Mach mal Ohhhm: Gegen Zoom-Fatigue und Burnout Deiner Mitarbeiter im Homeoffice

Zoom-Fatigue und Burnout machen derzeit in heimischen Büros die Runde und bremsen die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus. Wir sagen Dir, was das ist und was Du als HR-Experte tun kannst, damit Deine Arbeitnehmer wieder begeistert Vollgas geben.  

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Das Homeoffice hat auch seine Schattenseiten

Zu Beginn der Pandemie fanden es viele Arbeitnehmer einfach nur cool, öfter von zuhause arbeiten zu können. Kein Wunder, denn die Arbeit in den eigenen vier Wänden bietet ja auch jede Menge Vorteile: Mehr Flexibilität, eine bessere Work Life Balance und eine bessere Umweltbilanz, weil unnötige Fahrten ins Büro entfallen.

Aber stellst Du nicht inzwischen auch fest, dass Dich in Videokonferenzen zunehmend müde und abgekämpft aussehende Gesichter anblicken? Auch die Stimmung unter den Kollegen ist zunehmend gereizter. Mitarbeiter reagieren hochsensibel auf Dinge, über die sie früher gelacht hätten. Anfangs hast Du vielleicht gedacht, dass Du Dir das einbildest. Aber nein, das was Du gerade beobachtest, beobachten derzeit viele.

Zoom-Fatigue – was ist denn das nu‘ wieder?

Diagnose: Zoom-Fatigue. Videokonferenzen machen auf Dauer derart müde, dass es inzwischen einen eigenen Begriff dafür gibt. Benannt ist das Phänomen nach einem der bekanntesten Anbieter für Videokonferenzen: Zoom. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die virtuelle Interaktion derart ungewohnt, fremd und unnatürlich für unser Gehirn ist, dass es unseren Denkapparat über Gebühr anstrengt und zu einer massiven Ermüdung führt.

Ist ja auch kein Wunder: Statt sich direkt gegenüber zu sitzen und sich in die Augen zu schauen, findet im virtuellen Meeting kein direkter Blickkontakt statt. Wir alle blicken ja auf den Bildschirm und nicht in die Kamera. Das ist für unsere grauen Zellen viel schwerer zu verarbeiten als ein echtes Gespräch von face to face, wie Neurologen herausgefunden haben. Sehen wir uns direkt an, ist unser Gehirn darauf trainiert, die Emotionen des Gegenübers zu erkennen, zu verarbeiten und sekundenschnell darauf zu reagieren. In einem digitalen Meeting lassen sich viele Emotionen hingegen wegen des fehlenden Blickkontakts nicht immer eindeutig einordnen.

burnout und zoom fatigue

Es gibt so Vieles, was in
Videokonferenzen ablenkt

Das kann Gedanken darüber auslösen, was der Gesichtsausdruck des anderen wohl bedeutet und von den eigentlichen Inhalten ablenken. Damit das nicht passiert, müssen wir uns umso mehr auf das Meeting konzentrieren. Hinzu kommt, dass wir uns dabei auch immer selbst sehen. Auch das ist eine extrem merkwürdige Situation für uns. Wir überprüfen unser Verhalten andauernd selbst und müssen uns parallel dazu noch stärker auf das Gesagte konzentrieren. Das ist extrem anstrengend.

Viele von uns hängen mehrere Stunden am Tag in Videokonferenzen. Danach fühlen sie sich, als wären sie einen Marathon gelaufen, was auch irgendwie stimmt. Unser Gehirn hat in dieser Zeit jedenfalls auf Hochtouren gearbeitet.

Viele Arbeitnehmer fühlen sich isoliert

Es gibt aber noch weitere Dinge, die Arbeitnehmer zunehmend müde machen. Manche fühlen sich isoliert und geradezu unsichtbar. Andere haben die Nase gestrichen voll davon, zugleich Mutter, Mitarbeiterin und Lehrerin sein – oder eben Vater, Mitarbeiter und Lehrer. Alles an einem Ort, oft im gleichen Moment. Das nervt irgendwann gewaltig.

Hinzu kommt, dass schlichtweg die Nähe zu Kollegen fehlt. Der Morgenkaffee zusammen. Die gemeinsamen Brainstormings, die immer zu all den guten Ideen geführt haben und die sich in zuhause einfach nicht mehr in der gleichen Qualität einstellen wollen. Unter all dem leidet die mentale Gesundheit vieler Arbeitnehmer. Hinzu kommt der Ärger über zu langsames Internet, Technikpannen und eine ausufernde Flut an Nachrichten.

Aus diesen Gründen gaben im letzten Jahr 60 Prozent der Arbeitnehmer an, dass sie sich nahe einem Burnout fühlen, wie eine neue Studie, die die veränderte Arbeitswelt untersucht hat, zeigt. Für seinen Bericht zur “Anatomie der Arbeit”  hat das Software-Unternehmen Asana rund 13.000 Personen aus der ganzen Welt befragt.

burnout und zoom fatigue

Tipps, um Deine Mitarbeiter
aus dem Tal der Tränen zu führen

Bei Dir als HR-Experte klingeln bestimmt jetzt alle Alarmglocken. Schließlich ist dieser Erschöpfungszustand Gift für die Motivation und die Gesundheit Deiner Mitarbeiter. Und beides hütest Du ja als Human Resources Manager wie den heiligen Gral. Aber hey, für alles gibt es eine Lösung. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Du die müden Geister Deiner Mitarbeiter wieder ein bisschen munterer machen und die Begeisterung für den Job wieder wecken kannst. 

