Definition: Was ist Reskilling?
Reskilling bedeutet, dass Mitarbeiter*innen neue Fähigkeiten erlernen, um in einem ganz anderen Bereich im Unternehmen weiterarbeiten zu können. Statt kündigen und neu einstellen zu müssen, qualifizierst Du Dein Team einfach um – zum Beispiel, wenn ein Job durch KI überflüssig wird oder sich die Aufgaben stark verändern.
Für Arbeitgeber ist das eine echte Win-Win-Situation: Fachkräfte bleiben im Unternehmen, das Wissen geht nicht verloren – und gleichzeitig wird auf neue Anforderungen reagiert. Kurz gesagt: Reskilling ist moderner Personalerhalt statt teurer Neubesetzung. Nice, oder?
Unterschiede zwischen den Begriffen Reskilling und Upskilling
Reskilling und Upskilling – die Begriffe klingen ähnlich, stehen aber für zwei ganz unterschiedliche Ansätze im Umgang mit Veränderungen in der Arbeitswelt. Während Upskilling im Grunde eine Form der Weiterbildung ist, geht es beim Reskilling eher um eine Umschulung – also einen echten beruflichen Richtungswechsel.
Upskilling (Weiterbilden im bisherigen Job)
- Ziel: Mitarbeiter*innen fit machen für neue Anforderungen in ihrer aktuellen Rolle
- Bestehende Fähigkeiten werden erweitert oder vertieft
- Beispiel: Eine Buchhalterin lernt, mit neuen KI-basierten Tools zu arbeiten
- Fokus liegt auf dem gleichen Job, aber mit zusätzlichen Kompetenzen
- Oft notwendig bei technischen Neuerungen oder Prozessveränderungen
Reskilling (Umschulen für eine neue Rolle)
- Ziel: Mitarbeiter*innen neu qualifizieren, um in einem anderen Bereich arbeiten zu können
- Es werden ganz neue Fähigkeiten aufgebaut
- Beispiel: Eine Produktionsmitarbeiterin wird im IT-Support eingesetzt
- Wird relevant, wenn Tätigkeiten wegfallen oder stark automatisiert werden
- Ziel ist ein interner Wechsel statt Entlassung
Maßnahmen und Strategien: Wie funktioniert Reskilling im Unternehmen?
Reskilling beginnt mit der Frage: Welche Fähigkeiten werden künftig gebraucht – und welche Mitarbeiter*innen können wir dafür qualifizieren? Es geht also nicht nur ums Lernen, sondern auch um Planung, Begleitung und Perspektiven.
Typische Maßnahmen im Reskilling-Prozess:
1. Kompetenzanalyse
Welche Jobs verändern sich oder fallen weg?
Welche neuen Rollen entstehen im Unternehmen?
Welche Mitarbeiter*innen bringen bereits Stärken oder Potenzial mit?
2. Individuelle Lernpfade
Erstellung von Lernplänen für neue Rollen
Einsatz von E-Learning-Plattformen, Schulungen oder Blended Learning
Kombination aus Theorie & Praxis (z. B. interne Projekte)
3. Schulungen & Trainings
Fachliche Qualifizierung (z. B. Programmieren, Datenanalyse, Kundensupport)
Soft Skills & Methoden (z. B. agiles Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit)
Zusammenarbeit mit externen Bildungsanbietern oder Akademien
4. Mentoring & Praxisphasen
Begleitung durch erfahrene Kolleg*innen oder Coaches
Learning-on-the-Job in neuen Teams oder Abteilungen
Feedbackschleifen zur Weiterentwicklung
5. Interner Jobwechsel
Nach Abschluss der Qualifizierung: Wechsel in die neue Rolle
Oft mit Unterstützung durch HR oder Führungskräfte
Wichtig: klare Kommunikation, Perspektive und Anerkennung
Was sind Beispiele für Reskilling?
Reskilling kann in vielen Branchen und Berufsfeldern sinnvoll sein – vor allem dann, wenn sich Aufgaben durch Digitalisierung, Automatisierung oder neue Anforderungen verändern. Hier sind ein paar Beispiele:
- Industrie: Eine Maschinenbedienerin wird zur Instandhaltungs-Technikerin weitergebildet, da Fertigungslinien zunehmend automatisiert laufen.
- Verwaltung: Ein Sachbearbeiter übernimmt nach einer Umschulung Aufgaben im Datenmanagement, da viele seiner früheren Tätigkeiten digitalisiert wurden.
