Videos im Recruiting – mehr als der klassische Imagefilm

Wenn es um das Thema Videos im Recruiting geht, haben die meisten wohl den klassischen Imagefilm im Kopf. Doch das ist nicht das einzige Videoformat, dessen Du Dich bedienen kannst. Welche Arten von Videos es gibt, wie diese aussehen und wie Du sie einsetzen kannst, erfährst Du hier.

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Videos im Recruiting

Animiert oder real, aufregend oder informativ, Profi-Streifen oder Low-Budget-Produktion – es gibt unzählige Möglichkeiten, ein Video zu produzieren. Auch im Recruiting hat sich der Einsatz der Bewegtbilder in den letzten Jahren etabliert. War es zu Beginn hauptsächlich das klassische Recruiting-Video, das das Unternehmen nach außen als attraktiven Arbeitgeber präsentierte, sind über die Jahre unzählige weitere Video-Formate hinzugekommen, mit denen Du Deinen Personaler-Werkzeugkasten ausstatten kannst. Wir zählen Dir in diesem Artikel einige der Möglichkeiten auf und geben Dir einen Überblick, wie Du diese einsetzen kannst.

Video im Recruiting? Auf jeden Fall!

Ansprechend, authentisch, lebhaft, informativ: Videos schaffen es wie kein zweites Medium, die Zuschauer*innen abzuholen und zu begeistern. Sie wecken Interesse und schaffen es, bei gekonntem Einsatz, das Publikum emotional zu binden. Wenn Du Videoclips im Recruiting richtig einsetzt, kannst Du damit Dein Unternehmen glaubhaft und authentisch darstellen und ihm ein Gesicht geben, es nahbar machen und Deine Bewerbenden emotional abholen. Doch nicht nur für Deine Bewerbenden sind die Videos interessant. Auch Deine Mitarbeitenden und die Allgemeinheit finden Gefallen an den Streifen. Bewegte Bilder von einer netten Arbeitsatmosphäre, einem tollen Arbeitsplatz, glücklichen Kolleg*innen und spannenden Aufgaben sagen mehr als 1000 Worte.

Das sind die gängigen Videoformate im Recruiting

Recruiting-Videos

Definition

Recruiting-Videos sind kurze, werbliche Filme, die Kandidat*innen einen authentischen Einblick in Dein Unternehmen geben. Sie sollen Jobanwärter*innen davon überzeugen, sich bei Dir bewerben zu wollen.

Zielgruppe:

Dein Recruiting-Video richtet sich primär an potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten. Allerdings finden an einem aussagekräftigen Film weitere Parteien gefallen – Deine Mitarbeitenden: Ist Dein Video ansprechend gestaltet oder ist darin der ein oder andere Mitarbeitende zu sehen, so schauen auch sie es sich gerne an und sind stolz, ein Teil Deiner Firma zu sein. So unterstützen Dich bestenfalls Deine Mitarbeitenden bei der Verbreitung des Videos. Du kannst auf diesem Weg Unmengen von – auch passiv oder nicht-suchende – Kandidat*innen auf Dich aufmerksam machen.

Einsatzmöglichkeiten/
Kanäle:
Ob auf Deiner Homepage, Deiner Karrierewebsite oder diversen Social-Media-Kanälen wie Facebook, Instagram oder YouTube – Dein Recruiting-Video ist überall richtig aufgehoben. Wenn möglich, kannst Du es auch in Deine Stellenanzeigen integrieren.

Umfang:

Die Welt ist schnelllebig und niemand hat die Zeit, sich lange Videos anzusehen. Aus diesem Grund solltest Du versuchen, möglichst viel Relevantes und Ansprechendes in 2-3 Minuten darzustellen. Aber Vorsicht – zu viel in zu kurzer Zeit kann auch abschrecken.

Wie sieht das Ganze aus?

Im Recruiting-Video zeigst Du Dein Unternehmen am besten so authentisch wie möglich. Lass Deine Mitarbeiter*innen zu Wort kommen, zeige das Arbeitsumfeld und lasse die Zuschauer*innen an der positiven Arbeitsatmosphäre teilhaben. Hast Du etwas, das Dich besonders macht? Zeig es! Wichtig ist – trage nach außen, was Du hast, aber bleibe authentisch. Ein zu perfekt retuschiertes Recruiting-Video wird von den Kandidat*innen sofort durchschaut und wirkt schnell überheblich.

