Schachfiguren auf einem Schreibtisch. KI-generiert

Die 12 Archetypen im Berufsleben: Stärken erkennen und Teams erfolgreich zusammenstellen

Auf der Arbeit ist nicht jeder gleich. Genau das macht Teams spannend – aber manchmal auch tricky. Das System der 12 Archetypen sind ein cleverer Weg, um herauszufinden, wer im Team welche Rolle spielt und wie man besser zusammenarbeitet. Ein einfaches Modell, das Dir hilft, Kandidat*innen und Mitarbeiter*innen besser zu verstehen. Wenn Du wissen willst, wie Du Dein Team fit für jede Herausforderung machst, dann wirf mit uns einen Blick auf die 12 Archetypen!
People & Culture
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Inhalt

Die 12 Archetypen: Eine Definition

Die 12 Archetypen sind so etwas wie Grundtypen menschlicher Persönlichkeiten – also typische Rollen, in die Menschen oft passen, ganz egal aus welchem Land oder Kulturkreis. Sie zeigen, was jemanden antreibt, wie jemand tickt und was ihm oder ihr im Leben wichtig ist.

Von der mutigen Heldin über den fürsorglichen Beschützer bis zur kreativen Rebellin ist alles dabei. Diese Typen helfen uns, Menschen besser zu verstehen – und auch nachzuvollziehen, warum sie sich in bestimmten Situationen so verhalten. Im Job kann das supernützlich sein: etwa im Recruiting, bei der Teamzusammenstellung und der Mitarbeiterführung – aber dazu später mehr.

Wer hat das Modell der 12 Archetypen entwickelt?

Die Idee der Archetypen stammt von Carl Gustav Jung, einem Schweizer Psychiater, der Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt hat. Er meinte, dass in uns allen bestimmte Urtypen stecken – also ganz grundlegende Persönlichkeitsmuster.

Diese Typen sind nicht einfach nur Rollen, sondern tief verwurzelte Verhaltensmuster, die uns beeinflussen – oft ohne, dass wir’s merken. Später haben andere das Konzept weiterentwickelt, z. B. Carol S. Pearson und Margaret Mark. Bis heute helfen uns die Archetypen z. B. dabei, Menschen besser einzuschätzen.

Die 12 Archetypen und ihre wichtigsten Merkmale

Jeder Mensch tickt ein bisschen anders – aber viele Persönlichkeitsmuster wiederholen sich auf erstaunlich ähnliche Weise. Die 12 Archetypen nach C. G. Jung zeigen, welche typischen Rollen wir im Leben (und im Job!) einnehmen können:

1. Der Held/Die Heldin

2. Der Weise/Die Weise

3. Der Unschuldige/Die Unschuldige

4. Der Entdecker/Die Entdeckerin

5. Der Rebell/Die Rebellin

6. Der Schöpfer/Die Schöpferin

7. Der Fürsorgliche/Die Fürsorgliche

8. Der Magier/Die Magierin

9. Der Narr/Die Närrin

10. Der Liebende/Die Liebende

11. Der Herrscher/Die Herrscherin

12. Der Jedermann/Die Jedefrau

Warum sind die 12 Archetypen im Recruiting hilfreich?

Die 12 Archetypen können Unternehmen dabei unterstützen, Persönlichkeiten, Motive und Verhaltensweisen von Bewerbenden besser zu verstehen. Neben fachlichen Qualifikationen spielen im Recruiting auch Werte, Motivation und die Passung zur Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Das Archetypen-Modell bietet hierfür eine hilfreiche Orientierung und kann Personalverantwortlichen dabei helfen, fundiertere Personalentscheidungen zu treffen.

Wie lassen sich die 12 Archetypen im Recruiting erkennen?

Im Bewerbungsgespräch oder Auswahlprozess helfen Dir die Archetypen, wenn Du weißt, worauf Du achten musst:

1. Sprache in Anschreiben und Gespräch

Kandidat*innen verraten durch ihre Formulierungen viel über ihren Archetyp:

2. Körpersprache und Verhalten im Interview

Kandidat*innen verraten durch ihre Formulierungen viel über ihren Archetyp:

3. Motivationsfragen gezielt stellen

Nutze Fragen wie „Was ist Ihnen im Job am wichtigsten?“ oder „Was motiviert Sie, morgens aufzustehen?“.

4. Archetypen in Assessment-Centern oder Tests sichtbar machen

Fallstudien, Rollenspiele oder Kreativaufgaben zeigen schnell, welcher Archetyp dominiert:

5. Wichtig: Flexibel bleiben

Niemand ist nur ein Archetyp – Menschen zeigen meist eine Mischung. Für Dich als Recruiter*in geht es darum, dominante Muster zu erkennen und zu prüfen, ob diese zur ausgeschriebenen Rolle und zum Team passen.

Die 12 Archetypen richtig einsetzen

Ein perfektes Team besteht nicht nur aus einem Typ, sondern aus einer guten Mischung verschiedener Archetypen. So ergänzen sich Stärken und Schwächen und das Team wird richtig gut. Hier kommt mal eine Beispiel-Zusammenstellung aus den 12 Archetypen, die gut zusammenarbeiten:

Natürlich kann die perfekte Mischung je nach Aufgabe und Branche variieren – aber so hast Du ein Team, das anpackt, klug plant, gut miteinander auskommt und auch mal neue Wege geht.