- Einzelhandel: Ein Kassierer wird zur E-Commerce-Fachkraft qualifiziert, um den Online-Shop zu betreuen – inklusive Schulungen in Warenwirtschaft und Kundenkommunikation.
- Kundensupport: Eine Callcenter-Mitarbeiter wird zum KI-Trainer weitergebildet, um Chatbots mit typischen Kundenanfragen zu füttern und zu verbessern.
- Logistik: Eine Lagerarbeiterin wird im Rahmen eines Reskilling-Programms zur Fahrerin für autonome Lieferfahrzeuge ausgebildet.
- Bildung: Eine Lehrkraft ohne IT-Hintergrund wird zur E-Learning-Expertin weiterqualifiziert, um digitale Lernformate zu entwickeln und umzusetzen.
Vorteile von Reskilling für Arbeitgeber
Reskilling ist nicht nur ein Buzzword, sondern ein echter Gewinn für Unternehmen. Wer seine Mitarbeiter*innen fit für neue Aufgaben macht, bleibt flexibel, spart Zeit und Geld – und sorgt gleichzeitig dafür, dass das Team motiviert und zukunftsfähig bleibt. Hier sind Deine wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Fachkräfte bleiben im Team: Statt lange nach neuen Leuten zu suchen, macht man einfach das Beste aus den Mitarbeiter*innen, die man schon hat.
- Know-how bleibt an Bord: Erfahrene Kolleg*innen bringen ihr Wissen auch in neuen Jobs voll ein.
- Flexibel bleiben: Wer neue Skills hat, kann leichter mit Veränderungen umgehen – egal ob neue Technik oder andere Aufgaben.
- Motivation steigt: Wenn Mitarbeiter*innen merken, dass in sie investiert wird, sind sie oft viel zufriedener und bleiben gerne.
- Geld sparen: Umschulen kostet meist weniger und geht schneller als neue Leute einzustellen und einzuarbeiten.
- Frischer Wind fürs Unternehmen: Neue Fähigkeiten bringen auch neue Ideen und Schwung rein.
Was sind Herausforderungen von Reskilling?
Reskilling ist super sinnvoll – aber nicht ganz ohne Stolpersteine. Viele Unternehmen wollen loslegen, merken dann aber schnell: Ganz so einfach ist’s nicht. Schon am Anfang wird’s tricky: Welche Jobs fallen weg? Welche neuen Rollen entstehen? Ohne klaren Plan bleibt das Ganze schnell vage. Und dann stellt sich die Frage: Was sollen Mitarbeiter*innen überhaupt lernen – und wie? Nicht jede Art von Training bringt den gewünschten Effekt.
Auch das Thema Zeit und Ressourcen ist nicht zu unterschätzen. Lernen passiert nicht nebenbei – da muss man Freiräume schaffen und gut organisieren. Und dann ist da noch der Mensch: Nicht alle sind sofort begeistert, wenn sie plötzlich etwas ganz Neues lernen sollen. Manche haben Angst, andere sehen (noch) keinen Sinn dahinter.
Außerdem: Wie misst man eigentlich, ob das Reskilling funktioniert? Ohne klare Ziele und Erfolgskriterien lässt sich das schwer beurteilen. Und selbst wenn alles gut läuft – der Praxistransfer muss sitzen. Lernen allein reicht nicht, das Neue muss auch im Alltag ankommen.
Was sind Nachteile von Reskilling?
Reskilling ist grundsätzlich ’ne super Sache – aber es gibt auch ein paar Haken, die man nicht unterschätzen sollte. Zum Beispiel kann es passieren, dass jemand nach der Umschulung merkt: „Hm, die neue Rolle ist doch nichts für mich.“ Dann war der ganze Aufwand zwar gut gemeint, bringt aber weder dem Team noch dem Unternehmen wirklich was.
Auch blöd: Man investiert in bestimmte Skills – und ein halbes Jahr später sind genau die nicht mehr gefragt, weil sich der Markt oder die Strategie geändert hat. Passiert schneller, als man denkt. Und dann gibt’s noch den Klassiker: Mitarbeiter*innen bekommen neue, gefragte Fähigkeiten und schauen sich damit plötzlich auf dem Arbeitsmarkt um. Wer da nicht auf eine gute Bindung achtet, bildet im Zweifel für andere weiter.
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