Activity Based Working: Was steckt hinter diesem Megatrend?

Activity Based Working – schon mal gehört? Dahinter steckt ein neues Arbeitsplatzkonzept: Es gibt keine festen Schreibtische mehr und kein eigenes Büro – nicht mal für die Vorgesetzte. Stattdessen werden Büroflächen in Kreativ-, Kollaborations- und Besprechungszonen umgewandelt, zwischen denen Mitarbeitende frei hin und herwandern. Activity Based Working ist momentan der Megatrend bei der Bürogestaltung und liefert Dir für Dein Recruiting auch gleich ein handfestes Employer-Branding-Argument. Wir erklären Dir, warum.

Vanessa Kurz
Vanessa Kurz
Als B. A. Medienmanagement und M. Sc. International Marketing Management ist Vanessa Expertin in modernen Marketing-Strategien und Zielgruppenansprache.
Mann und Frau im Sitzsack unterhalten sich

Welcome back: Mitarbeitende
erobern das Büro zurück

Langsam kehren Arbeitnehmer*innen nach einer langen Phase im Homeoffice wieder ins Büro zurück. In den meisten Fällen verbringen sie aber nicht mehr ihre ganze Arbeitszeit im Office. Denn in den letzten Monaten haben wir alle die Erfahrung gemacht, wie perfekt sich das Homeoffice eignet, um konzentrierten Arbeiten nachzugehen. Das will keiner mehr missen.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Erhebung von Microsoft. Sie geht davon aus: Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben. 66 Prozent der für die Erhebung befragten Manager*innen gehen allerdings davon aus, dass sich die Arbeitswelt deswegen massiv verändern wird.

Viele Arbeitnehmer*innen haben den Austausch mit dem Team vermisst

Ihre These: Mitarbeiter*innen werden im Büro künftig vor allem den Austausch mit ihrem Team suchen. Der fehlt vielen bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden erheblich und spielt nicht nur für das Wohlbefinden im Unternehmen eine wichtige Rolle. Beim kurzen Schnack in der Kaffeeküche, beim gemeinsamen Lunch oder dem kleinen Flurtalk entstehen auch die besten Ideen.

Wobei viele Arbeitnehmer*innen in den letzten Tagen und Wochen allerdings festgestellt haben dürften: Klassische Bürokonzepte, in denen sich Schreibtisch an Schreibtisch reiht, behindern die Kommunikation eher, als sie zu fördern. Viel besser geeignet wären Arbeitszonen, die den Austausch ankurbeln, ohne andere zu stören. Am besten für jedes To do eine andere. 

Was ist Activity Based Working? Eine Definition.

Genau das ist der Grundgedanke von Activity Based Working: Arbeitnehmer*innen für jede Aufgabe die passende Arbeitszone anzubieten. Gemütliche Nischen im Kaffeehaus-Stil zum Beispiel, in denen Mitarbeiter*innen direkt der Duft von frisch gebrühtem Kaffee in die Nase strömt und leise Lounge-Musik aus den Lautsprechern klingt: Wenn das mal nicht der perfekte Ort für informelle Meetings und Brainstormings ist. Hier darf es auch mal lauter zugehen. Es darf miteinander gelacht und angeregt diskutiert werden. 

Ergänzt wird das Ganze durch Arbeitsbereiche, in denen sich Mitarbeiter*innen zu Kreativmeetings verabreden. Diese lassen sich meist schlecht in einem klassischen Meetingraum abhalten. Da eignet sich der Design Thinking Bereich mit Lego, Knete, Schere, Stift und Papier einfach besser. Vielleicht gibt es auch eine Werkbank, an der sich Holz verarbeiten lässt. So können Teams plastische Modelle ihrer Ideen anfertigen und darüber diskutieren. 

Für Telefonate mit Kund*innen ziehen sie sich derweil in die schallgedämpfte Telefonbox zurück. Diese steht als stylischer Raumtrenner mitten im Desk Sharing Bereich, der für die ein oder andere Stillarbeitsphase zwischendurch genutzt werden kann.

Activity Based Working: Maximale Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes

Unterm Strich ermöglicht Activity Based Working Mitarbeiter*innen also völlig flexibel zu entscheiden: Arbeite ich heute im Büro hier oder dort oder gehe ich meinem Job im Homeoffice nach? Mitunter wechseln Arbeitnehmer*innen den Ort, an dem sie arbeiten auch mehrmals am Tag. 

Zugegeben: Anfangs ist ein so flexibles Arbeitsplatzkonzept für Mitarbeitende vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Schließlich kennen sie bisher nichts anderes, als den ganzen Tag auf ihrem Bürostuhl an ein und demselben Fleck zu sitzen. Nach einer gewissen Umstellungszeit werden viele aber schnell Gefallen an Activity Based Working finden. 

Führungskräfte leben
das neue Arbeitsmodell vor

Der Übergang dürfte umso leichter fallen, wenn Führungskräfte den neuen Arbeitsstil vorleben und immer wieder an unterschiedlichen Orten arbeiten. Die Mitarbeiter*innen werden es ihnen schnell gleichtun. Der Mensch lernt ja bekanntlich am Beispiel am besten. 

Nach und nach werden Arbeitnehmer*innen nicht nur an den vielen verschiedenen Möglichkeiten Spaß haben, die ihnen die verschiedenen Räume bieten. Sie werden es auch genießen, in den verschiedenen Arbeitszonen immer wieder auf andere Kolleg*innen zu treffen. So wird das ganze Unternehmen nach und nach zu einer großen Begegnungszone und Mitarbeitende, die vorher nie etwas miteinander zu tun hatten, lernen sich besser kennen.  

Unter vielen Arbeitnehmenden findet diese neue Art zu arbeiten bereits Anklang, wie eine Studie des Fraunhofer Instituts nachweisen konnte. Schon heute würde gerne mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten so flexibel arbeiten. Gut möglich also, dass Activity Based Working über kurz oder lang zur Büroform schlechthin avanciert. Wer weiß!

Activity Based Working und Employer Branding gehen Hand in Hand

Die meisten Befragten finden übrigens, dass ein modernes Arbeitsplatzkonzept wie Activity Based Working einen Arbeitgeber attraktiver macht. Immerhin zeigen Unternehmen auf diese Weise, dass sie sich weiterentwickeln und nicht auf der Stelle treten. 

Im Recruiting haben Unternehmen, die auf Activity Based Working oder ein ähnlich modernes Arbeitsumfeld setzen, somit direkt das perfekte Employer-Branding-Argument an der Hand. Sie können ihr Unternehmen in ihren Stellenanzeigen, auf den Sozialen Medien und auf der Karrierehomepage optimal in Szene setzen und sich als attraktiven Arbeitgeber zeigen. Als Recruiter versetzt Du mit Bildern und Videos aus Deinem Unternehmen, die Du in Deine Recruting-Kampagne einbettest, potenzielle Arbeitnehmer*innen also direkt ins Staunen. Wofür Activity Based Working nicht alles gut ist!

Bildquelle: www.pexels.de / ThisIsEngineering; www.pexels.com / cotonbro

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