Metaversum: Arbeiten wir bald als Avatare im Web?

Eigentlich sind Unternehmen ja gerade noch schwer damit beschäftigt im New-Work-Zeitalter anzukommen. Und – schwups – schon ist der Nachfolger von New Work in aller Munde: Arbeiten im Metaversum. Was das ist und wie es die Arbeitswelt möglicherweise verändern wird, erfährst Du in diesem Artikel.

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Ist New Work Schnee von gestern?

2020 ging ein regelrechter Digitalisierungsruck durch die Arbeitswelt. Am meisten machte sich die Veränderung in der Meetingkultur von Unternehmen bemerkbar. Wo ein paar Tage zuvor noch ganz real die Köpfe zusammengesteckt wurden, waren plötzlich nur noch Videokonferenzen angesagt. Willkommen im New-Work-Zeitalter.

Für Mitarbeitende bedeutete die blitzartige Umstellung ihrer Arbeitsweisen anfangs allerdings eine immense Herausforderung, wie Journalist Titus Arnu sehr anschaulich in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung beschrieb: 

„Früher hat man sich bei Konferenzen manchmal gewünscht, der Wortschwall eines Kollegen würde mitten im Satz hängen bleiben und seine Mimik einfrieren. Wenn so etwas im virtuellen Raum zum zehnten Mal passiert, nervt es gewaltig. (…) Am Ende des Tages schwirrt einem der Schädel – und man stellt sich ernsthaft die Frage: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“

Und kaum, dass wir uns endlich an die neuen Arbeitsweisen gewöhnt haben, wirft schon die nächste gigantische Veränderung ihre Schatten voraus. Techfirmen wie Facebook und Co. tüfteln gerade am Metaversum. Meta-was? Wir stellen Dir das Ganze in diesem Artikel mal genauer vor.

Das Metaversum kommt nicht über Nacht

Erstmal vorab: Es besteht kein Grund zur Panik. Das Metaversum bricht nicht über Nacht über uns herein. Bis das Metaversum real wird, wird es noch ein bisschen dauern. Du hast also genug Zeit, Dich darauf vorzubereiten. Klar ist aber schon jetzt: Das Metaversum wird die Arbeitswelt der Zukunft massiv prägen. Also lohnt es sich, gerade für Dich als HR-Expert*in das Thema im Blick zu behalten. 

Fangen wir erstmal damit an, was das Metaversum überhaupt ist. Darunter ist eine rein virtuelle Welt zu verstehen, in die wir als Avatare mittels Virtual-Reality-Brille eintauchen, um dort die verschiedensten Dinge zu verrichten. Wir treffen uns zum Beispiel mit Freund*innen, die weit entfernt wohnen oder Du trainierst für den nächsten Marathon und läufst Deine Strecke auf der virtuellen Champs Elysee. Wobei Du natürlich in Wirklichkeit zuhause auf dem Laufband trainierst. Soweit, so gut. Aber welche neuen Formen der Zusammenarbeit wird das Metaversum ermöglichen? Och, wir hätten da ein paar Ideen. Wir stellen Dir einmal vor, wie wir uns die Zukunft der Arbeit so vorstellen.

#1 Adé Videokonferenz

Die gute Nachricht vorab: Das für uns eher anstrengende zweidimensionale Erlebnis in einer Videokonferenz gehört mit dem Metaversum sicher der Vergangenheit an. Stattdessen betreten wir, oder besser gesagt, unsere Avatare dreidimensionale Meetingräume. Hier sitzen wir mit den virtuellen Abbildern anderer Kolleg*innen an einem Tisch und tauschen uns aus. Der Vorteil: Das Erlebnis ist plastischer als in einer Videokonferenz. Endlich schaut man sich mal wieder direkt an, statt, wie in Teams, Zoom und Co. aneinander vorbei. Außerdem hast Du das Gefühl, mittendrin zu sein, statt ein Betrachter von außen. Gut möglich, dass so ein deutlich intensiverer Austausch als in einem Videocall stattfindet.

