Ghosting im Recruiting: 
Gebrochene Herzen auf beiden Seiten.

Ghosting ist ein Phänomen, das eigentlich aus dem Online-Dating bekannt ist: Über Wochen hat man miteinander gechattet. Das erste Date steht an, aber urplötzlich verschwindet der oder die Angebetete komplett von der Bildfläche. Profil auf Tinder gelöscht, die E-Mail-Adresse führt ins Leere und auf WhatsApp hat Dich Dein Perfect Match geblockt. Sowas gibt’s leider auch im Recruiting. Immer häufiger werden Personalsuchende sitzen gelassen. Manchmal lassen aber auch Personaler Kandidaten sitzen. Über einen unschönen Trend, bei dem letztlich keiner gewinnt. 

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.

Ghosting: Was ist das? Warum nimmt es zu?

Manche Kandidaten nehmen es mit der Zuverlässigkeit bei der Bewerbung leider nicht mehr soooo genau: Recruiter berichten immer häufiger davon, dass Talente zum Beispiel nicht zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Manche gehen sogar noch weiter: Sie unterschreiben einen Arbeitsvertrag, erscheinen am ersten Arbeitstag aber nicht im Büro. Jeder Anruf, jede Mail läuft ins Leere. Der Kandidat ist wie vom Erdboden verschluckt. Ghosting nennt sich dieser Trend, der Personalsuchende zunehmend in Atem hält.

Richtig verlässliche Zahlen oder Erhebungen gibt es in Deutschland zu dem Thema zwar noch nicht. Aber in den USA hat das Jobportal Indeed 2019 in einer Studie ermittelt, dass dort bereits 83 Prozent der Unternehmen schon einmal von einem Bewerber geghostet worden sind. Das Phänomen scheint zunehmend über den großen Teich nach Deutschland zu schwappen. Hierzulande beobachten Recruiter jedenfalls eine Zunahme an Ghosting.

Immer mehr Bewerber
verschwinden auf Nimmerwiedersehen

Eine von ihnen ist Emine Yilmaz, Vice President für den Bereich Direktvermittlung beim Personaldienstleister Robert Half in München. Sie vermittelt täglich Kandidaten in neue Jobs und schätzt laut eines Spiegel-Artikels: Die Zahl der Bewerber, die sich urplötzlich aus Bewerbungsprozess verabschieden, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.

Das ist durchaus eine Hausnummer und leider in manchen Fällen auch eine ziemlich teure. Während ein geschwänztes Bewerbungsgespräch für ein Unternehmen vielleicht nicht mehr als eine ärgerliche Angelegenheit ist, wird es aber so richtig kostenintensiv, wenn etwa der neue Kreativ-Chef ohne Angabe von Gründen doch nicht zum geplanten Kampagnenstart zur Verfügung steht. Das kann Unternehmen so viel kosten, dass manche sogar vor Gericht ziehen und Schadensersatzansprüche geltend machen. Manche verankern eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag. Nach dem Motto: Im Falle von Ghosting drohen empfindliche Strafen

Ghosting: Die möglichen Ursachen

Das Ghosting alles andere als ein Kavaliersdelikt ist, liegt somit auf der Hand. Wir haben uns allerdings gefragt: Worauf ist die steigende Unzuverlässigkeit der Kandidaten zurückzuführen? Gibt es dafür Gründe? Das versuchte die amerikanische Studie „What causes Workplace Ghosting?” schon vor zwei Jahren zu erurieren und förderte verschiedenste Antworten zutage.

Eine davon ließ uns aufhorchen: Bei mehr als einem Drittel der Fälle liegt dem Ghosting eine Art Racheakt zugrunde. Jedenfalls gaben 36 Prozent der Befragten an, selbst schon von Unternehmen geghostet worden zu sein. Also drehten sie einfach den Spieß herum, wenn Recruitingprozesse zu wünschen übrig ließen oder sie sich über bestimmte Dinge geärgert hatten.

Wie lässt sich Ghosting vermeiden?

Das sollte Arbeitgebern zu denken geben: Denn ganz offensichtlich haben sie es in gewisser Weise selbst in der Hand, ob sie geghostet werden oder nicht. Wer mit gutem Beispiel vorangeht und in seinem Recruiting darauf achtet, Bewerbern wertschätzend zu begegnen und  und ihnen beste Recruiting-Services bietet, hat gute Chancen, dem Ghosting-Schicksal zu entgehen. Warum sollten Talente einem Unternehmen dann bewusst Schaden zufügen? 

Ernüchternderweise sind derartige top Recruiting Services allerdings leider nicht allzu weit verbreitet, wie die Studie Recruiting Trends 2020 nahelegt. Laut dieser machen 37 Prozent der Kandidaten so gar keine guten Erfahrungen bei einer Bewerbung. 

Sie klagen über…

  • langwierige Prozesse, bis endlich eine Entscheidung fällt.
  • … eine schlechte Atmosphäre während des Vorstellungsgesprächs.
  • mangelnde Wertschätzung im kompletten Recruiting.

Warum Talente oft nicht zufrieden sind

All das erregt Unverständnis – wen wundert’s? Kandidaten wehren sich oder machen ihrem Ärger Luft und ghosten Unternehmen. Falls Du als Recruiter auch immer mal wieder geghostet wirst, raten wir Dir dringend, auf Ursachensuche zu gehen. Woran hakt es im Recruiting? Was bringt Kandidaten immer wieder dazu, genervt aufzugeben und abzuspringen? 

Um das herauszufinden, solltest Du am besten direkt bei den Talenten nachfragen. Zum Beispiel, indem Du Kandidaten im Bewerbungsprozess oder nach dessen Abschluss bittest, an einer kleinen Umfrage teilzunehmen, in denen sie die einzelnen Schritte im Recruiting in Ruhe bewerten können.

So kommst Du der Problemlösung bestimmt schnell näher und kannst Dein Recruiting so optimieren, dass sich Kandidaten von A bis Z wohlfühlen. Für Dich reduziert sich damit die Gefahr, gute Bewerber an den Wettbewerb zu verlieren, auf ein Minimum. Ziel erreicht! 

Bildquelle: www.pexels.com / Ketut Subiyanto,  www.pexels.de / Andrea Piacquadio

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