Beispiele:

Dein Recruiting-Video sollte die Werte Deines Unternehmens und dessen Kultur nach außen tragen. Wie wär’s zum Beispiel mit einem witzigen Recruiting-Video à la Sodastream. Oder einem informativem Clip, wie bei BMW. Auch ohne viele Worte kann es funktionieren, wie bei Universal Music. Oder darf’s ganz was anderes sein, wie bei Dropbox?

Recruiting-Vlogs:

Definition:

Recruiting- oder Mitarbeitenden-Vlogs – oder auch Video-Blogs – sind kurze Videos oder Videoreihen, die Mitarbeitende für gewöhnlich bei der Arbeit zeigen. Sie dienen dazu, einen Blick hinter die Kulissen Deines Unternehmens zu gewähren und es so zugänglicher für Externe zu machen. Zudem entsteht ein tieferer Einblick in die Arbeitsatmosphäre. Im Gegensatz zum Recruiting-Video, das Deine Firma als Ganzes vorstellt, zeigen Vlogs spezifischere Inhalte.

Zielgruppe:

Auch die Mitarbeiter-Vlogs sind sowohl für Mitarbeitende als auch potenzielle Kandidat*innen interessant. Vor allem sind sie aber für Talente spannend, die sich schon etwas näher mit dem Gedanken auseinandergesetzt haben, sich bei Deinem Unternehmen zu bewerben. Durch die kurzen Clips bekommen sie einen intensiveren Einblick, wie ein Arbeitstag bei Deinem Unternehmen aussehen kann, und ob sie sich damit identifizieren können und wollen.

Einsatzmöglichkeiten/ Kanäle

Deine Recruiting-Vlogs eignen sich super sowohl zur Rekrutierung neuer Talente als auch für das Employer Branding. Also teile sie ruhig auf allen Kanälen.

Umfang:

Bei den Recruiting-Vlogs gibt es unterschiedliche Formate. Es besteht die Möglichkeit, Sequenzen von 30 Sekunden bis zu einer Minute zu produzieren. Diese können beispielsweise kurze Arbeitsschritte oder eine nette Szene von der Mittagspause zeigen.

Eine andere Art des Vlogs kann ein Follow-me-around sein, das von einzelnen Mitarbeiter*innen selbst gedreht wurde. Dieses Video kann mit zwei bis fünf Minuten schon etwas länger sein. Aber wie bereits erwähnt, gilt: Nicht zu viele Informationen in zu kurzer Zeit.

Wie sieht das Ganze aus?

Wie könnte das Ganze also aussehen? Ein Mitarbeitender wird zum Beispiel in seinem Arbeitsalltag begleitet und es werden spannende Tätigkeiten und das Arbeitsumfeld gezeigt. Ebenfalls beliebt sind Zusammenschnitte mehrerer Sequenzen aus Arbeit, Pausen und dem Umgang zwischen Kolleg*innen. Azubi- oder Praktikant*innen-Tagebücher sind weitere Formate. Oder habt Ihr ein Firmen-Event? Nehmt doch einfach mal die Kamera mit.

Beispiele: 

Je breiter Du Deine Recruiting-Vlogs inhaltlich fächerst, desto tiefere Einblicke bekommen Kandidat*innen in den Arbeitsalltag Deines Unternehmens. Nimm sie beispiels­weise mit auf einen Rundgang, wie bei AIDA. Oder lass Deine Mitarbeitenden Fragen beantworten, wie es Amazon getan hat. Oder sprich offen über diverse Themen, wie es die dc Agentur tut.

Videostellenanzeige: 

Definition:

Im Gegensatz zu den Recruiting-Videos und den Vlogs handelt es sich bei der Videostellenanzeige nicht nur um ein Employer-Branding-Instrument, sondern vielmehr um ein Recruiting-Tool. Die Videostellenanzeige ist die verfilmte Version der klassischen schriftlichen Stellenanzeige.

Zielgruppe: 

Die Videostellenanzeige ist interessant für Kandidat*innen, die sich aktiv bei Dir bewerben wollen. Zudem besteht auch hier wieder die Möglichkeit, dass passive Talente Deine Anzeige sehen, den Inhalt interessant finden und sich bei Deinem Unternehmen bewerben.

