Ende der Homeoffice-Pflicht:
Raus aus der Jogging-, rein in die Businesshose

Die Homeoffice-Pflicht ist zu Ende. Viele Arbeit­nehmende hängen ihre Jogginghosen jetzt also wieder in den Schrank und schlüpfen in die Businesshose. Damit soll wieder ein Stückchen Normalität einkehren. Hm. Aber irgendwie ist gar keiner mehr so richtig scharf auf Normalität …

HR monkeys Experten
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Schade! Es ist vorbei …

Och Menno, Du hattest es Dir so schön kuschelig in Deinen eigenen vier Wänden gemacht und nun sollst Du wieder raus ins Office. Brrr … Mit diesen Gedanken bist Du nicht allein. Die bis vor kurzem geltende Verpflichtung, von zu Hause zu arbeiten, hat vielen Arbeitnehmer*innen genauso gut gefallen wie Dir.

War halt auch so unglaublich praktisch: Keine langen Fahrtzeiten oder Staus mehr und auch keine galaktisch hohen Tankrechnungen. Dafür hatte man mehr Zeit für andere Dinge: Familie, Freunde, Hobbies zum Beispiel – oder den Hund.

Aber keine Sorge: Dass die Homeoffice-Pflicht nun endet, bedeutet nicht, dass ab sofort wieder „working from nine to five“ angesagt ist. Schauen wir uns doch mal an, was Gesetzgeber, Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen für die Zukunft so alles planen.

Ende der Homeoffice-Pflicht:
Das sagt der Gesetzgeber

Trotz steigender Inzidenzen sieht eine aktuelle Verordnung des Bundesarbeits­ministeriums vor, dass die Homeoffice-Pflicht endet. Das Ministerium schlägt vor: Um Mitarbeitende vor dem Virus mit dem großen „C“ zu schützen, sollen Unternehmen ein betriebliches Hygienekonzept ausarbeiten, das größtmögliche Sicherheit bietet.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Regelmäßige Corona-Tests anbieten
  • Schutzmasken austeilen
  • Abstands- und Hygieneregeln einführen
  • Eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des Betriebs verordnen

Unternehmen können aber natürlich auch weiterhin einen gewissen Teil ihrer Arbeitnehmenden – im Zweifel aber auch weiterhin alle – im Homeoffice arbeiten lassen.

Bedeutet also im Klartext: Dass die Homeoffice-Pflicht endet, heißt nicht, dass mit der Arbeit in den eigenen vier Wänden Schluss ist. Du und die vielen anderen Homeoffice-Fans müssen also nicht raus aus der Komfortzone. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass Arbeitgebende und Arbeitnehmende ab sofort frei wählen können, wo sie arbeiten. Klingt nicht schlecht, oder?

Ende der Homeoffice-Pflicht:
Das sagen Arbeitgeber

Die Arbeitgeber in Deutschland begrüßen das Ende der Homeoffice-Pflicht durchaus. Sie sind der Meinung: Dank betrieblicher Schutzkonzepte und einer hohen Impfquote der Beschäftigten ist es durchaus vertretbar, dass wieder mehr Leben in Büros einkehrt. Aber auch sie sind weit davon entfernt, wieder zur alten Normalität zurückzukehren.

Unternehmen sind sich ziemlich einig, dass das Homeoffice gekommen ist, um zu bleiben. Man weiß nur noch nicht, in welchem Verhältnis. Oder wie Arbeitgeber­präsident Dr. Rainer Dulger es ausdrückt: „Mobile Arbeit wird künftig ohne gesetzlichen Zwang in den Betrieben weiter genutzt werden.“ Hätte man nicht schöner sagen können, oder?

Ende der Homeoffice-Pflicht:
Das sagen Arbeitnehmende

Und damit sind sich ausnahmsweise mal alle Parteien einig. Sowas gibt’s selten! Ein guter Mix aus Präsenzarbeit und Homeoffice ist nämlich auch ganz im Sinne der Arbeitnehmenden, wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) herausgefunden hat. 61 Prozent der Mitarbeitenden haben damit überwiegend positive Erfahrungen gemacht.

Allem voran hat ihnen die Arbeit im Homeoffice einen regelrechten Produktivitäts-Boost beschert. Untersuchungen des Stanford Institute for Economic Policy weisen darauf hin, dass Arbeitskräfte um bis zu 13 Prozent produktiver sind, wenn sie über einen längeren Zeitraum von zu Hause arbeiten.

Kein Wunder! Im Homeoffice gibt’s keine andauernden Unterbrechungen durch nerviges Telefonklingeln an den verschiedenen Schreibtischen um einen herum oder durch Kolleg*innen, die sich wie aus dem Nichts vor einem aufbauen und einen aus den Gedanken reißen.

