrierung und das zahlt sich im Ranking aus.

Der Knackpunkt: Alle drei Karriereseiten schossen an diesem Ziel vorbei

Wo die Top-Websites schwächeln – und warum genau das Deine Chance ist

So stark Aldi Süd, OTTO und BASF in den Bereichen Information, Candidate Experience und Zugang auch abschneiden, in einer zentralen Kategorie zeigt die Studie ein klares Bild: Alle drei verfehlen beim Thema Interaktivität und Funktionalität die Spitzenwerte.

Diese Bewertung ist nicht überraschend, denn Interaktivität & Funktionalität ist mit 61 Einzelkriterien die anspruchsvollste Kategorie der gesamten Untersuchung. Doch genau diese Komplexität macht sie zu einem echten Hebel:
Hier ist das Potenzial am größten – selbst für Top-performende Karrierewebseiten.

Die Autoren Petry und Meurer schreiben dazu, dass diese Kategorie maßgeblich untersuche, „welche Möglichkeiten der Interaktion und welche Funktionalitäten die Karriere-Website potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten bietet“ und dass sie die umfangreichste und technischste aller Kategorien darstellt.

Wie schneiden die Top 3 ab?

  • OTTO: 54,1 %
  • BASF: 50,8 %
  • Aldi Süd: 50,0 %
Damit liegen alle drei nur knapp über dem Durchschnitt, obwohl sie im Gesamtvergleich die Top-Plätze belegen.

Warum ist das so wichtig – und warum ist das Deine Chance?

Interaktivität und Funktionalität beeinflussen unmittelbar:

  • Wie leicht Bewerbende mit Ihrem Unternehmen in Kontakt treten können
  • Wie gut sie passende Stellen finden
  • Wie reibungslos sie sich bewerben können
  • Wie modern, zugänglich und serviceorientiert Sie als Arbeitgeber wirken

Oder in den Worten der Autoren: “Die Karrierewebsite ist der Hauptbahnhof im Personalmarketing und Recruiting – sie muss Interaktion ermöglichen, nicht nur Informationen bereitstellen.”

Wer hier nachlegt, verbessert die User Experience, reduziert Abbrüche und erhöht nachweislich die Bewerbungswahrscheinlichkeit.

Gleichzeitig zeigt der Befund der Studie:
Selbst die Top 3 sind hier weit von einer optimalen Performance entfernt.

Das heißt:

Unternehmen, die genau in dieser Kategorie konsequent optimieren, etwa durch bessere Filter, intuitivere Bewerbungsprozesse, kontaktstärkere Elemente oder sinnvolle digitale Funktionen, können die Top-Performer nicht nur einholen, sondern sogar übertreffen. Also worauf wartest Du noch? Ab geht’s ans Optimieren!

So baust Du eine Karriereseite, die Richtung Top 3 marschiert

Nach der Analyse der drei bestplatzierten Karrierewebseiten – Aldi Süd, OTTO und BASF – ist klar geworden: Spitzenplätze sind kein Zufall. Die Studie des Autorenduos Petry und Meurer zeigt deutlich, dass erfolgreiche Karrierewebseiten bestimmten Gestaltungsprinzipien folgen, die sich systematisch umsetzen lassen. Im Folgenden erfährst Du, wie Du Deine Karrierewebsite so strukturieren und weiterentwickeln kannst, dass sie sich an den besten Arbeitgebern messen kann und diese an entscheidenden Stellen sogar übertrifft.

1. Klare Struktur und logischer Aufbau als Fundament der Candidate Journey

Petry und Meurer betonen, dass Karrierewebseiten nur dann überzeugen, wenn sie eine „strukturierte, konsistente und zielführende Benutzerführung“ sicherstellen. Genau das gelingt den Top-Anbietern besonders gut.

Ein moderner Seitenaufbau umfasst typischerweise:

  • die Arbeitgebervorstellung
  • zielgruppenspezifische Zugänge
  • einen zentralen Stellenmarkt
  • Einblicke in Arbeitsumfeld und Aufgaben
  • klare Informationen zum Bewerbungsprozess
  • gut sichtbar platzierte Kontakt- und Serviceangebote

2. Inhalte, die relevanten Fragen aufgreifen

Die Studie zeigt deutlich, dass die Qualität der Inhalte einer der stärksten Hebel ist.

