Erfahrungen & Bewertungen zu HR monkeys

Guerilla Recruiting: Klingt gefährlich!

Guerilla Recruiting – zugegeben, das klingt jetzt etwas martialisch. Immerhin bezieht sich der Begriff Guerilla auf eine Kriegstaktik, bei der der Gegner völlig überraschend aus einem Hinterhalt angegriffen wird. Aber was heißt das nun? Verstecken sich Recruiter aus purer Verzweiflung jetzt schon hinter Büschen und gehen mit Fangnetzen auf unbedarfte Talente los, um die Löcher in ihren Personaldecken zu stopfen?

HR monkeys Experten
HR monkeys Experten
Wir sind immer auf der Pirsch nach den neuesten HR-Trends rund um den Globus und halten Dich auf Stand!

Entwarnung! Soweit uns bekannt ist, greifen Recruiter noch nicht zu so verzweifelten Mitteln. Was aus klassischem Recruiting Guerilla Recruiting macht, ist nicht das kriegerische Element. Es geht um den Überraschungseffekt, der beide Taktiken miteinander eint.

So was lässt sich am besten am Beispiel erklären. Daher haben wir Dir unsere Top 3 der bisherigen Guerilla Recruiting Aktionen von Arbeitgebern zusammengestellt:

Die Top 3 Guerilla-Aktionen von Arbeitgebern

Platz 3: Jung von Matt mit „Lorem Ipsum“

Für die Webseiten-Entwicklung nutzen Designer oft Platzhalter-Texte á la „Lorem Ipsum Dolor“. Sie kennen diese sicher auch! Hierfür gibt es Generatoren. Sie erstellen sinnfreie Texte mit der benötigten Anzahl an Worten, dem gewünschten Zeilenabstand und den gewünschten Absätzen. Ein von einer Jung von Matt manipulierter Blindtextgenerator enthielt aber darüber hinaus versteckte Codezeilen. Diese sorgten dafür, dass sich der Text nach dem Kopieren in die Designvorlage in eine Stellenanzeige verwandelte. Über 220.000 Designer kamen so mit dem Jobangebot in Kontakt. Mission erfüllt.

(Extrapunkte für Gute-Laune-Video-Hintergrundmusik)

Platz 2: ​Scholz & Friends mit „Pizza Digitale“

Die Hamburger Agentur warb Mitarbeiter der Konkurrenz durch Essen ab. Die Idee: Das Agenturleben kommt ohne Überstunden praktisch nicht aus. Oft bestellen Mitarbeiter in den Abendstunden eine Pizza. An einem Abend wurde die Bestellung von der Agentur um eine zusätzliche Pizza ergänzt. Auf dieser Pizza befand sich ein QR-Code aus Tomatenmark. Per Handyscan erkannten die Mitarbeiter: Der Code verweist auf ein Stelleninserat der Konkurrenz.

Platz 1: Rotes Kreuz Kanada mit „Wissen, was zu tun ist“

Die Agentur Downtown Partners entwickelte für den Arbeitgeber lebensgroße, dreidimensional wirkende Prints einer bewusstlosen Frau. Die Eyecatcher wurden unterhalb der Rolltreppen von Einkaufszentren auf dem Boden ausgelegt. Erst im letzten Moment konnten Passanten erkennen, dass es sich nicht um eine echte Bewusstlose handelt. Neben dem Motiv der knappe Hinweis, mit dem der Arbeitgeber für sich warb: “Wissen, was zu tun ist. Rotes Kreuz Kanada.“

Quelle: Canadian Read Cross Blog

Worum geht es beim Guerilla Recruiting?

Die Beispiele zeigen: Beim Guerilla Recruiting geht es vor allem darum, Talente mit einem Jobangebot auf möglichst sympathische und kreative Weise zu „überrumpeln“.
Warum aber der ganze Aufwand? Ganz einfach: Guerilla Recruiting birgt viele Vorteile. Zum Beispiel bleibt es lange in Erinnerung. Und das garantiert nicht nur bei den Kandidaten, die eine Aktion direkt miterlebt haben. Derart außergewöhnliche Maßnahmen sprechen sich natürlich auch herum. Sie werden abgelichtet oder gefilmt und verbreiten sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken. Gut gemachtes Guerilla Recruiting zieht also auch Bewerber an, die nicht vor Ort waren.

Noch einmal auf den Punkt gebracht…

Typisch für Guerilla Recruiting sind folgende Merkmale: 

  • unkonventionell 
  • provokativ
  • überraschend 
  • flexibel 
  • spektakulär

Guerilla Recruiting: Genial für die Ansprache passiver Kandidaten

Diesen Effekt sollten Arbeitgeber in Zeiten leer gefischter Arbeitsmärkte nicht unterschätzen: Denn Guerilla Recruiting spricht so neben aktiven auch passive Kandidaten an. Das sind latent wechselwillige Talente, die nicht auf eigene Faust nach einem Arbeitgeber suchen, sich aber durchaus beeindrucken lassen, wenn sie spontan auf ein Stellenangebot aufmerksam werden, das ihnen gefällt. Und das ist mit gut gemachtem Guerilla Recruiting leicht zu bewerkstelligen.