Grenzen des Modells der 12 Archetypen

Die 12 Archetypen können dabei helfen, Persönlichkeiten, Motive und Verhaltensweisen besser zu verstehen. Dennoch handelt es sich um ein Orientierungsmodell und nicht um ein wissenschaftlich validiertes Diagnoseinstrument. Menschen sind komplex und lassen sich nicht eindeutig einem einzelnen Archetypen zuordnen. 

Und wenn man zu sehr an den Archetypen festhält, kann das auch schnell zu Stereotypen führen, die Vorurteile fördern oder wichtige Nuancen verschlucken. Deshalb sind die 12 Archetypen ein tolles Hilfsmittel, um Menschen besser zu verstehen – aber man sollte sie immer mit gesundem Menschenverstand und offenem Blick nutzen und niemals als starre Schablone sehen.

Es macht nicht nur einen Unterschied, was für ein Archetyp jemand ist, auch Verschiedene Generationen und Zielgruppen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse. In unserem kostenlosen Info-PDF erfährst Du, wie Du eine optimale Zielgruppenanalyse durchführt, um deine Wunsch-Talente zielgerecht anzusprechen. Jetzt herunterladen!

FAQs zu den 12 Archetypen

Welcher der 12 Archetypen ist der beste?

Es gibt keinen „besten“ Archetypen. Jeder Persönlichkeitstyp bringt individuelle Stärken, Motive und mögliche Herausforderungen mit. Welcher Archetyp in einem Team oder Unternehmen besonders gut funktioniert, hängt von der jeweiligen Aufgabe, der Unternehmenskultur und den Anforderungen der Position ab. Entscheidend ist nicht der Archetyp selbst, sondern wie gut seine Stärken zur jeweiligen Rolle passen.

Kann ein Unternehmen mehrere Archetypen haben?

Ja. Unternehmen vereinen häufig Eigenschaften mehrerer Archetypen. Für eine klare Positionierung im Employer Branding empfiehlt es sich jedoch, einen dominierenden Archetypen und gegebenenfalls einen ergänzenden Typ zu definieren. So entsteht eine konsistente Arbeitgebermarke, die sich in Kommunikation, Unternehmenskultur und Führung widerspiegelt.

Wie werden Archetypen im Employer Branding genutzt?

Im Employer Branding helfen Archetypen dabei, die Arbeitgebermarke emotional und authentisch zu positionieren. Sie unterstützen Unternehmen dabei, die richtige Tonalität, Bildsprache und Botschaften für ihre Zielgruppen zu entwickeln. Ein Entdecker-Archetyp steht beispielsweise für Freiheit und Entwicklungsmöglichkeiten, während ein Fürsorger Sicherheit, Wertschätzung und Zusammenhalt vermittelt. Archetypen ergänzen die Employer Value Proposition, ersetzen jedoch keine glaubwürdigen Einblicke in den Arbeitsalltag.

Welche Archetypen eignen sich für Social Recruiting?

Welcher Archetyp im Social Recruiting am besten funktioniert, hängt von der Zielgruppe und den Recruiting-Zielen ab. Der Narr kann Aufmerksamkeit durch Humor erzeugen, der Rebell spricht Menschen an, die Veränderungen suchen, der Entdecker vermittelt Abenteuer und Entwicklungsmöglichkeiten, während der Jedermann Nähe und Authentizität ausstrahlt. Wichtig ist, dass alle Inhalte – von der Anzeige bis zum Bewerbungsprozess – eine stimmige und glaubwürdige Geschichte erzählen.

Wie findet ein Unternehmen den passenden Marken-Archetyp?

Der passende Marken-Archetyp ergibt sich aus der Unternehmenskultur, den Werten, dem Arbeitgeberversprechen und den Erwartungen der Zielgruppe. Hilfreich sind Workshops, Mitarbeiterbefragungen, Kulturanalysen sowie Wettbewerbsvergleiche. Anschließend sollte überprüft werden, ob sich der gewählte Archetyp tatsächlich in der Kommunikation, Candidate Journey und im Arbeitsalltag widerspiegelt.

Was ist die Schattenseite eines Archetyps?

Jeder Archetyp besitzt neben seinen Stärken auch mögliche Schwächen. Ein Held kann beispielsweise Leistungsdruck erzeugen, ein Herrscher kontrollierend wirken, ein Fürsorger zu selbstaufopfernd handeln und ein Rebell unnötige Konflikte auslösen. Das Wissen um diese Schattenseiten hilft Unternehmen dabei, ihre Kommunikation ausgewogen zu gestalten und ein authentisches Arbeitgeberbild zu vermitteln.

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Reemko Ruth

Reemko Ruth ist studierter Soziologe und Sozialwissenschaftler. Er war unter anderem tätig als Mitarbeiter in Forschung und Lehre, als universitärer Gastredner und als wissenschaftlicher Autor. Mittlerweile recherchiert und schreibt er seit vielen Jahren als Experte rund ums Thema Personalgewinnung – mit besonderer Expertise in den Bereichen Employer Branding, Social Recruiting und Personalmanagement.

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