Die neue Candidate Experience: So umgehst Du die Top Fails vieler Arbeitgeber

Was Bewerber wollen: Schnelle digitale Prozesse und möglichst keine Wartezeiten. Was Sie bekommen: Laaaaaaange Reaktionszeiten und miese Workflows. Das ist alles andere als eine gute Candidate Experience. Wir zeigen Dir, wie Du die Welt für Deine Bewerber ein bisschen besser macht. 

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Definition: Was bedeutet
Candidate Experience?

Unter dem Begriff Candidate Experience sind alle Erfahrungen zu verstehen, die Kandidaten im Bewerbungsprozess mit einem Unternehmen sammeln. Und dass die oft besser ausfallen könnten, belegen Studien seit Jahren. Okay, zugegeben. Viele Unternehmen haben in Sachen Candidate Experience nachgebessert und sind inzwischen vor allem in den ersten Schritten des Bewerbungsprozesses moderner aufgestellt.

Sie setzen zunehmend auf gut designte und recht informative Karriereseiten und Stellenanzeigen, die auch mobil gut abrufbar sind. Auch die Social Media-Auftritte können sich mehr und mehr sehen lassen. Hier können sich Talente bei vielen Arbeitgebern abwechslungsreiche Bilder oder Videos aus dem Unternehmen ansehen und sich in gut gemachten Blog-Posts über die Arbeitsbedingungen und die Benefits in einem Unternehmen informieren. Hier haben Arbeitgeber ihre Hausaufgaben gemacht. 

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Der Punkt, an dem die Painpoints
in der Candidate Experience beginnen

Die Painpoints in der Candidate Experience beginnen meist an einem späteren Punkt des Bewerbungsprozesses. Und zwar in dem Moment, in dem ein Bewerber die Entscheidung fällt: “Hier bewerbe ich mich.” Und dann nimmt das Drama seinen Lauf, wie die Candidate-Experience-Studie von softgarden belegt: Satte 64,4 Prozent der Kandidaten haben spätestens an dieser Stelle schon einmal die Reißleine gezogen und den Bewerbungsprozess abgebrochen, weil es ab hier zu komplex und zu umständlich wird.

Du kratzt Dich jetzt bestimmt grübelnd am Kopf: Was läuft da schief? Wir haben Dir mal die Top-Fails aufgelistet, die Unternehmen regelmäßig unterlaufen, nachdem Kandidaten auf den Bewerben-Button geklickt haben. Und wir sagen Dir natürlich auch, wie es besser geht. 

Candidate Experience Fail #1:
Klick und Job? Von wegen!

Wir leben in Zeiten von „Click & Meet“ oder „Click & Collect“. „Click & Job“ bleibt aber für viele Kandidaten ein Wunschtraum. Denn was nach dem Klick auf den Bewerben-Button in einer Stellenanzeige passiert, ist weit von dem Parameter “schnell & einfach” entfernt. Der Grund: Die meisten Arbeitgeber bevorzugen nach wie vor Online-Formulare, von denen Kandidaten aber zunehmend genervt sind.

Denn die meisten Formulare sind ellenlang und somit gerade für Kandidaten, die sich mobil bewerben wollen, nur schwer auszufüllen. Viele passen sich noch nicht mal auf die Höhe und die Breite des Smartphones an, was die Sache mit der Bewerbung per Handy nicht gerade leichter macht. Außerdem kommt es gerne mal zu technischen Aussetzern. Das Formular schmiert plötzlich ab und alle Eingaben sind dahin. Nur die wenigsten Talente beginnen dann nochmal von vorn. Stattdessen versuchen sie ihr Glück bei einem anderen Arbeitgeber, der verstanden hat, was mobile Bewerber brauchen.  

So geht’s besser!

Mach’s Deinen Kandidaten genauso einfach wie beim Shopping, wo Käufe mit wenigen Fingertipps erledigt werden können. Ermögliche Ihnen zum Beispiel eine Schnell-Bewerbung, bei der sie mit einem Klick die Angaben aus ihrem Xing- oder LinkedIn-Profil in Dein Bewerberformular kopieren können. 

Alternativ bietet sich die Bewerbung per Chatbot an. Das Prinzip: Kandidaten klicken auf den Bewerben-Button in einer Stellenanzeige, ein Dialogfenster poppt auf, das aussieht, wie ein Instant Messenger. Ein Chatbot fragt nun schnell, kurz und bündig wesentliche Informationen zum Lebenslauf ab. Viele Talente werden davon begeistert sein. Immerhin verbringen sie täglich viel Zeit mit Instant Messengern. Daher fühlt sich eine Bewerbung über einen Chatbot für sie unglaublich natürlich an. So hebst Du die Candidate Experience auf ein ganz neues Level.  

Candidate Experience Fail #2:
Der Arbeitgeber fordert ein Anschreiben

Für Recruiter ist es so etwas wie der heilige Gral der Bewerbung, für Kandidaten ist es einer der größten Painpoints im Recruiting: Das Anschreiben. (An dieser Stelle würde jetzt in einem zweitklassigen Horrorfilm von irgendwoher ein schriller Schrei erfolgen… Aber Spaß beiseite.)  Wir fragen uns schon lange, warum Arbeitgeber so vehement an diesem Recruiting-Relikt festhalten. Denn Hand aufs Herz: Die Aussagekraft von Anschreiben geht doch eh meist gegen Null. Viele der Schriftwerke bestehen aus fertigen Textbausteinen aus dem Netz oder wurden von einem Freund getippt, der sich aufs Schreiben versteht. Der Persönlichkeit eines Talents kommst Du so aber nicht auf die Spur.