Außerdem ist Guerilla Recruiting in der Regel eine kostengünstige Form der Personalbeschaffung. Mal ehrlich: Eine Pizza belegen lassen, ein 3-D-Plakat drucken und aufkleben oder einen Programmierkniff umsetzen, um Designer anzulocken – all das kostet nicht die Welt. Somit ist Guerilla Recruiting nicht nur für große Player, sondern auch für KMU attraktiv, die mit einem geringen Budget eine große Wirkung erzielen wollen.

Risiken und Nebenwirkungen

Klingt erstmal vielversprechend. Aber Guerilla Recruiting ist auch mit gewissen Risiken verbunden. Wie wir bereits gesehen haben: Eine Spielwiese des Guerilla Recruitings kann der öffentliche Raum sein. Nicht nur die Böden von Messehallen oder Einkaufszentren wurden bereits von Arbeitgebern beklebt. Auch der Straßenbelag oder Firmengrundstücke wurde schon „originell“ verändert.

So „verschönerte“ etwa ein großer Telekommunikationsanbieter die Mitarbeiterparkplätze eines IT-Unternehmens mit dem gesprayten Schriftzug: „Sie hier? Sie sollten doch dort sein“. Darunter der Link zur Bewerberhomepage. Achtung: So etwas kann als Sachbeschädigung geahndet werden. Gleiches gilt übrigens auch für das unberechtigte Anbringen von Aufklebern auf öffentlichem oder privatem Eigentum. Wer die Mitarbeiterautos der Konkurrenz mit selbstklebenden Botschaften verziert oder Verkehrsschilder zweckentfremdet, muss sich ebenfalls auf Strafen einstellen. Alles schon dagewesen!

Was bei Mitmachaktionen zu beachten ist

​Vorsicht ist auch bei Mitmachaktionen geboten. Kritisch sind etwa Flashmobs vor öffentlichen Gebäuden oder in der Nähe stark befahrener Straßen. Wichtig: Vorab alle sich dabei möglicherweise ergebenden Gefahren analysieren. Andernfalls droht bei unzureichenden Vorkehrungen die Haftung für eventuelle Schäden wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Auch Privatgelände oder Verbotszonen sind bei Guerilla-Recruiting-Aktionen mit Vorsicht zu genießen. Zum Beispiel dürfen Feuerwehranfahrtszonen oder Zugänge zu Grundstücken nicht zugestellt werden.

Auch wettbewerbsrechtlich bewegen sich Arbeitgeber mit Guerrilla Recruiting schnell in einer Grauzone. Wer Arbeitnehmer direkt in ihrem Arbeitsumfeld kontaktiert, um diese abzuwerben, läuft Gefahr, sich des unlauteren Wettbewerbs schuldig zu machen. Außerhalb eines Unternehmens ist das Abwerben von Mitarbeitern zwar grundsätzlich erlaubt. Direkt am Arbeitsplatz ist das aber nur innerhalb engster Grenzen zulässig.

Ein kurzer Anruf, die dampfende Pizza liefern lassen, Postkarten verteilen – all das ist unproblematisch. Sobald aber betriebliche Arbeitsabläufe gestört ist, verstehen Unternehmensjuristen keine Scherze mehr. Zum Beispiel, wenn sich Arbeitgeber vor der Tür eines Unternehmens positionieren und Mitarbeiter abhalten, zur Arbeit zu gehen. Das ist eine Form der Belästigung, die auch bei der Zielgruppe nicht unbedingt gut ankommt. Und so kann aus dem erhofften Imagegewinn schnell eine Klage mit einem erheblichen Imageschaden werden. Und so etwas spricht sich natürlich auch in den sozialen Medien herum.

Prüfe also jede Aktion bitte vorher kritisch: 

  • Drohen juristische Konsequenzen wegen Sachbeschädigung oder Betreten von Privatgelände oder Verbotszonen?
  • Drohen firmenpolitische Konsequenzen: Verärgern Sie mit Ihrer Aktion Kunden oder Partner?
  • Verstoßen Sie gegen das Wettbewerbsrecht oder stören Sie Arbeitsabläufe?
  • Beachten Sie alle Auflagen des Gefahrenschutzes und der Verkehrssicherheit?
  • Verärgern Sie mit Ihrer Aktion möglicherweise die eigene Zielgruppe?

Alles im grünen Bereich? Dann kann’s losgehen – Viel Spaß!

Fazit: Guerilla Recruiting? Unbedingt!

Denn es ist ein äußerst wirkungsvolles Mittel in Zeiten des Fachkräftemangels. Aber: Der Erfolg ist nur mit einem wasserdichten Konzept Programm. Einmal davon abgesehen, dass es schwer sein dürfte, Guerilla Aktionen genehmigt zu bekommen, wenn auch nur der geringste rechtliche Zweifel besteht.

Du kennst auch eine tolle Guerilla-Recruiting-Kampagne oder hast sogar eine Eigene gemacht? Schick‘ uns deine Erfahrungen und wir nehmen Sie gerne hier auf, sodass auch andere sich inspirieren lassen können!

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on email
Share on print

Fragen? Interesse?​

Rufe einfach an oder schreib' uns! Florian und sein Team beraten Dich gerne.

Oder sollen wir uns lieber bei Dir melden?

Oder melde Dich direkt bei uns:
mail@hr-monkeys.de

Wir freuen uns auf Deinen Anruf! Erreichbar sind wir von Montag bis Freitag, 8.30 bis 17.00 Uhr unter:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on email
Share on print

Ich bin kein Newsletter.

Niemand hat Bock auf Spam. Wir schreiben nur, wenn’s wirklich was zu sagen gibt.