Mitarbeiterbindung: Wie halte ich junge Talente langfristig bei mir?

Die Jugend ist die Zukunft unserer Wirtschaft. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Arbeitswelt für sie interessant zu gestalten.

Eine große Schwierigkeit ist jedoch, junge Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen zu binden. Wir verraten Dir Tipps und Tricks. Erfolg garantiert!

 

Ilayda Akar
Ilayda Akar
Ilayda ist duale Studentin an der IUBH Frankfurt im Studiengang Marketingmanagement (Bachelor of Arts). Als Teil der Generation Z kann Sie einmaligen Einblick in die Zukunft des Arbeitsmarkts und die Denkweise der Nachwuchs-Talente bieten.

Weshalb verlassen junge Mitarbeiter das Unternehmen?

Bevor Du Dich mit Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung auseinandersetzt, solltest Du Gründe und Motive hinter der Fluktuation feststellen.

Beweggründe für den Austritt aus einem Unternehmen

  • Keine Aufstiegschancen
  • Versäumnisse bei der Einführung und Integration am neuen Arbeitsplatz
  • Uninteressante Aufgaben und zu viele Routinetätigkeiten
  • Unterforderung
  • Zu hohe Arbeitsbelastung und zu lange Arbeitszeiten
  • Unzufriedenheit mit dem Gehalt
  • Schlechtes Arbeitsklima, Mobbing oder Unzufriedenheit mit der Unternehmenskultur
  • Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen
  • Geringe Wertschätzung durch Vorgesetzte
  • Schlechte Work-Life-Balance

Statistiken zufolge ist für ca. die Hälfte der jungen Arbeitnehmer ein gutes Arbeitsklima und eine optimale Work-Life-Balance von großer Bedeutung. Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit sind bspw. wichtige Faktoren, um das Arbeits- und Privatleben in Einklang zu bringen. Das ist besonders wichtig, um zeitgenössischen Erkrankungen, wie z.B. dem Burnout, entgegenzuwirken.

Säulen erfolgreicher Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung ist komplex und hat viele Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Bonago hat hierzu sechs Säulen formuliert, die du definitiv in die Praxis umsetzen solltest.

1. Das Arbeitsumfeld – Ort des Wohlfühlens statt monotonem Arbeitsplatz

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre ist zielführend, wenn man die Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen steigern will. Außerdem trägt ein positives Arbeitsumfeld zur Imageverbesserung des Unternehmens bei, wodurch es automatisch attraktiver für neue Bewerber wird.

Beispiele

  • Betriebsfeiern und Events
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Vertrauensarbeitszeiten
  • Teilzeit ermöglichen (z. B. Jobsharing, Vario)
  • Überstunden und Wochenendarbeit vermeiden oder reduzieren
  • Kostenlose Getränke und Snacks (z.B. Automaten)
  • Bezahlte Abwesenheit (z. B. Sabbaticals, Familienzeit)
  • Home Office Möglichkeit
  • Kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter
  • Freie und spontane Urlaubsplanung ermöglichen
  • Vollständige Arbeitsausrüstung (eigener Laptop, Schreibmöglichkeiten etc.)
  • Ansprechende Pausenräume (z.B. mit Spielen)
  • Transparente Kommunikation

2. Gesundheit, Sport und Freizeit

Ein gutes Wohlbefinden und eine gesunde Lebensweise sind Faktoren, die die Motivation der Arbeitnehmer positiv beeinflussen und das Vertrauen gegenüber dem Unternehmen stärken. Setze deshalb auf Maßnahmen, die das Wohlbefinden der Mitarbeiter stärken.

Beispiele

  • Betriebsarzt engagieren
  • Ernährungsberatung
  • Regelmäßige Gesundheitschecks (z. B. Impfungen, Seh- und Hörtests, Immunsystem-Test)
  • Betriebliche Altersversorgung
  • Betriebliche Krankenversicherung
  • Finanz- und Vermögensberatung
  • Lebensversicherung
  • Risikoversicherungen
  • Versicherungsprogramme
  • Gesundes Mittagessen oder Kantine spendieren
  • Flexible Pausenzeiten (nach individuellem Bedürfnis)
  • Ergonomische und abwechslungsreiche Sitzmöglichkeiten
  • Kurze Pausen für Yoga oder Meditation

3. Personalentwicklung

Durch die Fort- und Weiterbildungen kannst Du Mitarbeiter fördern, sodass sie nicht das Gefühl haben, in ihrer Karriere stehen zu bleiben. Außerdem holst Du Dir mehr Kompetenz ins Team – eine Win-Win-Situation.

Beispiele

  • Job Enlargement (der Mitarbeiter erhält zusätzliche Aufgaben, aus dem bisherigen Anforderungsprofil, als Ergänzung zu seinen bisherigen Tätigkeiten)
  • Job Enrichment (die bisherige Tätigkeit eines Mitarbeiters wird um Arbeitsumfänge auf hoherem Niveau erweitert)
  • Job Rotation
  • Kompetenz-Center
  • Internes Mentoring
  • Fortbildungen/Seminare/Workshops
  • Wissenstransfer
  • Zusatzqualifikationen
  • Projektarbeiten
  • Personalgespräche

4. Arbeitgebermarketing und Employer Branding

Professionelles Arbeitgebermarketing bringt auf der Suche nach guten Mitarbeitern einige Vorteile mit sich.