Sie werden nicht alle Painpoints beseitigen, aber sie sind ein Anfang. Kleiner Tipp: Plaudere doch auch in Deinen Stellenanzeigen über diese Goodies. Damit tust Du auch gleich was für Deine Employer Brand. Das aber nur nebenbei. Hier kommen erstmal unsere ultimativen Wachmacher-Tipps.

#1 Bewegung hilft gegen Müdigkeit

Was hilft am besten gegen Müdigkeit? Richtig! Bewegung! Das Problem: Mitarbeiter sitzen im Homeoffice mehr – und zwar deutlich mehr. Der Wearables-Anbieter Fitbit hat mit seinen Smartwatches ermittelt, dass die Deutschen seit Corona 20 Prozent weniger auf ihren Beinen sind. 20 Prozent!!!

Gib Deinen Mitarbeitern folgende Tipps, wie sie dem entgegenzuwirken können und beherzige sie am besten gleich selbst:

  • Bewegte Pausen im Freien – ein Gang rund ums Haus ist ein guter Anfang!
  • Telefongespräche im Gehen – gerne auch im Freien!
  • Videocalls im Stehen – dazu einfach den Laptop auf ein Sideboard stellen
  • Leichte Fitnessübungen zwischendurch – macht mal „Ohhhhhhm“

Ihr alle werdet sehen: Das wirkt Wunder!

#2 Schritte und Kilometer
für einen guten Zweck sammeln

Rege Wettbewerbe, neudeutsch Challenges an, bei denen Mitarbeiter zum Beispiel Schritte- oder Radfahr-Kilometer für einen guten Zweck sammeln. Das ist ein guter Weg, mehr Fitness in die Teams zu bringen. Gleichzeitig stärkst Du das Teamgefühl. Täglich gleichen die Kollegen online ab, wer gerade die Nase vorn hat und spornen sich gegenseitig hat. Das motiviert und bringt jede Menge Spaß!

#3 Biete ein kleines Fitnessprogramm an

Viele Fitnessanbieter bieten in Corona-Zeiten digitale Kurse an. Schalte Deinen Mitarbeitern doch ein Abo frei. Hier gibt es übrigens auch Challenges, an denen Mitarbeiter teilnehmen können. So können Arbeitnehmer eine tägliche Sporteinheit in ihre Arbeitszeit integrieren. Vielleicht nehmen Teams auch an einem Live-Kurs teil und schalten sich mit ihrer Kamera zu. Was’n Spaß! So entsteht wieder ein Plus an Gemeinschaftsgefühl. Noch persönlicher wird’s, wenn Deine Mitarbeiter ihre eigenen Videos beim Sport von Zuhause drehen oder Remote-Kurse anbieten.

#4 Animiere Deine Mitarbeiter mit einer Fotochallenge an die frische Luft zu gehen

Die nächste Idee haben wir uns von Schulen abgeschaut, die seit der Corona-Pandemie Schüler mit Foto-Challenges nach draußen locken. Die Idee: Deinen Mitarbeitern werden verschiedene Fotomotiv-Themen unter verschiedenen Mottos zugewiesen. Zum Beispiel: Noisy town at night, Woods & Trees oder Modern Architecture. Die Aufgabe: Das perfekte Bild schießen! Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das beste Bild wird prämiert und bekommt nen Pokal – oder irgendwas anderes.

#5 Frischluft belebt den Geist

Gerade, wenn die eigene Wohnung klein ist, kann sie bedrückend wirken, da Arbeitnehmer ja andauernd in ihren eigenen vier Wänden hocken. Gib Deinen Mitarbeitern den Tipp, regelmäßig die Fenster zu öffnen, und gut durchzulüften. Klingt banal. Aber so gelangt viel frischer Sauerstoff ins Blut. Der Effekt: Arbeitnehmer fühlen sich fit und auch befreit.

#6 Yoga für die Augen

Unsere Vorfahren sind zur Jagd gegangen und haben ihren Blick regelmäßig in die Ferne schweifen lassen. Wir haben unser Computer Display immer direkt vor der Nase – unsere Augen sind daher kaum noch an die Weitsicht gewöhnt. Die Folge: Sie werden schwer und müde. Schon mit zehn Minuten Augen-Yoga am Tag können Deine Mitarbeiter Ihre Augen entlasten, die Augenmuskulatur stärken und Stress abbauen.

Gib Deinen Mitarbeitern zum Beispiel die folgenden Übungen an die Hand:

  • Blicke abwechselnd nach oben Richtung Augenbrauen und nach unten Richtung Nase. Führe die Richtungswechsel achtmal schnell hintereinander durch. Danach achtmal abwechselnd nach rechts und links blicken. Nach einem Blick geradeaus die Augen schließen und für einige Atemzüge entspannen.
  • Schließe die Augen und reibe deine Hände aneinander, bis sie warm werden. Lege die Hände auf die geschlossenen Augen und lasse die Wärme eine Minute lang ihre entspannende Wirkung entfalten. (Quelle: Augen-Yoga – 5 Übungen für jeden Tag)

So werden müde Augen wieder munter.

Fazit: Es gibt wirksame Mittel
gegen Müdigkeit und Ausbrennen

Du siehst: Es ist gar nicht so schwer, die Zoom-Fatigue zu besiegen oder die ersten Anzeichen eines Burnouts wieder in den Griff zu bekommen. Stelle Deinen Mitarbeitern doch die ganzen Angebote und Infos zum Beispiel in einem Newsletter zusammen, den Du regelmäßig versendest. Veröffentliche darin auch die Erfolge bei den einzelnen Challenges. So wird die Demotivation schnell in Motivation umschlagen und Du blickst in deinen Videokonferenzen wieder in glückliche Gesichter.

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Bildquelle: www.pexels.de / Andrea Piacquadio www.pexels.com / Daria Shevtsova

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