Dazu gehören:

  • verständliche und transparente Rollenbeschreibungen
  • Informationen zur Unternehmenskultur und zum Arbeitsumfeld
  • klare Darstellung der Einstiegsmöglichkeiten
  • realistische Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten
  • nachvollziehbare Erklärungen zum Bewerbungsprozess

3. Suchmaschinenoptimierung als entscheidender Zugangsfaktor

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass selbst die Top 3 in der Kategorie Zugang – insbesondere SEO – noch erhebliches Verbesserungspotenzial haben. Die Autoren betonen: „Zugang ist ein Torhüter-Kriterium“. Wird man nicht gefunden, kann die Seite nicht wirken.

Damit eröffnet sich eine besondere Chance: Wer SEO beherrscht, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Wichtige Elemente sind:

  • suchmaschinenoptimierte Stellenanzeigen
  • klare, sprechende URLs
  • schnelle Ladezeiten
  • strukturierte Daten
  • logische interne Verlinkung
  • regelmäßige Aktualität der Inhalte

4. Mobile First, aber nicht Mobile Only

Die Studie weist darauf hin, dass das Smartphone inzwischen das dominierende Zugangsgerät ist. Gleichzeitig warnen Petry und Meurer davor, den stationären Zugang zu vernachlässigen: „Mobile First bedeutet nicht Mobile Only.“ Die Kunst besteht darin, beide Perspektiven sinnvoll zu vereinen.

Das heißt:

  • mobile Navigation, klare Klickpfade und kurze Module
  • dennoch ausreichend Tiefe für Desktop-Nutzerinnen und -Nutzer, etwa bei Stellenrecherche oder Bewerbungsdetails

5. Interaktive Funktionen, die Talente wirklich nutzen

Wir stellen fest, dass die Kategorie Interaktivität und Funktionalität über 61 Einzelkriterien umfasst – ein Hinweis darauf, wie anspruchsvoll dieser Bereich ist. Eine Karrierewebsite sollte weniger eine digitale Broschüre sein als vielmehr eine funktionale Plattform.

Bewährt haben sich Funktionen wie:

  • verschiedene Kontaktoptionen (E-Mail, Telefon, Social Media, Messenger)
  • filterbare und intuitiv nutzbare Stellenmärkte
  • Merklisten oder Favoritenfunktionen
  • einfache Bewerbungsprozesse (Quick Apply)
  • Anbindung von Social Media und Bewegtbild
  • klare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

6. Arbeitgebermarke sichtbar und authentisch gestalten

Laut Studie ist die Karrierewebsite „ein Schlüsselinstrument, das vollständig in der Hand des Unternehmens liegt“. Das bedeutet: Hier kann ein Arbeitgeber sein Bild ohne externe Einflüsse formen. Authentizität ist kein Trendthema, sondern ein konversionsstarker Faktor.

Dazu zählen:

  • echte Mitarbeiterstimmen
  • realistische Bilder
  • klare Haltung und Werte
  • Einblicke in Teams, Projekte und Arbeitsweisen

Der Aufbau entscheidet – und Top-Rankings sind erreichbar

Die Studie von Petry und Meurer macht deutlich, dass qualitativ hochwertige Karrierewebseiten einem klar nachvollziehbaren Muster folgen. Wer Inhalte, Struktur, Nutzerführung und Interaktivität konsequent optimiert und gleichzeitig die Auffindbarkeit stark verbessert, kann sich in Richtung Spitze bewegen.

Die Bestplatzierten zeigen, was heute möglich ist. Ihre Schwächen zeigen gleichzeitig, wie viel Potenzial noch ungenutzt ist. Unternehmen, die Struktur und Inhalt stark kombinieren und die technischen Grundlagen beherrschen, können sich realistisch in die Top 3 vorarbeiten.

Fazit

Eine Karrierewebsite ist weit mehr als eine Sammlung offener Stellen. Sie ist strategischer Dreh- und Angelpunkt im Recruiting, Markenbotschafter der Arbeitgeberidentität und zentraler Treiber für Bewerbungsqualität und -quantität.

Die Studie von Petry und Meurer zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Karrierewebseiten klare Strukturen, relevante Inhalte, eine starke Candidate Experience und funktionale Interaktion vereinen müssen. Gleichzeitig wird deutlich: Selbst die besten Arbeitgeber schöpfen ihr Potenzial noch nicht vollständig aus.

Genau darin liegt die Chance. Unternehmen, die ihre Karrierewebsite konsequent aus der Perspektive der Talente weiterdenken, technische Funktionalität mit klarer Nutzerführung verbinden und ihre Arbeitgebermarke authentisch erlebbar machen, können sich nachhaltig vom Wettbewerb abheben und realistisch den Weg in die Top 3 einschlagen.

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