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NoGos in Stel­len­an­zei­gen und wie Sie diese vermeiden

Bewerber sind knapp, Unternehmen suchen drin­gend nach neuen Mit­ar­bei­tern. Dies betrifft nicht nur Fach­kräfte, sondern auch in nahezu allen an­de­ren Bereichen herrschen Eng­pässe. Doch was tun, wenn Sie zwar freie Stellen anzubieten haben, aber keine Be­wer­bungen generieren?
Halten Sie gewisse Kriterien ein: Ver­mei­den Sie lange Fließtexte, punkten Sie mit Benefits und ver­schaf­fen Sie einen ehrlichen und genauen Über­blick über die zu besetzende Position. Haben Sie das Interesse geweckt, ver­mei­den Sie im Nach­hi­nein einen zu langwierigen und komplizierten Be­wer­bungs­pro­zess.
Um den gewünschten Erfolg zu erzie­len und Be­wer­ber von Ihnen zu über­zeu­gen, haben wir hier vier Punkte zusammengefasst, die es zu ver­mei­den gilt.

Ein zu kreativer Stellentitel

Zugegeben – ein Titel wie „Sales Ninja“ oder „Tech­ni­scher Allrounder“ stechen zwar aus der Masse heraus und können in Ver­bin­dung mit einem pfif­fi­gen Text genau die Person anlocken, die Sie er­rei­chen wollen. Aber Sie laufen Gefahr, dass Ihre An­zei­ge nicht gefunden wird. Jobsuchmaschinen ar­bei­ten zwar zum Großteil mit einer semantischen Volltextsuche, aber dennoch ist der Stel­len­ti­tel (Title-Tag) das A und O einer gut gerankten Anzeige.
Eine suchende Person geht immer von sich selbst aus: „Was bin ich? Welchen Beruf habe ich erlernt?“. Mit einem „Mediengestalter“ erreichen Sie die Be­wer­ber durch ein gutes Ranking – mit einem „Kreativen Kopf“ nicht.

Unser Tipp: Versetzen Sie sich in die Lage des Suchenden und wählen den Titel nach Aus­bil­dungs­be­ruf oder Studiengang, ver­mei­den Sie hierbei den Plural.
Wenn Sie eine solche Formulierung nutzen möch­ten, dann bevorzugt im Fließtext oder als ein­lei­ten­den Satz vor dem Stellentitel.

 

Zu lange Fließtexte

Wir alle sind durch Bilder, Videos und Grafiken im Internet verwöhnt, denn dies bedeutet: Schnelle und bequeme In­for­ma­tions­be­schaf­fung. Eine ähn­liche Erwartungshaltung haben poten­zielle Bewerber bei einer Stellen­an­zei­ge: Bilder sind für Viele ein Muss, schön sei auch ein Video, bei­spiels­wei­se auf der unter­neh­mens­ei­ge­nen Kar­rie­re­sei­te. Anzeigen sollen ab­wechs­lungs­reich und an­spre­chend sein, dazu noch alle In­for­ma­tionen liefern, die der Bewer­ber benötigt.
Reine Fließtexte begeistern niemanden – lockern Sie Ihre Anzeige auf! Strukturieren Sie sie durch und geben einen klaren Über­blick: Gliedern Sie Ihre Anzeige in Unter­neh­mens­text, Aufgaben, Vo­raus­setz­ung­en, Benefits und bieten Sie eine Kon­takt­mög­lich­keit, wenn möglich einen direkten An­sprech­part­ner. Wichtig hierbei ist, dem Ganzen auch optisch einen klaren Rahmen zu geben und die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen in Auf­zäh­lungs­punk­te zu setzen, im Idealfall je ca. fünf. Vermeiden Sie außerdem Phrasen: „flache Hierarchien und ein dyna­mi­sches Team“ sind lobenswert, aber relativ nichtssagend. Definieren Sie stattdessen lieber: „Sie arbeiten in einem vierköpfigen Team. Wir sind moti­viert und leben eine offene Kommunikations­kultur auf Augen­höhe.“
Im unteren Teil der Anzeige bietet sich ein ge­stal­te­ter Bewer­bungs­button an, über den man schnell und einfach die Unterlagen übermitteln kann.

Unser Tipp: Nutzen Sie eigenes Bild- und Video­ma­te­rial! Nur so kann sich ein Interessent einen authen­tischen Eindruck von Ihrem Un­ter­neh­men verschaffen. Bleiben Sie auch hierbei unbedingt bei der Wahrheit – ein Firmenprofil, das falsche Tat­sachen vor­gau­kelt, sorgt im Nachhinein für Enttäuschung.

 

Keine individuellen Mehrwerte

In den meisten Branchen sind mehr freie Stellen zu besetzen als Bewer­ber vorhanden. Nutzen Sie hier die Chance, sich als Un­ter­neh­men vor­zu­stel­len. Scheuen Sie sich nicht, her­vor­zu­he­ben, was Sie als Firma be­son­ders macht und warum sich der- oder die­je­ni­ge genau bei Ihnen be­wer­ben sollte. Attraktive Benefits können sein:

– Gleitzeit
– Homeoffice
– Kostenfreie Weiterbildungsmöglichkeiten
– Lockeres Arbeitsklima mit einer Open-Door-Politik
– Nennung der Gehaltsspanne

Unser Tipp: Seien Sie bei Ihrem Angebot und der Un­ter­neh­mens­vor­stel­lung so genau wie möglich und bleiben Sie ehrlich. Ver­mei­den Sie unbedingt, mit Dingen zu werben, die Sie nicht bieten. Leben Sie in Ihrem Un­ter­nehmen eine Du-Kultur? Dann lohnt es sich, die Anzeige auch so zu formulieren. Wenn ein Bewerber sich davon nicht ange­sprochen fühlt, verzichtet er von vorneherein auf die Be­wer­bung – dies spart beiden Seiten viel Zeit.

 

Missachtung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)

Das AGG soll Benachteiligungen im Arbeitsleben aufgrund bestimmter Eigenschaften oder per­sön­li­cher Ansichten vermeiden. Hierbei geht es im Einzelnen um:

– Die ethnische Herkunft
– Die Rasse
– Die Religion
– Das Geschlecht
– Das Alter
– Die sexuelle Identität
– Die Weltanschauung

Während unsere anderen Gründe „ledig­lich“ zu einer schlechten Auf­find­bar­keit führen oder wenige Bewerber auf­grund einiger For­mu­lie­rung­en ge­ne­rieren, kann eine Nicht­ein­hal­tung des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setzes (AGG) schwere recht­liche Konsequenzen haben.
Auch von einschränkenden For­mu­lierungen wie „Sie haben 5-10 Jahre Berufserfahrung“ raten wir dringend ab. Besser: „Sie können min­des­tens 5 Jahre Berufserfahrung vorweisen“ – so wird deutlich, dass der Bewerber zwar Erfahrung mitbringen muss, aber die Jahre werden nicht ein- und ein „älterer“ Kandidat nicht ausgegrenzt.
Ebenfalls eine beliebte, aber heikle Formulierung: „Deutsch als Mutter­sprache“. Damit grenzen Sie auto­ma­tisch sehr viele ge­eig­ne­te Kandi­daten aus. Nutzen Sie hierbei den Begriff „Deutsch auf Muttersprach­niveau“.

Unser Tipp: Das AGG ist ein diffiziles und weit­rei­chen­des Gebiet, bei dem man sehr sorg­sam vor­ge­hen muss. Vermeiden Sie bedenkliche For­mu­lie­run­gen, im Zweifel lassen Sie vorab Ihre Anzeige juristisch prüfen.