Soziale Kontakte fehlen im Homeoffice

Es gibt aber auch Schattenseiten. Was im Homeoffice fehlt: Im Büro entstehen durch spontane Treffen auf dem Flur oder in der Kaffeeküche Bindungen untereinander. Sie sind so etwas wie der soziale Kitt für Teams. In der Homeoffice-Isolation entfällt so der Smalltalk mit anderen Mitarbeitenden, bei dem man miteinander lachen, aber auch mal Dampf ablassen kann, wenn’s nötig ist.

Und: Es entstehen dabei auch keine spontanen, arbeitsbezogenen Ideen. Aber gerade diese Geistesblitze zwischen Tür und Angel sind meist die besten – wissen wir alle. Bei manchen Mitarbeitenden hat die Arbeit von zu Hause in den letzten Monaten auch zu einem Gefühl der Einsamkeit geführt. Das betrifft vor allen Dingen alleinlebende Singles.

Moderne Jobs sind hybrid

Umso begrüßenswerter ist es, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden künftig weitgehend freistellen wollen, wie, wann und wo sie arbeiten. Wer Lust hat, eine Portion Büroluft zu schnuppern, kommt rein. Alle anderen bleiben zu Hause. Die moderne Arbeitswelt ist also hybrid. Oder wie es VW-Konzernvorstand Gunnar Kilian, zuständig für Personalfragen, ausdrückt: Es muss „ein gutes Gleichgewicht zwischen mobiler Arbeit und der unabdingbaren Zusammenarbeit und Interaktion im Büro“ her. Auch das ist wieder so ein Satz, der kaum zu toppen ist.

Aber zurück zum Thema. Der Plan bei VW ist folgender: Beschäftigte der Volkswagen AG sollen künftig an bis zu vier Arbeitstagen pro Woche vom Zuhause aus arbeiten und diese innerhalb eines Kalendermonats flexibel verteilen können. Verstanden? Wir auch nicht so richtig! Aber Herr Kilian wird schon wissen, was er tut. Absehbar ist aber, dass solche Flexi-Modelle Schule machen werden. Viele Arbeitgebende arbeiten derzeit neue Regelungen aus.

Wie sich die Arbeitswelt verändern wird

Das dürfte einen Wandel in der Arbeitswelt anstoßen, der seinesgleichen sucht. Wenn Mitarbeitende künftig seltener ins Office kommen, bedeutet das für Unternehmen, dass sie ihre Büroflächen anders nutzen können. Das Großraumbüro, in dem alle still vor sich hinarbeiten, dürfte ein Auslaufmodell sein. Mitarbeitende kommen wahrscheinlich künftig eher ins Office, um gemeinsam an Ideen zu feilen – alles andere geht ja auch zu Hause. Es macht also gar keinen Sinn mehr, viele Schreibtische in einen riesigen Raum zu stellen, wenn durchweg ein großer Teil der Angestellten gar nicht da ist.

Diese Flächen können in Zukunft in Kreativzonen oder Meetingräume umgewandelt werden. Und wer zwischendurch dann doch mal still vor sich hinarbeiten will, nimmt kurzerhand in der Desksharing-Area Platz. Da dürfte immer was frei sein.

Das moderne Office wird also viel mehr als früher auf Austausch und Kollaboration ausgelegt sein. Ein Ausblick, auf den man sich durchaus freuen kann, wie wir finden. Auf HR-Verantwortliche wie Dich kommt damit aber eine gewisse Portion Arbeit zu. Schließlich ist die Organisationsentwicklung ein fundamentaler Bestandteil der HR-Arbeit.

Welchen Einfluss hybride Arbeit auf das Recruting haben wird

Auch auf das Recruting wird der Trend in Richtung hybride Arbeit Auswirkungen haben: Wenn Mitarbeitende nicht mehr täglich ins Büro kommen, ist es auch nicht nötig, dass sie direkt vor Ort wohnen. Denkbar sind in diesem Zusammenhang Arbeitsmodelle, bei denen Arbeitnehmende den größten Teil der Zeit at home arbeiten und nur ein, zwei Tage im Monat im Office Dienst schieben.

Damit kannst Du Deinen Recruiting-Radius getrost vergrößern und musst nicht mehr nur ausschließlich in der eigenen Region nach neuen Kollegen suchen. Im Zweifel kannst Du auch im Ausland auf die Suche gehen. Wenn das ist in Zeiten des Fachkräftemangels nicht Gold wert ist.

Unser Fazit: Mehr Flexibilität, neue Büros, mehr Austausch im Office und bessere Recruiting-Bedingungen … Wer hätte gedacht, dass die Coronapandemie auch ihre guten Seiten hat?

Bildquelle: Flo Dahm | pexels.com; Markus Spiske | unsplash.com

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