Ziel des externen Arbeitgebermarketings ist es, eine ansprechende Außenwirkung, um sich am Markt zu etablieren und sich durch diese Positionierung erheblich von den Mitbewerbern abzusetzen. Es konkretisiert zudem nicht nur das allgemeine Bild des Unternehmens, sondern möchte, dass sich potenzielle Bewerber mit der Firmenphilosophie identifizieren können.

Das interne Employer Branding ist ebenfallsvon großer Wichtigkeit, da es die Angestellten bindet und so einer Abwanderung vorbeugt. So lässt sich verhindern, dass ein geschätzter Arbeitnehmer abgeworben wird und wichtige Kompetenzen mitnimmt, die dem Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Beispiele

  • Arbeitgeberbewertungsportale nutzen
  • Arbeitgeber-Claim
  • Karriere-Events und Messen
  • Markenbotschaften zielgruppenorientiert gestalten
  • Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme einsetzen
  • Social Media nutzen
  • Unique Employer Value Proposition (Die EVP gibt dem Unternehmen ein charakteristisches Profil, welches ein Wettbewerbsvorteil ermöglicht und dabei hilft, Mitarbeiter zu finden und zu binden)

5. Unternehmenskultur und -kommunikation

Intern sollten eine gute Kommunikation sowie eine definierte Unternehmenskultur vorhanden sein. Dies stärkt die Bindung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen und stärkt das Vertrauen in den Arbeitgeber.

Beispiele

  • Transparenz der Unternehmenswerte u. Führungsgrundsätze
  • Grundsätze der Zusammenarbeit
  • Schulungen für Führungskräfte (Wie erkenne ich Überarbeitung, Burnout und Co.?)
  • Mitarbeiterzentrierte Erfolgskultur
  • Work-Life-Balance
  • Vertrauliche Ansprechpartner festlegen
  • Social Responsibility
  • Sustainability (Nachhaltigkeit)
  • Mitarbeiterzeitung
  • Social Media
  • Tag der offenen Tür

6. Vergünstigungen und Vorteile

Belohnungsmaßnahmen wirken sich positiv auf die Mitarbeiterbindung aus. Vergünstigungen und Vorteile machen das Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber.

Beispiele

  • Sachwertbezüge (Gutscheine)
  • Jährliches Reise-Budget für Mitarbeiter
  • Essenszulage, Essenszuschüsse
  • Fahrtkostenzuschüsse
  • Home-PC / Internetpauschale / Mobilgeräte (Handy, Tablet etc.) zur Privatnutzung
  • Personalrabatt für eigene Produkte / Dienstleistungen

Weshalb die Mitarbeiterbindung so wichtig ist – Einflüsse auf das Unternehmen

Die Kündigung eines Mitarbeiters bringt oftmals Konsequenzen für das Unternehmen. Besonders nach langer Zusammenarbeit droht der Verlust von Erfahrungswissen, Know-how und Schlüsselqualifikationen. Es besteht das Risiko, dass der neue Mitarbeiter nicht über die nötigen Kompetenzen verfügt, wodurch sich die hohen Personalbeschaffungskosten nicht rentieren würden. Fakt ist, dass das Arbeitgeberimage dadurch sehr beeinträchtigt werden würde. Schließlich will niemand in einem Unternehmen arbeiten, wo die Mitarbeiter nicht zufrieden sind. Doch auch intern kann es zu Problemen kommen. Verunsicherungen im Unternehmen können den Druck auf die restlichen Mitarbeiter erhöhen. Aufgrund dessen sind Leistungsminderungen und geringe Motivation sehr wahrscheinlich.

Nun ist Dir die Wichtigkeit der Mitarbeiterbindung bewusst geworden. Stellt sich die Frage, ob Mitarbeiterfluktuation auch positive Aspekte mit sich bringt. Ja! Tatsächlich kann das Unternehmen durch Wechsel der Mitarbeiter positiv beeinflusst werden.        Es besteht die Aussicht auf die Einstellung motivierter, neuer Mitarbeiter, wodurch das Unternehmen Know-how und Ideen erlangt. Bleibende Mitarbeiter können ebenfalls von Mitarbeiterfluktuation profitieren, indem für sie eine Aufstiegsperspektive besteht. Der Ehrgeiz stärkt die Produktivität und Motivation am Arbeitsplatz.

Fazit – Dir wurde nun die Wichtigkeit der Mitarbeiterbindung nähergebracht. Sowohl intern, als auch extern, wirkt sich die Mitarbeiterfluktuation auf das Unternehmen aus. Das heißt: Zeit für eine Veränderung!

Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-menschen-6592753/ Mikhail,  https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-menschen-6592753/ Salo Al

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