Was uns an dieser Stelle allerdings fraglich erscheint: In der virtuellen Welt treffen wir ausschließlich auf Avatare, die wahrscheinlich in vielen Fällen eine optimierte Version des eigenen Ichs darstellen. Können so echte Beziehungen entstehen? Fraglich ist auch, welcher Gestaltungsspielraum bei dem Design der Avatare besteht. Sitzen wir in Business-Meetings möglicherweise bald Gesprächspartnern mit Dinokopf gegenüber, weil sie diesen als Ausdruck ihrer Persönlichkeit verstehen? Es könnte also ein bisschen spooky werden, im Metaversum zu arbeiten. Warten wir’s ab.

#2 Personalentwicklung: Weiterbildung hautnah

Das Metaversum dürfte auch die Personalentwicklung erheblich verändern. Perfekt geeignet ist es zum Beispiel für Bereiche, in denen Einsätze simuliert werden müssen. Rettungssanitäter, Polizisten oder Feuerwehrleute loggen sich künftig einfach in eine realitätsnahe Simulation im Metaversum ein und befinden sich mitten in einem sehr lebensechten Szenario. Ein Ganzkörpersuit könnte dabei für haptische Erlebnisse sorgen und nicht nur Gewicht, Druck oder Widerstand simulieren, sondern auch plötzliche Kälte oder Hitze. Das lässt das Ganze noch echter wirken.

Eine Bereicherung wird das Metaversum auch in der medizinischen Ausbildung sein. Angehende Chirurgen trainieren ihr Operationsvermögen derzeit an echten Leichen. Doch diese Trainingssituation ist nicht annähernd vergleichbar mit der in einem echten OP – und außerdem ziemlich gruselig. Vielleicht operieren junge Ärzte künftig Silikon-Dummys – ergänzt um extrem echt wirkende visuelle Eindrücke aus dem MetaversumAuf diese Weise könnten etwa plötzlich auftretende Blutungen simuliert werden, die schnell gestillt werden müssen. 

Denkbar ist auch, dass sich hochkarätige Mediziner aus der ganzen Welt in das Training einloggen und dem oder der Operateur*in als Avatar zur Seite stehen, ihm oder ihr über die virtuelle Schulter schauen und wichtige Tipps geben. Das würde eine völlig andere Art der Ausbildung ermöglichen. Nicht schlecht, oder? 

#3 Virtuelle Personalauswahl

Dich interessiert wahrscheinlich außerdem: Wie sieht das Recruiting im Metaversum aus? Auch dazu hätten wir ein paar Ideen. Zum Beispiel lassen sich  Assessment Center im Metaversum gut organisieren. So eine klassische Postkorbübung lässt sich virtuell perfekt abbilden. Hier müssen Kandidat*innen unter erheblichem Zeitdruck zehn oder mehr Dokumente – zum Beispiel E-Mails mit zu erledigenden Aufgaben – sichten, priorisieren und gegebenenfalls delegieren. 

Ob sich jedoch der komplette Recruiting-Prozess im Metaversum abbilden lässt, ist aus unserer Sicht fraglich. Spätestens im Bewerbungsgespräch kommt es schließlich auf einen echten Eindruck von Bewerbenden an. Da will man niemandem mit Dino- oder gar Totenkopf-Visage gegenübersitzen. Oder was meinst Du?

Fazit

So, nun kennst Du unsere Überlegungen zum Metaversum. Fest steht: Sobald das Metaversum zur Realität wird, wird sich die Arbeitswelt noch einmal ein gutes Stück von der heutigen entfernen. Ob alle unsere Ideen so zutreffen, bleibt abzuwarten. Wir haben einfach mal im Team drauflos philosophiert, was kommen könnte und unsere Einfälle hier zusammengefasst.

Sicher ist aber, dass sich in der Zusammenarbeit von Teams, in der Personalentwicklung und im Recruiting künftig neue Möglichkeiten eröffnen. Auch Unternehmen werden anders arbeiten und neue Geschäftsmodelle erfinden. Das kann soweit gehen, dass es Unternehmen gibt, die ihren Standort komplett ins Metaversum verlegen, während andere auf eine Mischung aus analoger und virtueller Welt setzen. Bis es aber soweit ist, müssen die Tech-Firmen aber erstmal noch ein bisschen am Metaversum weiterbasteln. Wir halten Dich aber auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Bildquelle: Maxim Hopmann | Unsplash.com 

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