Einsatzmöglichkeiten/ Kanäle:
Videostellenanzeigen kannst Du über Social Media und Deine Karriereseite streuen. Zudem sind Videostellen­anzeigen in Stellenbörsen gut aufgehoben.
Umfang:

Bei diesen Clips gibt es unterschiedliche Varianten, was den Umfang betrifft. Entweder Du packst wirklich alle Informationen, die auch in der schriftlichen Stellenanzeige stehen würden, in den Clip. Nichtsdestotrotz sollte hier die Dauer des Videos nicht viel mehr als eine Minute betragen. Oder Du erstellst eine Kombination aus Video- und schriftlicher Stellenanzeige. Hier kannst Du eine kurze Sequenz produzieren, die in zehn bis 15 Sekunden die offene Stelle anteasert und in dieser auf die Stellenanzeige mit weiteren Informationen verweisen. So gibst Du dem Jobinserat eine ganz persönliche Note und Deine Bewerbenden haben trotzdem alle benötigten Infos in Schriftform.

Wie sieht das Ganze aus?

Auch hier hast Du wieder jede Menge Gestaltungsfreiraum. Eine Möglichkeit ist, den Teamleiter vor die Kamera zu holen und ein paar Worte sagen zu lassen. Eine andere Variante besteht darin, das Team gleich mit vorzustellen, und jeden zu Wort kommen zu lassen. So bekommen Bewerbende nicht nur alle Infos, die sie brauchen, die Kandidat*innen können auch gleich einschätzen, wie gut sie in das Team passen würden.

Beispiele: 

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Kurzvorstellung Deines Unternehmens wie bei HiWay-TV? Oder mit einem kurzen Clip bei TikTok, wie von der Polizei NRW
oder von Sirplus.de?

Videobewerbung:

Definition:

Bei der Videobewerbung stehst zur Abwechslung mal nicht Du vor der Kamera, sondern Kandidat *innen stellen sich bei Dir vor. Hier haben sie die Möglichkeit, ihre persönliche Note mit einzubringen und Du siehst gleich, mit wem Du es zu tun hast.

Zielgruppe: 

Videobewerbungen sind eine tolle Sache für Recruiter. Aber Vorsicht, nicht jede*r Bewerbende stellt sich gerne vor die Kamera und zählt die eigenen Stärken und Schwächen auf. Denke an die Zielgruppe Deiner Stellenanzeige und an ihre technischen Fähigkeiten.

Die Videobewerbung richtet sich allein an Dich und Dein Recruiting-Team. Sie ist nicht zur weiteren Verteilung geeignet!

Einsatzmöglichkeiten/ Kanäle: 

Wenn Du Dir eine Videobewerbung von Deinen Bewerbenden wünschst, dann stelle sicher, dass sie genau wissen, was zu tun ist. Gib ihnen Informationen bzgl. des Formates und des Umfangs, was Du auf jeden Fall über sie wissen willst und was den Rahmen sprengt. Tipp: Es gibt Apps, die das Erstellen und Verwalten von Videobewerbungen erleichtern. Talentcube zum Beispiel.

Umfang: 

Ähnlich wie bei der Videostellenanzeige kannst Du Dich entscheiden, ob Du ein kurzes Vorstellungsvideo plus ergänzende Bewerbungsunterlagen möchtest, oder ob Dir die Bewerbung per Video reicht. Dementsprechend solltest Du Deinen Talenten mitteilen, wie umfangreich das Video sein soll. Zudem gilt: Du entscheidest, wie viel Zeit Du für das Ansehen eines Bewerbungsvideos investieren willst. Gib diese Angaben anschließend an Deine Zielgruppe weiter.

Wie sieht das Ganze aus?

Je nach Berufsfeld können die Videos stark variieren. Was möchtest Du sehen? Suchst Du beispielsweise einen Creative Director, dann darfst Du ruhig ein etwas aufwändiger produziertes Video erwarten. Bei weniger kreativen Berufen reicht sicher eine mit dem Smartphone aufgenommene kurze Vorstellung des Bewerbenden.

Tipp: Viele Bewerber*innen sind noch nie mit einer Videobewerbung in Kontakt gekommen. Wenn Du kannst, dann stelle ein Beispielvideo zur Verfügung. Deine Talente werden es Dir danken.

Beispiele: 

Schau Dir doch mal die Videos von Robin und Lea an.

Fazit

Bei diesem Thema lohnt es sich definitiv, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und etwas Neues auszuprobieren! Lass´ Dich von den Großen inspirieren und mache Dir die verschiedenen Formate zu Nutze, um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, Deine Angestellten ans Unternehmen zu binden und neue Kunden zu gewinnen.

Bildquelle: Brett Sayles | pexels.com 

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