Dafür vergraulst Du wieder jede Menge mobile Bewerber. Stell Dir doch bitte mal folgende Situation vor: Du hast eine tolle Stellenausschreibung entdeckt und willst Dich spontan über Dein Handy bewerben. Du rufst das Bewerberformular auf, es lässt sich überraschenderweise vielleicht sogar recht schnell ausfüllen. Bis Du zu diesem Punkt kommst: Der Arbeitgeber will ein kurzes Anschreiben. Wie sollst Du das bitte aus dem Stand heraus auf dem kleinen Display formulieren? Und das auch noch ohne Rechtschreibfehler. Damit endet die Candidate Experience vieler Kandidaten. Sie geben auf. 

So geht’s besser!

Das Smartphone ist gerade für junge Kandidaten das Cockpit, mit dem sie ihr ganzes Leben steuern. Mit zeitfressenden Bewerbungsprozessen, die noch nicht mal mehr einen Mehrwert bieten, wirst du viele von ihnen vor den Kopf stoßen. Mach‘ Dir und Kandidaten Luft und trenne Dich von den Elementen in der Bewerbung, die überflüssig sind. 

Candidate Experience Fail #3: Wenig Experiementierfreude bei der Kommunikation

Wir haben ja vorhin schon drüber gesprochen: Instant Messenger wie WhatsApp haben die Kommunikation komplett verändert. Jeder von uns textet, was das Zeug hält. Und viele Bewerber würden es auch extrem schätzen, über einen Messenger den kurzen Draht zu einem Arbeitgeber zu haben und diesem zum Beispiel im laufenden Bewerbungsprozess Rückfragen stellen zu können. So passiert alles über E-Mail oder Anrufe. Doch das ist oft langwierig.

So geht’s besser!

Du kannst WhatsApp ganz leicht von Anfang an in Dein Recruiting integrieren. Wenn Du zum Beispiel Jobs bei Facebook postest, bietet das Social Network mit “Click to WhatsApp” eine Funktion an, mit der Bewerber die Möglichkeit haben, direkt zu Beginn des Recruitingprozesses über die Anzeige mit Dir in Kontakt zu treten. Der Klick auf den Button „WhatsApp-Nachricht senden” genügt und schon seid Ihr miteinander vernetzt. Einfacher geht’s nicht.

Candidate Experience Fail #4:
Gähn... es dauert, dauert und dauert

Was viele Talente außerdem nervt: Nachdem sie ihre Bewerbung bei einem Unternehmen eingereicht haben, warten, warten und warten sie. Und sie warten, warten und warten. Manchmal vergehen zwei bis drei Wochen, bis sie etwas von dem Arbeitgeber hören. Sorry, aber das geht gar nicht.  

Talente sind es aus anderen Bereichen gewöhnt, dass alles schnell geht. Sie bekommen innerhalb 24 Stunden Warenbestellungen geliefert und alle möglichen Services und Dienste stehen auf Knopfdruck zur Verfügung. Also ist es unplausibel, dass ein Bewerbungsprozess viele Wochen in Anspruch nimmt. Und das dann auch konsequent ohne jede Rückmeldung. In allen anderen Bereichen bekommt man doch auch einen Statusbericht, wenn Dinge mal länger dauern.

So geht’s besser!

Logisch kann eine Bewerbung nicht innerhalb 24 bearbeitet sein. Immerhin werden meist mehrere Gespräche geführt und das Recruiting-Team muss sich abstimmen. Dann betreibe aber wenigstens Erwartungsmanagement bei Kandidaten, wenn’s mal wieder länger dauert. Sage Ihnen direkt nach Eingang der Bewerbung, was hinter Deinen Kulissen passiert und wie lange es in etwa dauert. Verzögern sich Prozesse, gibt rechtzeitig Rückmeldung. Lass‘ Deine Talente einfach jederzeit wissen, wie der Stand der Dinge ist. So haben sie nicht das Gefühl, dass ihre Bewerbung untergegangen ist.

Fazit: Der Kandidat muss in den Mittelpunkt rücken

´Was kannst Du aus all diesen Beispielen mitnehmen? Vor allem, dass es wichtig ist, den Kandidaten stärker in den Mittelpunkt des Recrutings zu rücken. Ganz gleich, ob Du als Personalvermittler oder Personalverantwortlicher rekrutierst, wichtig ist, bei jedem Schritt zu hinterfragen: Wie hätte es der Kandidat gerne? Was kommt seinen Bedürfnissen und Gewohnheiten am nächsten? Und wenn Du alte Recruiting-Zöpfe abschneiden musst, und die Candidate Experience zu verbessern, dann tu das. Und vor allen Dingen nutze die technischen Möglichkeiten, die sich Dir inzwischen bieten. Mach es insbesondere mobilen Kandidaten leichter, sich bei Dir zu bewerben. So zeigst Du , dass Dein Recruiting alles andere als vorgestrig ist und alle sind happy.

Du bist Dir bei dem ein oder anderen Punkt unsicher? Kein Problem! Dafür gibt’s uns. Wir beraten Dich gerne!

Bildquelle: www.pexels.de / Tim Samuel

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